Text: Anne Pascual / Marcus Hauer aus De:Bug 43

Server

sylloge

Websites mit Flash, JavaScript und anderen Spielereien können schon mal ganz locker an die 100 Kilobytes verbrauchen, ohne dass man ihnen das gleich auf den ersten Blick ansieht. Im Handumdrehen sind dann alle 28k Modem Besitzer ausgeschlossen, und keiner will es gewesen sein. Mister Stewart Butterfield kennt das alles ja gar nicht, weil er im kühlen Kanada wohnt und dort auch arbeitet. Und weil er Diäten gut findet, hat er gleich einen Wettbewerb für die schmalste, kleinste, schönste, intelligenteste, interaktivste, schnellste und smarteste Site ausgelobt. Die Ergebnisse kann man sich nun anschauen, und danach fragen wir uns, warum CNN.com beispielsweise 72k hat (all die Trackingscripts…)? Sehr beliebt bei den Teilnehmern war offensichtlich ein Mondrian-Construction Set, denn auf die Idee waren gleich mehrere Teilnehmer gekommen. Hey ihr Webdesigner da draußen, gehen euch die Ideen aus, oder warum Mondrian? Nun aber zum Sieger des Ganzen, einer eCommerce Lösung für Möbel, die den kurzen und schlichten Titel “a5kRobustScalableInternetOnlineEcommerceFurnishingsOutlet” trägt. Hier bezahlt man logischerweise mit Bytes (je nach Größe des Tisches/Stuhles). Lasst uns den Euro gegen Bytes tauschen und wir sind alle Sorgen wieder los und gleich den Amerikanern einen Schritt voraus. Bytes für alle!

weliveinpublic

Es ist soweit: das Big Brother Phänomen etabliert sich als Lebensform in Kleinsthaushalten. Dafür sorgt Josh Harris, der Komplett-Lösungen für jeden entwickelt und seit November 32 Kameras plus Mikrophone in seinem New Yorker Loft installiert hat und wir ihm, seiner Freundin Tanya und ihren Katzen im Netz zuschauen dürfen. Der gute Mann weiß, dass das auf Dauer keinen Spaß macht und es mehr Menschen gibt, die eine Menge Zuschauer beim Sex und im Bad brauchen. Ihn jedenfalls scheint das ganz schön zu beschäftigen, daneben versucht er sich an der Frage, ob öffentliches Leben besser als privates ist. (Da wird es interessant: denn, was ist was?) Und, ob seine “celebrity friends and artists” ihn weiterhin besuchen und auf Partys kommen werden, die wollen vielleicht ungesehen bleiben. Gähn. Wenn das wirklich interessiert, kann mit den beiden chatten und ihre sehr persönlichen Tagebucheinträge lesen. Übrigens: der größte Teil an nicht-amerikanischen Zuschauern kommt aus Singapur, die scheint die freiwillige Selbstkontrolle besonders zu faszinieren…

4d-screen

Herr Frichter hat sich viel vorgenommen: “hyperspace” heißt sein neustes Projekt, von dem uns nicht ganz klar wurde, was die Sache will. Fest steht, wer 25 DM oder 5$ (Welcher Umrechnungskurs liegt hier zu Grunde?) Beitragsgebühr zahlt, erhält weitere Informationen zum neuen Raum. “Das Phänomen der Lebenssphäre stellt eine Herausforderung dar. D.h. vor allem, das Spannungsverhältnis von sinnlichen Wahrnehmungen, reinen Vorstellungswelten, Reflexionen und nicht zuletzt die Relativierung von Räumen schlechthin auszuhalten und zu gestalten.” Ah, ja. Nun, wir sind gespannt, wie Genesis von 4d weitergeht. Bislang sieht man davon nur ein Piktogramm Männchen, das sich zu Quadern formt und zu neuen Objekten zusammenschließt. Aber es gibt noch weitere Leckerbissen auf der Seite: “hypersexxx”. Dort werden die Vorstellungswelten nackte Realität. Mehr lohnt jetzt wirklich nicht darüber zu schreiben.

dwhw

Architekten haben es manchmal nicht einfach, da wollen sie zu unserer schönen neuen Welt aus Microsoft, Cisco und IBM auch was beitragen, und dann nimmt man sie nicht ernst, weil sie immer wieder mit den gleichen Metaphern daherkommen. Entweder versuchen sie ihr Stadtplaner-Studium in einen Masterplan fürs Netz umzuwandeln oder sie bauen 3D-Erlebniswelten für den virtuellen Kapitalismus. Die Holländer sind bei all diesen Versuchen von kybernetischer Tetrapak Architektur natürlich ganz weit vorn – oder sollte man besser sagen, dass sie einfach nicht anders können? Auf jeden Fall kommen hier auch wieder Wolken aus Daten angeflogen. Da gähnen wir zum zweiten Mal! Ein drittes Mal ersparen wir uns, Fenster schließen ist hier die beste Lösung.

vectorama
Kollaborationen haben Vorteile, die sich einfach nicht abstreiten lassen. Zum einen geht es schnell, zum anderen fallen viele Ideen auf ein und den selben Entwurf. Die Schweizer Leute von Display haben sich die Mühe gemacht, ein solches Tool in Flash zu realisieren, und das ist auch schon gar nicht schlecht, was der erste Prototyp uns da zu erzählen weiß. Das Prinzip basiert auf einer Clipart-Library, aus der man sortiert nach Themen verschiedene Objekte auf das Desk ziehen kann. Die kann man dann färben, vergrößern und all die anderen Sachen, die man mit Vektoren noch so anstellen kann, sind hier möglich. Naja, zumindest rudimentär. Auf jeden Fall sollte man auf die heiß erwartete Zeichenfunktion gespannt sein. Nett.

amihotornot

Bin ich heiß oder nicht? Ich wähle “only woman” im Pulldown Menü, bekomme eine junge Dame zu sehen, gebe ihr eine Fünf und merke, dass ihr schon 3000 Leute vorher eine Wertung gegeben haben. Liege gar nicht so schlecht, da ihr Durchschnitt bei 5,5 steht. Die nächste Frau bekommt eine 9 von mir und insgesamt geben sie ihr 9,5 (10 ist Hot). Im Messageboard fragt sie dann unschuldig nach ihrer Wertung, und siehe da, man kann auf ihre Yahoo Member Page klicken. Dort komme ich auf ihre Homepage, auf der ich nach meinem Alter gefragt werde und mich ein Adultbanner mit “TeenSteam»” anlächelt. Heiße Ware auf Bestellung!

levisxfutura

Levis will unsere Herzen haben, wenn es sein muss eben mit Geld. Herr Futura wurde dafür zu Rate gezogen und beliefert uns täglich mit 700k Flashfilmen – womit der Bogen zum Anfang wieder gespannt wäre und wir uns beruhigt schlafen legen können.

About The Author

Elektronische Lebensaspekte.