Das Fernsehspiel als teuflisches Spinnennetz, Minute für Minute: Die amerikanische Thriller-Serie "24" mit Kiefer Sutherland und Dennis Hopper läuft endlich in Deutschland an.
Text: Thaddeus Herrmann aus De:Bug 74

Splitscreens in Echtzeit

Endlich. 24, eine der besten Fernsehserien, die jemals produziert wurde, läuft in Deutschland an. Warum hier so Großartiges geschehen ist, lässt sich gar nicht so einfach ergründen, denn die Geschichte klingt zunächst einmal nach einem eher durchschnittlichen Plot, der schon 1000fach verfilmt wurde. In den USA tut sich etwas und wenn nichts schief geht, ist der nächste Präsident ein Afro-Amerikaner. Am Tag der Primaries in Kaliforniern erhält die Anti-Terror-Einheit des Geheimdienstes einen Tipp, dass besagter Präsidentschaftskandidat Senator Palmer ermordet werden soll. Special Agent Jack Bauer soll es richten und wird mit seinem Team mit dem Schutz Palmers und der Verhinderung des Anschlags beauftragt. Entscheidend für den absoluten Suspense-Overflow ist die Art und Weise, wie die Serie angelegt ist, denn: 24 erzählt die Geschichte eines einzigen Tages, mehr oder weniger in Echtzeit, jede Folge lässt eine Stunde Revue passieren, die verschiedenen Handlunsgstränge werden durch immer wieder auftauchende Split-Screens miteinander verbunden. Die Story ist dabei so over the top, dass man einfach alles willenlos hinnimmt. Genauso schnell, wie klar wird, dass hier jeder Beteiligte Dreck am Stecken hat, legt sich die Serie wie ein Spinnennetz über den Zuschauer und lässt ihn nicht mehr los. Wenn dann noch Dennis Hopper ins Spiel kommt, möchte man am liebsten den Fernseher kaputthauen, weil man es nicht mehr aushält. Wie sagt Jack Bauers Chef schon in der ersten Folge: “In the next 24 hours I want you all over this, Jack. Don’t trust anybody, not even your own people.” Wir trauen schon lange niemandem mehr. Am besten schnell die englische DVD kaufen und 24 Stunden nicht mehr rausgehen.

About The Author

Elektronische Lebensaspekte.