Text: dennis dorsch aus De:Bug 96

Sneaker mit Windhundnase
Schmoove

Vielleicht braucht es mehrere Generationen, um sich richtig freizuspielen. Die eine Generation baut etwas auf, die nächsten verfestigen es und das Nesthäkchen hat endlich die Freiheit, sich auch mal einen Spaß zu gönnen. Dass aus dem Spaß dann gleich so etwas wie ein kleiner Klassiker entsteht, ist eher ein Glücksfall. Schmoove hat dieses Glück. Die französische Marke wurde 2001 von Maxime Rautureau gestartet, dem Ur-, Ur-, Was-weiß-ich-wie-viele-Ur’s-Enkel von Jean-Baptiste Rautureau. Jean-Baptiste Rautureau gründete 1870 die gleichnamige Schuhfirma, seitdem ist das Unternehmen mit Produktionsstätte in der Vendée in Familienhand. JBR für Herren, die eine Alternative zum Budapester suchen, und Pom D’Api für Eltern, deren Kids was vorzeigen sollen, stammen hierher – und als letzte Linie eben Schmoove, der Schuh für den Sneaker-Hipster, der schon immer die verschlankten Chucks-Abwandlungen von Hedi Slimane bewundert hat, es aber etwas draufgängerischer und Laufsteg-unabhängiger mag. Der Trick ist einfach: Verpasse Sneakern mit Gummisohle eine spitze Kappe wie bei 50er-Herrenschuhen und addiere Details, die immer sehr eigen wirken, aber nicht schrullig, sondern schick. Und versteife nie die Oberlippe. Seit den ersten Herrenschuh/Sneaker-Hybriden von Prada war auf dem Feld nichts mehr so charakteristisch. Im Zentrum der Kollektion stehen die beiden Semi-Klassiker: der Cup Mid-Cut mit Brogues-Ziernaht und der perforierte Union Desert Punch.
Ein Windhund macht sich als Accessoire gut dazu.

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Elektronische Lebensaspekte.