Das James-Duo weiß, wie man Sequenzen in den Irrsinn treibt. Ihr Baby MAPS macht so richtig Laune auf endloses Jammen.
Text: Benjamin Weiss aus De:Bug 106

Musiktechnik

Signal Arts MAPS
Abgedrehter Hardwaresequenzer

Die kanadische Firma Signal Arts, die eigentlich nur aus Jeffry James und Renee James besteht, hat genau ein Produkt im Programm: den Hardwaresequenzer MAPS (Midi Analog Performance Sequencer). Der kleine metallene Kasten ist sehr robust verarbeitet und bietet als Bedienelemente eine hintergrundbeleuchtete, gut ablesbare LCD-Anzeige, vier Buttons zur generellen Steuerung und Navigation sowie acht Buttons und solide Endlosdrehregler für die Sequenzen.

Übersicht
Der MAPS besitzt 24 Bänke mit je acht Sequenzen à acht Steps. Jeder Step kann in seiner Länge, Notenlänge, Velocity, Tonhöhe, Slew Rate und einem weiteren frei wählbaren Midicontroller editiert werden, was natürlich bei laufendem Sequenzer geht. Bei Bedarf kann man auch die erzeugte Sequenz automatisch einer von 50 verschiedenen Skalen unterwerfen, wobei nicht übereinstimmende Noten entsprechend abgeändert werden. Klingt erst mal nicht so speziell, aber eigentlich geht es jetzt erst richtig los. Jede Sequenz kann mit einer oder mehreren anderen verkettet werden (so sind Sequenzen mit bis zu 1536 Steps möglich), unabhängig oder synchron zu den anderen gestartet werden (bei Bedarf auch extern über den eigenen Midikanal) und kann ihre Daten auf einem Midikanal (32 sind verfügbar, verteilt auf zwei Outs) und/oder einem der drei CV/Gate Outs senden. Die Sequenzen können sich aber auch gegenseitig modulieren, und zwar was Pitch, Velocity, Midicontroller angeht. Wirklich abgedreht wird’s mit den Trigger Modes: So kann man zum Beispiel eine Sequenz mit jedem Trigger-Impuls (per Taste, durch eine Midinote, oder auch durch eine andere Sequenz ausgelöst) neu starten oder abhängig von der Länge des Trigger-Impulses die Notenlänge in der Sequenz bestimmen. Das ist zwar noch längst nicht alles, aber man kann sich in den vielfältigen Möglichkeiten im positiven Sinne ganz gut verirren. Auch wenn es durchaus ein paar Hardwaresequenzer der neueren Art gibt, die CV ausgeben können, so lässt sich der MAPS auch von CV extern modulieren, was wieder pro Sequenz definiert werden kann.

Fazit
Der MAPS ist auf jeden Fall ein Spezialist, wenn es darum geht, auch ältere Synths und Drumcomputer bequem ins Setup einzubauen und zu steuern. So ist er ein Midi to CV, CV to Midi, Midi to Gate, und Midi to Sync (alternatives gate) Interface in einem und erlaubt beinahe jedes elektronische Instrument, das in den letzten 35 Jahren gebaut wurde und sich extern steuern lässt, zu benutzen. Das ist aber eigentlich nur der Bonus, denn die Sequenzerfeatures des MAPS sind ziemlich einzigartig, wenn auch zunächst mit einer steilen Lernkurve behaftet. Er erweist sich danach jedoch als Tool, das zu stundenlangem Jammen verführt und einen vor allem durch die diversen Modulations-Features, manuellen Einstartmöglichkeiten und Triggermodes immer wieder mit ziemlich außergewöhnlichen Ergebnissen überrascht.
Der Preis ist allerdings ganz schön hoch. Angesichts der speziellen Fähigkeiten und der sehr guten Verarbeitung mit hochwertigen Bauteilen jedoch zumindest nachvollziehbar.

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Elektronische Lebensaspekte.