Text: j.m. da costa aus De:Bug 14

SAMPLITUDE 4.5 Jose da Costa Wenn man Windows benutzt, was vielleicht nicht so chic ist, aber halt passiert, hat man in letzter Zeit eine Menge dazubekommen, mächtige Werkzeuge die manchen Mac Benutzer schon staunen lassen. Plug-Ins, Ram-Sampler, VST und DirectX, PCI Karten… Wie Tony-Tony im Fernsehen schreit, es beginnt richtig Spaß zu machen. Aber auch in den Urzeiten der Klangbearbeitung am PC gab es Samplitude, ein Programm aus deutschen Landen (Dresden) das jetzt in seiner 4.5 Version die Läden erreicht. Samplitude nennt sich selbst “Digital Multitracking Studio” und es ist wohl eines. Ziemlich kompliziert wegen seiner eigentümlichen Struktur und unglaublich stabil für Windows95 Verhältnisse. Daß heißt: ein Tool mehr für Profis im Audiobereich, aber auch für ambitionierte Gelegenheitmusiker die dennoch vielleicht besser mit Samplitude zurechtkommen als mit Sequenzern a la Cubase oder Logic. Die Schwächen von Samplitude sind seine nicht so gelungene Integration der DirectX Effekte und das unsägliche Wirrwarr mit verschiedenen Typen von “Projekten” wie HDP, VIP, RAM, EDL… die nicht so unmittelbar zu verstehen sind. Normales Projekt ist “virtuell” aber es gibt immer die dumme Möglichkeit eines unbemerkten Eingreifens “in der Platte” und auch die praktische Unmöglichkeit es rückgängig zu machen. Vielleicht haben sich einige Leser vor ein paar Jahren das “Musik Studio” für 100 DM gekauft. Die wissen worüber ich spreche, denn in dem kleinen und bei langem nicht so leistungsfähigen Programm war die Oberfläche und Struktur der heutigfen von Samplitude sehr ähnlich. Wie gesagt, das sind die Nachteile, aber Samplitude hat eine Menge zu bieten. In erster Linie und wie schon gesagt, für Professionelle. Zum Beispiel kann das Programm nach der nötigen Einarbeitung fast ausschließlich über Tastatur bedient werden, was schnelles arbeiten erst ermöglicht. Zum anderen ist es ein Stand Alone Programm mit guten bis sehr guten eigenen Effekten, so daß man praktisch alles ohne externe Hilfe machen kann. Wie gesagt, die Einbindung von Direct X ist nicht so gelungen, aber immerhin gibt es sie und man kann mehrere Effekte auf einmal testen, was nicht selbstverständlich ist. Allerdings sollte man während dieser Prozedur aufpassen: bei Engpässen von RAM und Prozessorleistung provozieren die Dirext X Effekte die einzigen Abstürze, die beim Test passierten. Obwohl die Oberfläche etwas karg bleibt, hat Samplitude ein sehr brauchbares Mischpult mit einfachen EQs, (-20 bis +20), Echo, Kompressor (nett!) und zwei Aux In-Out für externe Effekte oder eine andere Karte. Samplituden verträgt sich auch mit mehreren Karten. Aber die wahre Stärke von Samplitude sind seine fast unerschöpflichen Möglichkeiten mit den Samples umzugehen. Man kann einzelne Objekte und bestimmte Bereiche (dieser Objekte oder des ganzen Projektes), in beliebiger Form assoziieren, verschieben, bouncen, kopieren… und so weiter und so fort. Man kann nicht viel darüber erzählen, es funktioniert und so sollte es sein. Das Programm kann auch CD’s kopieren und erstellen (echtzeit Mastering), was heutzutage zum Standard gehört und einfach und selbsterklärend von der Hand geht. Wo wir gerade beim Erklären sind: wer PDF Dateien satt hat wird SEKD für seine nicht unbedingt übersichtlichen aber doch gut organisierten Handbücher mögen. Gut aufgeteilt in ein Referenz- und ein Tutorial Handbuch, sind sie eine enorme Hilfe bei der Bewältigung der doch etwas steilen Lernkurve des Programms. Obwohl seine Lernkurve wie gesagt nicht zu unterschätzen ist, ist es doch nach kurzer Zeit flexibler und unmittelbarer als die großen Sequenzer. Ein echter Anfänger der nur seinen PC als Instrument benutzt, kann sehr gut auf die phänomenalen MIDI Fähigkeiten von Logic verzichten. Außerdem braucht er nicht aus Samplitude auszusteigen um ein Sample vernünftig bearbeiten zu können. Auf der anderen Seite ist Samplitude wie geschaffen für Radioprogramme oder Hörspiele (und alles denkbare in dieser Richtung). Hier sind komplexes editieren und Masteringarbeiten das Wichtigste und Samplitude ist in dieser Hinsicht fast unschlagbar. Auch weil es schnell ist. So gesehen, muß man resümieren daß hier vieles gutes gibt. Solide Arbeit, gute Leistung. Aber es gibt einige Schönheitsfehler die nicht zu leugnen sind. Dennoch gibt es nicht viele Programme, die so kompakt die Bedürfnisse von vielen befriedigen. In diesem Sinn ist das Preis/Leistungsverhältnis ziemlich gut. **** Systemanforderungen: Pentium PC mit 133 MHz, 16 MB RAM, av-fähige Festplatte, Windows95 oder Windows NT Plattform: DirectX Preis:Samplitude Studio 4.5 Vollversion = 1148,- DM Update von Vers. 4.x = 199,- DM Info: http://www.sekd.de

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Elektronische Lebensaspekte.