Text: jörg koch aus De:Bug 05

PXL 2000 – der Traum eines jeden amerikanischen Filmstudenten mit Ambitionen ”Pixelvision is an aberrant art form, underscored by the fact that since the cameras wear out quickly, and are no longer being manufactured, it holds within itself authorized obsolescence. Each time an artist uses a PXL 2000, the whole form edges closer to extinction.” (Eric Saks) Web: http://www.umich.edu/~jmanoog/pxl Mailing-Liste: pixelvision-request@majordomo.rowan.edu (im body der mail vermerken: subscribe pixelvision@majordomo.rowan.edu your.address.here) Fisher-Technic brachte Ende der 80er Jahre eine Kindervideokamera namens PXL-2000 heraus. Obwohl sie um die $200 kostete, lag sie wie Blei in den Regalen der Spielzeugwarentempel. So unverhofft, wie die Kamera auf dem Markt kam, so schnell verschwand sie wieder als Flop gebrandmarkt aus den Läden. Und heute? Bereitwillig und ohne mit den Wimpern zu zucken, wird heuer bis zu $600 für eine PXL-2000 bezahlt; MTV war dereinst so verzweifelt auf der Suche nach einer funktionstüchtigen Kamera, dass sie $5000 für das Kinderspielzeug locker machen wollten. Der Sexappeal der Kamera liegt in ihrer Beschränktheit begründet. James Wickstead, Erfinder der PXL-2000 Kamera, entwickelte ein simples Videosystem, das er auf den wohlklingenden Namen PixelVision taufte. Die Video- und Audiosignale der Kamera werden auf handelsüblichen 90er Chromekassetten abgespeichert, die gerade Platz für fünf Minuten Film je Seite bieten. Auch die Auflösung beträgt nur ein Drittel üblicher Videokameras und die Filmqualität evoziert Erinnerungen an einen schwarz-weißen Super-8 Film, der jahrzehntelang in Staub mariniert war. “City streets became cubist daydreams.” schwelgt ein Fan in seinen Erinnerungen an die Kamera. Und so verwundert es nicht, daß Videokünstler wie Sadie Benning diese Spielzeugkamera für sich entdeckten und Videofestivals begeistert den rudimentären Output des Fisher-Technics Produkt zeigen. Lo-tech Fanatiker vergöttern diese kleine Kamera, deren Magie auch Verwendung in Richard Linklaters Klassiker “Slacker” fand. Der Hype entging nicht dem Erfinder James Wickstead, der gerade an einer Weiterentwicklung der Kamera, die dann auch farbig aufnehmen kann, bastelt und ernsthafte Pläne für eine Wiederveröffentlichung der PXL-2000 schmiedet.Will man in das PixelVision-Universum eintauchen und mehr über James Wicksteads Pläne erfahren, so bietet sich die Site vom PXL-2000-Evangelisten John Manoogian an. Aber nicht den Kardinalfehler begehen und fragen, wo man eine Kamera kaufen kann…. Jörg Koch, koch@buzz.de

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Elektronische Lebensaspekte.