Text: Sidstation aus De:Bug 21

Sidstation- C64 als Synthesizer c nerk@de-bug.de Anfang 1981 wurde der legendäre C64, der zumindest in Deutschland wohl am weitesten verbreitete Heimcomputer der Achtziger, entwickelt. Geplant war ein Spielecomputer, und dafür benötigte man natürlich einen leistungsfähigen Soundchip, der den Vergleich zu den damaligen Videospielkonsolen nicht zu scheuen brauchte. So wurde ein kleines Team bei MOS Technology unter Leitung von Robert Yannes damit beauftragt, in kürzester Zeit diesen Chip mit dem Namen Sound Device Interface (SID) zu entwickeln. Nach knappen fünf Monaten war das Teil dann auch bereits fertig entwickelt, obwohl, laut Yannes, kein Mitglied des kleinen Teams zu Anfang wirklich wußte, wie ein solcher Chip überhaupt zu realisieren wäre. Durch den extremen Zeitdruck bei der Entwicklung wurden einige Funktionen und Möglichkeiten in der technischen Spezifikation schlicht vergessen, andere nie voll implementiert. Trotzdem war der SID Chip ein voller Erfolg, was man auch heute noch an den unzähligen Websites sehen kann, auf denen sich mit dem SID Chip erzeugte Tracks und Softwareemulatoren tummeln. Fast zwanzig Jahre später schickt sich nun die kleine schwedische Hardwarefirma Elektron ESI an, aus drei dieser Chips einen Midisynthesizer namens Sidstation zusammenzubasteln. Im Aluminium-Pult Case mit alphanumerischer Tastatur (gibt der Sidstation das Flair irgendeines skurrilen Akustikkopplers aus den Achtzigern), einem Jog-Dial, einer gelben LED-Anzeige und vier knubbeligen Potentiometern verbergen sich die SID Chips und ein Motorola Prozessor zur Steuerung. Anschlußtechnisch stehen MIDI IN/OUT/THRU und Audio IN/OUT (!!) zur Verfügung. Die Betriebssoftware befindet sich zwar noch im Betastadium, nichtsdestotrotz stehen folgende Features bereits fest: die Grundwellenformen sind Triangle, Sawtooth, Pulse, Mixed und Noise, alle drei Oszillatoren sind zum Ringmodulator oder per Hardsync synchronisierbar. Weiterhin gibts Pulsweitenmodulation, individuelles Portamento für alle drei Oszillatoren, unabhängige Arpeggiatoren, vier frei routbare LFOs und einen Resonanzfilter, der wahlweise Lowpass, Bandpass, Highpass oder eine beliebige Kombination daraus sein kann. Neben den bleepig-nölig-krachigen Sounds mit dem eigenartigen Arpeggiator von C64 Spielen lassen sich mit der Sidstation auch völlig andere, strange Klangereignisse erzeugen, aber auch als analog-klingender Basssynthesizer ist das Gerät gut einzusetzen. Im nächsten Heft gibts dann, so die Software fertig ist, einen ausführlichen Test. Preis: ca. 500 $ Info: http://www.sidstation.com - Seite des Herstellers der Sidstation mit ein paar Samples http://www.hyperreal.org/music/machines/categories/software/info/C64.SID-chip - detaillierte Beschreibung des Chips http://stud1.tuwien.ac.at/~e9426444/main2.html - weitere Infos zum SID Chip - große Menge an SID Tracks zum Download - SID – Emulatoren - Infos zu Geräten, in denen sich SID Chips befinden

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Elektronische Lebensaspekte.