Text: Sven von Thülen aus De:Bug 92

M83 – Don’t save us from the flames (Superpitcher Remix) (Labels)

Lawrence: Ist das Turner? Oder doch eher was Kölsches? Was könnte das sein? Ich sag mal, …. Superpitcher.

Debug: Volle Punktzahl.

Lawrence: Ist das dieser Mix für DJ Hell?

Debug: Nee, das ist ein Remix für M83.

Lawrence: Ach echt? Von denen hab ich mir letztes Jahr schon mal eine Maxi gekauft und dachte, das wird der Hit des Jahres. Da war so ein wuchtiges, hymnisches Stück drauf. Hm, ich weiß gar nicht mehr, wie die Platte hieß. Im Endeffekt hab ich sie dann doch selten gespielt. Aber sehr schön, sehr episch war die. Der Remix von Aksel hier ist aber auch ein Bringer (lacht). Da hätte ich natürlich auch in der ersten Sekunde drauf kommen können, dass das Superpitcher ist.

Woody McBride – Do you think? (Novamute)

Lawrence. Oh, das ist ja (stutzt) …. super.

Debug: Ein Labelkollege von dir.

Lawrence: (irritiert) Wie von mir? Echt?

Debug: Novamute. Nicht Dial.

Lawrence: (erleichtert) Ach so, puh, ich dachte schon, ich hätte da was nicht auf dem Schirm. Man hört da schon ziemlich viele Einflüsse raus, die aber sehr schön zusammengesetzt worden sind. Das klingt halt weder nur nach Detroit noch nur nach … Detroit (lacht). Ich meine, das ist schon ganz anders umgesetzt. Kommt der aus England?

Debug: Der ist schon Amerikaner.

Lawrence: Echt, kenn ich gar nicht. Der ist irgendwie an mir vorbei gegangen (grinst). Ich bin ja auch hier um zu lernen. Es gibt da dieses riesengroße schwarze Loch in meiner Techno-Sozialisation. Als im Front in Hamburg damals, so 1992/93, kein Techno mehr lief, sondern nur noch New Yorker Vocal-House, habe ich mich für eine Weile komplett ausgeklinkt. Die Techno-Alternativen waren in Hamburg ja eher mager. Ich glaub ich hab da schon eine ziemlich wichtige Zeit verpasst. Na ja, vielleicht so zwei, drei Jahre.

Chloé – Take Care (Crack and Speed)

Lawrence: Ist das die Chloé-EP auf Crack and Speed?

Debug: Ja.

Lawrence. Hab ich an ihrer Stimme erkannt. Ziemlicher Hit aber trotzdem so …

Debug: Gediegen?

Lawrence. Ja gediegen oder auch sutje. (lacht) Ein recht häufig von mir verwendetes Prädikat. Das Stück ist rhythmisch nicht so überladen …

(aus dem Nebenraum): Das klingt wie Superpitcher mit Eiern.

Kollektives Lachen

(wieder aus dem Nebenraum): Das kommt aber nicht mit ins Heft …

Lawrence: Doooch. Das muss! (Flüstert ins Mikro …) Bleed hat gerade gesagt, dass klingt wie Superpitcher mit Eiern. (Ruft amüsiert rüber …) Chloé findet das bestimmt okay und Aksel findet das auch toll. Ich empfinde ja auch das Prädikat “eierlos“, wenn ich damit gemeint bin, überhaupt nicht als Schimpfwort. Die Chloé-Platte hier ist auf jeden Fall super. Die muss ich mir auch unbedingt noch kaufen.

Arne Weinberg – Solitude EP (Aw 002)

Lawrence: (sieht die beschriftete Hülle des Whitelabels): Da steht echt immer dasselbe drauf auf den Dingern. Bei unseren Promos auch: “Hallo Sascha, schöne Grüße aus Hamburg. Viel Spaß mit der Platte.“ Wahnsinnig einfallsreich.

(lauscht)

Lawrence: Super! Ich würd schon sagen, aus Detroit oder so …

Debug: Du wirst dich wundern. Das ist Arne Weinberg, der kommt aus Oberhausen.

Lawrence. Arne Weinberg, der hat auch so tolle Platten auf Keynotes gemacht, die ein bisschen entschlossener waren. Das ist auch ein ganz tolles Label, Keynotes. (grübelt) Arne Weinberg. Vielleicht kommt der ja auch eher aus Holland. Bist du sicher, dass der aus Deutschland ist?

Debug: Ja.

Lawrence: Ich liebe diese manchmal fast schon übertriebenen Melodieführungen. Wie bei Fabrice Lig teilweise auch. Meine ersten Sachen sind ja auch von diesen ganzen Post-Detroit Sachen beeinflusst. Das entsteht oft gar nicht so überlegt, wie es sich dann am Ende anhört. Es ist eher so ein komisches Rumgezeichne und irgendwann stimmt das dann harmonisch. Und so schießt man dann die besten Patterns ab.

About The Author

Elektronische Lebensaspekte.