Safari kommt aus dem Arabischen und bedeutet dort einfach nur "Reise". So heißt er nun, der neue Webbrowser von Apple Computer Inc. Ein bisschen wie mit den TV-Dokumentationen Bilder der Welt auf den Schirm kommen. Safari ist nämlich fast so flüssig wie Fernsehen, und die metallische Monitor-im-Monitor-Oberfläche ist so auf das Wesentliche reduziert, dass kaum mehr Repräsentationsgrade die Interaktion mit den Angeboten behindern als bei der üblichen Fernbedienung.
Text: Erik Stein aus De:Bug 69

Browse in die Zukunft!
Nach Navigator, Explorer und Konqueror jetzt die Apple-Safari

Steve Jobs, Chef von Apple Computer Inc. und Oberguru der Computer-Enthusiasten, nutzt die Anfang Januar stattfindende Macintosh-Messe in San Francisco traditionell dazu, seine Fans wie seine Gegner auf die Auseinandersetzungslinien des kommenden Jahres einzuschwören. Mit mehr oder weniger überraschenden Coups.

Debug-Button statt Logo

Kaum dort vorgestellt, und auch noch im vorläufigen Beta-Stadium, hat sich der Safari-Webbrowser für Jaguar, dem aktuellen Betriebssystem von Apple Computer, weitestgehend durchgesetzt. Zwar hat Safari noch einen debug-Button zum Bug melden da, wo andere Browser ihre hässlichen Logos platzieren, trotzdem sehen die allermeisten besuchten Websites so aus, wie es sein soll. Außerdem ist Safari schnell. Schnell in jeder Beziehung. Das und ein Interface ohne überflüssige Gadgets scheint wohl auszureichen, damit sich eine neue Gewohnheit bilden kann.
Das “iLife”, die neu ausgerufene Marketingparole von Apple Computer, bekommt nach QuickTime-Player und iPhoto, iMovie und iDVD ein weiteres Fenster, das uns allen das Verbinden von digitaler Welt und Alltag erleichtern soll. Zumindest für den Teil des Internet, in dem wir Nachrichten lesen und Rat finden, liegt es schließlich nahe, auch einen Webbrowser als Fernseher zu begreifen. So ist auch verständlich, dass bei Safari ein “Detail” wie per Drag’n’Drop ein Stück Text aus einer Website auf den Schreibtisch zu ziehen, nicht als Priorität gesehen wird. Der Datenbank-Aspekt des World Wide Webs wird innerhalb des Apple-Betriebsystems von Sherlock übernommen, einem Programm, das den gerade neu entstehenden “Web-Services” die Suchmasken aufsetzt.
Das in der Szene wie immer heftigen Diskussionen ausgesetzte metallische Aussehen lässt sich übrigens recht einfach abschalten. Aber nicht nur hierfür gibt es schon ein Zusatzprogramm, neben jeder Menge kleiner Enhancers haben die Free- und Sharewarehersteller sogar Übersetzungen ins Japanische, Norwegische, Serbische etc. produziert, um nur ein paar Beispiele zu nennen.
Safari sollte auch den letzten Zweiflern klarmachen, dass die manchmal scheinbar zähe Oberfläche des neuen Betriebssystems von Apple tatsächlich nur der Schafspelz ist. Es ist ein Apple-eigener Webbrowser, der den bisherigen Mac-Standardbrowser Internet Explorer ablösen wird. Das Monopolprogramm von Microsoft war seit 1997 auf allen Macs vorinstalliert. Als Apple Computer sich damals in einer tiefen wirtschaftlichen Krise befand, ging das Unternehmen einen “Technologiepakt” mit Redmond ein: Microsoft steckte – mehr symbolisch – Geld in Apple und verpflichtete sich, den Internet Explorer und das Office-Paket für den Mac weiterzuentwickeln. Dieser Pakt lief im vergangenen Frühjahr aus.

Keynote statt PowerPoint

Steve Jobs präsentierte nun nicht nur den neuen Eroberer der Explorer-Vormacht, sondern auch “Keynote”, ein Programm, mit dem genau das gemacht wird, was Steve Jobs am liebsten tut: eindrucksvolle Präsentationen. Keynote ist direkter Konkurrent – natürlich auch nur auf den Macs, die das neueste System installiert haben – der Microsoft-Anwendung PowerPoint. Die Bedeutung eines solchen Präsentationsprogramms ist nicht zu unterschätzen, kamen doch gerade Meldungen herein, dass die den US-Streitkräfte zur Verfügung stehende Internet-Bandbreite nicht unerheblich deshalb in kritische Engpässe gerate, weil die Militärs ihre Operationen offensichtlich in Telekonferenzen mit Multimedia-überladenen Powerpoint-Präsentationen vor- und nachbereiten.
PowerPoint ist aber nur eines der Elemente des Microsoft Office-Pakets, mit dem momentan nahezu ausschließlich der Büro- und Schreibtischalltag bestritten wird. Fehlt noch was, mit dem wir Texte mit Fußnoten schreiben und unser finanzielles Budget durchrechnen können. Schon vor längerer Zeit wurde von Apple ein Programmierer-Team unter Vertrag genommen, das ausgehend von der in den 90ern erfolgreichen Schreib-, Zeichen- und Kalkulationssoftware ClarisWorks bzw. AppleWorks etwas Gleichartiges für das mittlerweile in Mac OS X aufgegangene NextStep entwickelt hatte. Kein Wunder, dass Spekulationen die Runde machen, dort würde ein Programmpaket vorbereitet, das Microsoft Office wieder Konkurrenz machen wird.

Konqueror statt Mozilla

Dass sich die Gerüchte um einen Apple-Webbrowser jetzt anders als erwartet realisiert haben, war für viele eine Überraschung, hat Apple doch nicht Mozilla, den Netscape Navigator-Nachfolger, als Grundlage benutzt, sondern den Linux-Browser Konqueror ins Spiel gebracht. Als AOL/Time Warner vor einigen Jahren Netscape kauften, sahen sie wohl keine andere Möglichkeit, ohne großartige Investitionen gegen die sich schon damals abzeichnende Übermacht des Microsoft-Produkts Internet Explorer vorzugehen, als den Quellcode für Netscape zu veröffentlichen und ein Open Source-Projekt zu zahlen, dass den neuen Netscape-Browser produziert.
Die abertausenden Variationen in der Darstellung und Funktion von Webseiten, die sich im Verhalten von Webbrowsern verschiedener Versionen und Hersteller ergeben, kann ein kleines Team innerhalb eines einzigen Unternehmens nicht bewältigen. Wenn die Designer aber Darstellung und Funktion ihrer Seiten eben nur mit dem zu 95% benutzen Internet Explorer überprüfen, müssen sich die Hersteller der alternativen Browser im Kampf um den Standard von ihrer Seite aus anpassen.
Einer ähnlichen Überlegung ist sicher auch Apple gefolgt. Zwar hatte Apple im Laufe der Jahre schon einige eigene Grundlagen entwickelt: Cyberdog war ein nur wenigen bekannter, aber umso mehr geliebter Browser, die aktuellen Programme Help Viewer und Sherlock nutzen ein im System enthaltenes HTML-Framework aus Mac OS 9-Zeiten. Trotzdem entschloss man sich, auf ein Open Source-Produkt zurückzugreifen: auf KHTML, die auf ihren eigentlichen Zweck reduzierte HTML-Bibliothek der Linux-Oberfläche KDE, dem “K Desktop Environment”.
KDE bekommt so nicht nur deutschen Regierungscode für sein Projekt: Mit Hilfe des “Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik” sind drei kleinere Firmen dabei, Ersatz für das Elektropost-System Outlook/Exchange-Server von Microsoft zu schaffen; auch die Safari-Ingenieure haben alle Änderungen gut leserlich in das KHTML-Projekt zurückgeführt. Und die zusätzliche Arbeit, die die Ingenieure bei Apple bei der Anpassung an Mac OS X geleistet haben, macht zumindest theoretisch eine Portierung des Konqueror-Browsers auf das Windows-Betriebssystem möglich. Die ersten Versuche hierzu sind wenige Tage nach der Veröffentlichung von Safari angelaufen.

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Elektronische Lebensaspekte.


Text: nomad aus De:Bug 15

Die Subkultur hat sich etabliert Rene Thomasius aka Safari FX, Shapeshifter, Pop 2000, Interrupt, Microphlopp und der Katechismus des Kapitalismus in der Subkultur Hans Räuschl Wer in Berlin in den letzten drei Jahren des öfteren auf Drum&Bass-Parties feiern war, hat mit ziemlicher Sicherheit schon zu seinen Tunes getanzt. Über 50 Dubplate-Cuts, zahlreiche Auftritte mit Elephant Sounds, einem der bekanntesten Soundsystems der Stadt, und bis dato zwölf offizielle Releases unter verschiedenen Pseudonymen sollten reichen, um Safari FX im (Midi-)Datendschungel trommeln zu hören. Würde das nicht schon für reichen, könnte man René Thomasius sicherlich auch zu seiner Vergangenheit als Profi-Skateboarder (u.a. auch Landesmeister im Rollsport-Bund der DDR) oder seiner Zukunft als virtueller 3-D Animateur befragen. Schauplatz: Friedrichshain – ich sitze bei Safari im Studio, vor den größten Abhörmonitoren Deutschlands: De:Bug: Auf dem diesjährigen Karneval der Kulturen in Berlin haben eine Menge Raver bestimmt zum ersten Mal auf ein D&B-Stück mit deutschem Sprachsampel abgefeiert: dein Track “SUBKULTUR”…hat sich die Subkultur wirklich etabliert? Safari: Besser wäre die Frage: Wer hat die Subkultur etabliert? Grundsätzlich aber erst einmal ja, sie hat sich etabliert und zwar als Teil des Gesellschaftssystems bzw. der dazugehörenden Vermarktungsprozesse und -strategien. Bestes Beispiel dafür sind die mir verhaßten Talentscouts der Industrie. Die Subkultur als Ursprung des Neuen können wir also abschreiben, da sie schon lange ins System integriert ist. Aus diesem Grund sampelte ich auch von einer Keys-CD den Satz: “Die Subkultur hat sich etabliert.” Ich glaube, daß es langsam Zeit wird, zu zeigen, daß wir alle wissen, was hier für eine traurige Show abläuft. Das ist nichts weiter als faulender Kapitalismus mit dem sinnlosen Auftrag permanenter Omnipresenz. De:Bug: … Apropos faulender Kapitalismus – fühlst du dich nicht manchmal selbst als Beta-Tester der Unterhaltungsindustrie? Safari: Hundertprozentig, denn was zur Zeit so an Hard- und Software auf den Markt kommt, ist weder ausgereift noch resourcenschonend. Das wirklich Perverse daran ist aber, daß die Industrie dem Verbraucher suggeriert, ein vollwertiges innovatives Produkt erworben zu haben, das der Zeit voraus ist. Wenn dem so wäre, frage ich mich nur noch, wozu dann z. B. etliche hundert Hotlines täglich Bug-Reports für fehlerhafte Software sammeln. Gerade auf dem Rechner-Sektor muß man sich schon einiges bieten lassen, da hier die Entwicklungszeiten unter dem Druck, als erster am Markt zu sein, immer kürzer werden. Sogenannte Fachverkäufern von Hard- und Software haben meist wenig oder keine Ahnung von dem , was sie da eigentlich anbieten, jeder kriegt aber gleich einen dicken Hals, wenn man sich nicht jeden Scheiß andrehen läßt und anfängt zu hinterfragen, was denn nun z. B. die Innovation an diesem oder jenem Produkt sein soll. Die dreisteste Aktion, die ich in dieser Richtung erlebt habe, ist ein Verkaufsgespräch, das ich in meinem Kiez-Computerladen geführt habe. Der Verkäufer wollte mir da erzählen, daß eine CD-ROM wiederbeschreibar wäre. Als ich ihm sagte, daß das Schwachsinn ist, und er wohl die CD-RW meint, sind dem Mann dabei fast die Augen geplatzt. De:Bug: Wie hat denn bei dir die Computerisierung stattgefunden? Warst du eher ein Spielertyp, der irgendwann den Sequencer entdeckt hat, oder wurde der Computer erst durch den Sequencer interessant für dich? Safari: Meinen ersten Kontakt mit einem Computer hatte ich 1986, als sich meine Mum einen Amiga 2000 kaufte, der für diese Zeit unglaubliche Fähigkeiten besaß. Mein erster eigener Rechner war dann ein Amiga 500 mit 1 MB RAM. Den kaufte ich mir damals primär als Sequencer für mein Midi-Equipment. Daß ich mit der Freundin natürlich auch Jump/Shoot&Run Spiele, wie z. B. Turrican, abgefeiert habe, ist ja wohl logisch, aber nicht der Rede wert. Inzwischen steht bei mir im Studio natürlich einiges mehr. Sampler, Rechner, Effekte, ein großes Mischpult… Natürlich wirkt sich die Peripherie auf den Sound aus, aber nicht so gravierend, daß man jetzt eine Empfehlung abgeben kann, welche Geräte nun die ultimativen sind. Im Endeffekt nützt dir das fetteste Equipment nichts, wenn du keinen Plan hast und nur willenlos rumklimperst. Im Idealfall sollten sich das Equipment und die Idee ergänzen, sozusagen als untrennbare Einheit. De:Bug: In einer der letzten De:Bugs ging es um den Business-Aspekt von D&B, hierzulande… ist 1998 das Jahr, in dem deutscher D&B an den UK-Standard anknüpft? Safari: Deutscher D&B? Standard? Das sind doch nur abgefuckte Metaphern für die allgemeine deutsche Selbstdefinierungsneurose in Sachen Drum&Bass. Ich persönlich strebe keinen solchen Standard an und denke, erst wenn wir in der Lage sind, uns an uns selbst zu erkennen, z. B. bei Arrangments oder Sound, werden wir nicht nur als Cluster der englischen Szene existieren. Glücklicherweise sind wir schon seit Jahren eigenständig, so daß ich fest daran glaube, daß wir schon lange keinen Vergleich mehr mit dem sogenannten Mutterland des D&B zu scheuen brauchen. De:Bug: Deine Tracks werden von DJs sehr unterschiedlich wahrgenommen, straighte Tracks wie “Pop 2000″, sprich: Lied/Strophe/Refrain und 2 Step, werden oft wohlwollender beurteilt, als verschachtelte Breakbeatstücke wie z. B.”Sputnik”, das viele für unspielbar halten. Safari: Ich werde mich hüten, DJs danach zu beurteilen, wie sie meine Tunes charakterisieren. Viel wichtiger ist doch, daß der DJ in der Lage ist zu erkennen, welcher Tune auf dem Floor funktioniert, und welcher nur auf Listeningbasis läuft. Es ist doch im Endeffekt die Entscheidung des DJs, ob er den Tune für spielbar hält oder nicht, da kann und will ich mich nicht einmischen. De:Bug: Du hast ja auch mal behauptet, eigentlich Techno-Produzent zu sein… Safari: Was ich auch für konsequent halte, denn die Technologien mit denen ich produziere, lassen keinen anderen Schluß zu. Das was die letzten Jahre so unter dem Begriff “Techno” verzapft wurde, ist eigentlich eine ziemlich traurige Geschichte, wenn man bedenkt, daß z. B. die Drumsounds der Roland 808/909, auf die jeder Raver abfeiert, schon mehrere Jahrzehnte auf dem Buckel haben und die Maschinen genauso. Von dem Gitarrenersatz für Arme, der Roland TB 303, ganz zu schweigen. Im Endeffekt kann man locker eine Roland 808/909 nehmen, diese als Hardwaresequencer benutzen, ein paar Korg MS 20 Schifferklaviere antriggern und die ganze Hütte rocken. Aber wo ist da Techno? Techno ja, aber der von vor zwanzig Jahren, oder? Ich nenne das gerne Postrock, denn die Geräte und Sounds, die am meisten im sogenannten Techno-Kontext verbraten wurden, stammen aus einer Zeit jenseits von Gut und Böse. Die Metapher “Techno” wurde doch geschaffen, um klar zu machen, daß Maschinen als musikalisches Mittel eingesetzt werden, um sich von der handgemachten Musik abzugrenzen. Dabei hat nur keiner gemerkt, daß diese Maschinen alle während der letzten großen Rockattacke gebaut wurden, und hier wohl irgend etwas falsch ist. Im Endeffekt sehen wir ja alle, wohin das geführt hat. Oder möchte jemand behaupten, daß Techno sich nicht schon seit Jahren ins Rockbusiness integriert hat? De:Bug: Wie jetzt … D&B ist Techno, weil Techno (Post)Rock ist? Vielleicht erklärt das, warum ich manchmal bei Amenbreaks an Speedmetal denken muß … Safari: Wenn du bei Amenbreaks an Speedmetal denken mußt, beweißt das ja nur, daß dich das Rockbusiness richtig am Arsch gepackt hat. Mehr nicht. Oder daß du mal ein Rocker warst. De:Bug: Klar, aber jetzt rechtfertige dich mal mit deinem musikalischen Werdegang. Safari: Als erste Ausdrucksform wählte ich 4/4 Beat, dem ich bis 1993 treu blieb. Nachdem ich die ziemlich begrenzte Anzahl an möglichen 4/4 Beats durch hatte, wurde es Zeit, sich nach neuen Ausdrucksformen umzusehen, da ich sonst mein Equipment wahrscheinlich gegen eine Miniramp eingetauscht hätte. Glücklicherweise lernte ich zu dieser Zeit Appollo kennen, der mir immer die neuesten Breakbeats vorgespielt hat. Es dauerte dann nicht mehr lange, bis ich meine ersten eigenen Programmings anschleppte, um zu hören, was Appollo davon hielt. Nach einiger Zeit, im November ’94, war es dann soweit und unser Soundsystem Elephant Sounds war geboren. Wir haben Jungle/Drum&Bass europaweit an 4 Turntables und separaten Effekten repräsentiert, wobei DJ Sebel unter anderem HipHop-Tunes zu DJ Appollos Jungle/Drum&Bass-Scheiben mixte, und ich noch Effekte auf einzelne Parts im Sound routete. Jedenfalls rockten wir alles, angefangen von der großen Freiheit in Hamburg bis zum Jazzfestival in Montreux. Nachdem die Poduktionen aus England immer besser wurden, erklärten wir das Prinzip Elephant Sounds für überholt und widmeten uns dem wichtigsten Teil der Sache – nämlich dem Programming. Der Rest ist Geschichte. De:Bug: Es werden in Deutschland immer noch zu wenig Platten verkauft, besonders von einhemischen Produkten. – Woran liegt das deiner Meinung nach? Safari: Ich kann da nur DJ Bass Dee zitieren, der meinte, daß das alles eine Sache der Wahrnehmung sei. Wenn es uns dieses Jahr nicht gelingt, unsere eigenen Interessen, Meinungen und Wahrnehmungen der Sache D&B unterzuordnen, wird unser Sound und unser Lifestyle gnadenlos vom Rockbusiness adaptiert werden. Laßt uns deshalb zusammen das verwirklichen, was schon längst überfällig ist. Es muß endlich für alle klar werden, daß unser Potential an Spielarten innerhalb des Spektrums D&B so riesig ist, daß wir locker den Großteil der heutigen Musikrichtungen ersetzen können. Damit vereint uns eine Macht, die unschlagbar ist, wenn wir bereit sind, die Styles aller Camps zu respektieren und gleichzeitig begreifen, daß wir als zusammen alles erreichen können. De:Bug: Du veröffentlichst auf verschiedenen Labels. Vertrittst du eine bestimmte Ethik – mit wem du zusammenarbeitest? Safari: Meine Ethik heißt Respekt. Bestes Beispiel dafür ist die Zusammenarbeit mit Hard:Edged-Recordings Berlin, bei denen der notwendige Respekt vorhanden ist, um einen gemeinsamen Weg zu gehen. Natürlich gibt es auch Labels, bei denen ich nicht zu hundert Prozent hinter der Label-Philosophie stehe, auf diesen aber der Sache wegen trotzdem veröffentliche. Im Endeffekt hängt doch meine Reputation nicht von der Labelpolitik ab, sondern von den Stücken, die ich zur Veröffentlichung anbiete. Hard:Edged allerdings verkörpert für mich einen neuen Weg der Betrachtungsweise von Musik und dem dazugehörigen Lebensgefühl. Dieses Label ist einfach bestrebt, neue Wege zu gehen, ohne ständig über Leichen zu stolpern, die man selber erschossen hat. Das heißt, daß es weder notwendig noch sinnvoll ist, sich zu präsentieren, indem man andere Camps permanent disst und sich selbst dabei ständig für den Schärfsten unter der Sonne hält. Aus diesem Grund bot ich Anfang diesen Jahres dem Inner-Circle von Hard:Edged an, alle Produktionen des Labels bei mir zu pre-mastern, um einen eigenen Sound-Standart für dieses Label zu kreieren. Außerdem kümmere ich mich um den Nachwuchs in Berlin. Da tut sich einiges! Dazu gehört unter anderem auch, den Jungs (Frauen sind leider völlig unter-repräsentiert) bestimmte Grundregeln des Abmixens nahezubringen. Zitate: Möchte jemand behaupten, daß Techno sich nicht schon seit Jahren ins Rockbusiness integriert hat? Deutscher D&B? Standard? Das sind doch nur abgefuckte Metaphern… Releases : Interrupt (Hard:Edged/002)

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