Text: benjamin weiss aus De:Bug 15

Renaissance Compressor Benjamin Weiss nerk@de-bug.de Mit dem Renaissance Compressor PlugIn kommt Waves mal wieder mit einem Software Kompressor raus. Im Gegensatz zum etwas technisch-nüchtern-komplexen Approach des C1 ist er von der Oberfläche und seinen Funktionen her wesentlich übersichtlicher. Außerdem hat man sich bei Waves jetzt anscheinend auch Gedanken um die Vintage/Analog-Fetischisten gemacht, denn das PlugIn simuliert den “warmen” Sound von Röhrengeräten. Oberfläche Die Oberfläche ist, wie schon oben erwähnt, recht aufgeräumt und übersichtlich. Neben den kompressortypischen Parametern Ratio, Attack, Threshold, Release und Gain, jeweils als Schieberegler ausgelegt, gibt es je eine Levelanzeige für In- und Output des anliegenden Signals, sowie eine Anzeige für Attenuation, also die Sättigung. Das ist auch schon fast alles, wären da nicht noch die Funktionen Opto/Electro, ARC und die Möglichkeit, die Klangcharakteristik in smooth (neutral) und warm (wobei in Abhängigkeit des Kompressionsgrades dem Signal tiefe Frequenzen hinzugefügt werden) einzustellen. Mit dem Opto Knopf wird eine Kompression erreicht, die nur den Durchschnittspegel bearbeitet und dadurch die Dynamik einzelner Peakspitzen aufrechterhält, wohingegen Electro mit einer schnellen Releasezeit für einen harten Punch sorgt. ARC (Auto Release Control) ist eine Art Automatisierung des Releaseverhaltens. In diesem Modus stellt man über den Releaseregler den Bereich ein, in dem der ARC-Algorithmus wirken soll. Nach welchen Gesichtspunkten dieser Algorithmus wirkt, ist mir allerdings nicht so ganz klar geworden. Performance, Bedienung und Sound Der Renaissance Compressor fällt durch seinen relativ spartanischen Umgang mit Rechenpower positiv auf, die Bedienung ist logisch und recht einfach, so daß man auch ohne jegliches Vorwissen über Kompressoren etwas damit anfangen kann. Auch der Sound ist gut und hält das analoge Versprechen, in der entsprechenden Einstellung warm zu klingen oder eben “nur” als Kompressor zu dienen, der dem Ausgangssignal keine sonische Gewalt antut oder durch eine zu eigene Soundcharakteristik aufdringlich wirkt. Sogar eine Kindersicherung ist eingebaut: bei einem Ausgangssignal von mehr als 0 dB regelt der interne Limiter automatisch ab, was leider nicht abzustellen geht und einem eine verzerrungsfreie Anwendung aufzwingt. Anwendung Neben der klassischen Kompressoranwendung, also einem Mix zusätzliche Präsenz und den nötigen Druck zu verleihen, bietet sich der Renaissance Compressor auch dafür an, per Überkomprimierung prima Pumpeffekte zu erreichen, die durch die gute Soundverarbeitung kein bißchen matschig klingen, Drums oder einen Mix rhythmisch zu zerhacken und sonstige Späße zu treiben. Die Grenzen sind durch den guten Algorithmus sehr weit gefaßt, der einzige wirkliche Minuspunkt neben der Zwngsabregelung ist allerdings der Preis von stattlichen 636,- DM. **** Systemvorraussetzungen: Mac: Power PC mit 120 MHz und 24 MB RAM, System 7.5 PC: Windows 95 oder Windows NT, 16 MB RAM, 166 MHz Pentium Plattformen: Mac: VST, Premiere, SoundDesigner, AudioSuite, TDM PC: VST, DirectX Preis: 636,- DM Info & Demodownload: http://www.waves.com

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Elektronische Lebensaspekte.