Eine Schöne-neue-Welt-Utopie, oder gibt es sie doch, die eine Fernbedienung für deine Technik im Leben? Motorola mischt weit vorne mit im Bereich der Seamless Mobility. Debug sprach mit Frank Pfeiffer, Director Sales CE-Networks von Motorola, über eine Welt, die sich mit Handys, die Autotüren öffnen können, zaghaft andeutet.
Text: Fee Magdanz aus De:Bug 105


Der Traum von dem einen mobilen Endgerät – Communicator, Viralscanner, Informationsdatenbank und Unterhaltungselektronik zugleich -, mittels dessen man alles in seinem Alltag überall, egal ob beispielsweise unterwegs auf Reisen, im Park, im Club oder aber zu Hause, steuern und auf alles zugreifen kann, ist für viele immer noch eher Science Fiction, ebenso wie das vernetzte Haus. Dabei stecken wir schon mitten drin in dieser Zukunftsvision, nur fällt es den meisten gar nicht wirklich auf.

Man nennt es: Seamless Mobility
DVB-H, WLAN, Bluetooth, Autobordcomputer, PDAs und die diversen mobilen Portale, um hier nur einige Beispiele zu nennen, bilden jeweils nur ein Molekularteilchen der Idee der uneingeschränkten mobilen Kommunikation, die dahinter steckt, ab. Zusammengefasst gehören sie alle in den Bereich der so genannten “Seamless Mobility Technologie”, die nicht viel mehr umschreibt als “… den einfachen und unbeschränkten mobilen Zugang zu Informationen, Unterhaltung und Kommunikation an jedem Ort, zu jeder Zeit, mit jedem Endgerät beziehungsweise jeder Technologie“, wie es Frank Pfeiffer, Director Sales CE-Networks von Motorola, schön einfach erklärt.
Handys spielen hier in diesem Bereich eine maßgebliche Rolle, da diese sich durch ihre zunehmende Multifunktionalität und Kompatibilität mit anderen Endgeräten und Produktservices wie beispielsweise Laptops oder Autobordcomputern zu einer Art “Fernbedienung des ganzen Lebens“ entwickeln, die man immer dabei haben kann.

Status Quo
“Das Verschmelzen der Welten steht im Vordergrund”, erläutert Frank Pfeiffer. “So können Sie z.B. in den USA ihren Autoschlüssel durch das Handy ersetzen. Das heißt, dass sie statt einer Keycard das Handy nutzen, um den Wagen zu öffnen.”
Die Idee hinter Seamless Mobility ist also nicht mehr nur eine schöne neue technologische Welt-Utopie, sondern hat bereits Einzug in unsere Wirklichkeit gehalten. T-One, der jüngste Schachzug der Telekom hierzulande, ist auch ein Kind dieser Vision, die auf die Konvergenz unterschiedlicher Technologien setzt und in Großbritannien bereits ein Pendant hat: “Mit WLAN und dem Mobilfunk verbinden wir z.B. das Zuhause mit der mobilen Welt bei unserem Kunden BT in Großbritannien. Dort können Sie mit unseren WLAN/GSM-Handys über das Internet zu Hause telefonieren und unterwegs das Mobilfunknetz nutzen. Der Kunde hat eine Telefonnummer für beides”, sagt Frank Pfeiffer und führt weiter aus: “Sie sehen, wir sind heute schon so weit, dass wir Technologien nahtlos verbinden. Wir forschen und beobachten intensiv die neuesten Entwicklungen, um zu sehen, wie diese in unsere Vision integriert werden können und welchen Nutzen der Endkunde hat. Wir verbinden unterschiedliche Technologien miteinander, um Kunden einen besseren Service anbieten zu können.”

Grundlagenforschung
Neben der zunehmenden Kompatibilität der einzelnen Endgeräte miteinander und, kurz gesagt, der Existenz diverser drahtloser Netzwerke, sind es vor allem die zunehmende Digitalisierung von Informationen sowie die Möglichkeiten zur Personalisierung, die die Endgeräte heute offerieren und Grundlage der nahtlosen Kommunikation im Sinne einer Seamless Mobility bilden.
Frank Pfeiffer: “Nicht nur Musik und Videos, sondern auch Fernsehen wird heute digital erstellt und verbreitet. Hinzu kommen E-Mails, Kontoinformationen, Bücher, Spiele oder Kunst. Immer mehr Inhalte liegen in digitaler Form vor. Dadurch können Daten problemlos, schnell und in höchster Qualität übertragen und auf den unterschiedlichsten Plattformen gelesen werden. Dies bietet viel Spielraum für neue Anwendungen im privaten als auch geschäftlichen Bereich. Außerdem verfügen Endgeräte zunehmend über die Fähigkeit, sich an die Gewohnheiten ihrer Nutzer anzupassen und automatisch bestimmte Aufgaben zu erledigen. Diese Personalisierung ist bereits aus dem Internet bekannt, wo viele Websites die Anpassung des Inhalts an den jeweiligen Nutzer ermöglichen.”

Wie sieht es aus, das Morgen?
Wohin gerade auch bei uns die Reise der und mit Seamless Mobility geht, mag vielleicht noch ein wenig in den Sternen stehen, denn “die Akzeptanz neuer Technologien steht und fällt mit dem Nutzen für den User. Hier ist vor allem Content ein Treiber sowie die Verfügbarkeit der Technologie an sich. Die Anforderungen steigen stetig mit den Bedürfnissen der Menschen. Unsere Vision wächst somit stetig mit den Möglichkeiten“, so Frank Pfeiffer. Klar ist jetzt (als ein Teilbereich von vielen) beispielsweise laut Frank Pfeiffer schon, dass sich dadurch ähnlich wie seinerzeit mit dem Handy und dem Laptop im Bereich unseres täglichen Arbeitsumfeldes Dinge wandeln werden: “Mobile Endgeräte erlauben Mitarbeitern jederzeit und an jedem Ort den Zugriff auf erfolgskritische Informationen aus den unternehmensinternen Datenbanken. Mit smarten Telefonen stehen sämtliche Office-Funktionen, E-Mail und Internetzugang permanent zur Verfügung. Dadurch können Wartezeiten effektiv genutzt werden – das Büro wird mobil. Prozesse der Warenwirtschaft und Logistik können jederzeit erfasst und kontrolliert werden. Neue Produkte übernehmen die automatische Überwachung und Sicherung von Liegenschaften des Unternehmens. Die Effizienz zahlreicher Prozesse wird dadurch gesteigert, Mitarbeiterproduktivität erhöht und die Kundenzufriedenheit maximiert. Durch die effizientere Gestaltung alter und die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle trägt Seamless Mobility zur Erhaltung und Schaffung von Arbeitsplätzen bei und steigert das weltweite Wirtschaftswachstum.”

Bloße Technikverliebtheit?
Die Frage, die sich vor allem Technologiepessimisten stellen werden, ob die Seamless-Mobility-Technologie und damit die Vision der nahtlosen Vernetzung/Kommunikation, die beispielsweise auch das vernetzte Haus als mögliche Realität für jeden immer näher rücken lässt, nun nur etwas für Technikverliebte ist, die die Psychologie des Menschen scheinbar außer acht lassen, oder tatsächlich eine Möglichkeit, wie sich unser Alltag ausgestalten könnte, beantwortet Frank Pfeiffer indirekt mit folgendem Kommentar:
”Ich denke, dass der User bereits Seamless Mobility nutzt, ohne es eigentlich zu wissen. Der User interessiert sich nicht für besondere Technologien, vielmehr steht der Nutzen im Vordergrund. Kann ich mit meinem Handy ins Internet oder E-Mails abfragen oder welcher Content steht mir wo und wann zur Verfügung, das sind die Fragen, die im Vordergrund stehen.”
http://www.motorola.com

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Elektronische Lebensaspekte.