Partys als große Schlachtengemälde der Befreiung aus De:Bug 111


Irgendwas ist immer anders in England. Feiern ist da anders. Wir kennen die klassischen College-Besäufnisse nebst Gangbang und Rohypnol-Duschen, mit denen US-Kids gelegentlich malträtiert werden. Aber dagegen zeichnet die UK-Fernsehserie “Skins” die Partys eher als große Schlachtengemälde der Befreiung. Die nach außen geworfene Psyche (gelegentlich auch mit kleinen Reststücken vom Vortag) auf einer Leinwand, die eigentlich schon wieder viel zu groß ist für den kleinen Screen.

Dabei ist Skins irgendwie vor allem eine Kinderserie. Sowas wie die Fortsetzung der hierzulande z.B. längst vergessenen Schulhoffilme. Klassenkameraden kommen klar/haben Probleme/machen Unfug. Plot Ende. Auftritt Persönlichkeiten. Die magersüchtige Cassie, immer traumtänzerisch das Gleichgewicht zwischen Überdosis und Halluzination haltend, der Nietzsche des Clubs, Tony, Jal die Producer-Tochter mit Klarinettenbegabung und rappenden Brüdern, Sid, der immer so aussieht, als würde ihm irgendwo immer noch die braune Sauce von gestern hängen, und natürlich Chris, der Vorzeige-Drogensüchtige mit einer Trophäen-Wand voller Arzneimittelpackungen. Jeder völlig überzeichnet, jeder absolut glaubwürdig. Und dazu mittendrin immer auch noch grandiose Oldschool-Hits, zu denen alle abfeiern, wie “Original Nuttah”. New Rave kann eigentlich schon wieder einpacken.

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Elektronische Lebensaspekte.