"... schreib’ bloß nicht, ich hätte einen kleinen Schwanz. ICH HABE KEINEN KLEINEN SCHWANZ.“
Text: Jan Joswig aus De:Bug 124


Sebastien Tellier ist die europäische Antwort auf Snoop Dogg, sein großes musikalisches Vorbild. Hoch sexualisierte Popmusik an der Grenze zu Porno. Aber wo Snoop auf dicke Eier und Bubble Butts setzt, zählt für Tellier Zärtlichkeit – im Sinne von Bilitis und Gainsbourg. “Um Zärtlichkeit geht es, nicht darum, wer den Längsten hat … Aber jetzt schreib’ bloß nicht, ich hätte einen kleinen Schwanz. ICH HABE KEINEN KLEINEN SCHWANZ.“

Der ehemalige Folkheld (La Ritournelle) hat mit Guy-Manuel De Homem-Christo von Daft Punk die musikalische Erotikmassage zwischen Italodisco-Ballade und Softsoul-Sugardaddy zu neuen Höhen getrieben. Das Kind von Katholizismus und LSD mimt schwerglaubwürdig das haarige Biest, das Kreide gefressen hat.

Wenn er so richtig Kohle hat, will er sich einen Vergnügungspark bauen lassen, ein Disneyland ab 18, in dem er alles zerdeppern, abfackeln, niederwalzen, umballern kann. Und wieder von vorne. Für seinen Kreuzfahrtschiff-Helikopter sehe ich dann auch schwarz.

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Elektronische Lebensaspekte.