Als direkter Nachfolger des legendären "FatCat" Stores ist Smallfish nicht nur eine der wenigen erstzunehmenden Adressen für elektronische Musik in London, sondern auch ein Paradebeispiel für einen funktionierenden Online-Shop.
Text: Oliver Köhler aus De:Bug 54

Der emulierte Plattenshop
Online-Einkauf bei Smallfish.co.uk

“We’re about to search through 15,000 titles. It might take a couple of minutes!” Wer sich in der virtuellen Filiale des Londoner Plattenshops Smallfish einfindet, wird von der zwar minimalen, aber doch liebevollen Präsentation der Tonträger überrascht. Hier beschränkt sich das Informationsangebot nicht nur auf Titel, Preise und karge Beschreibungen wie bei den meisten Indie-Läden. In mühseliger Kleinstarbeit wurden fast alle Schallplattenetiketten eingescannt, pro Platte von jedem Track dreißig Sekunden lange Ausschnitte aufgenommen und ein kleiner Textfetzen dazugedichtet und das dann in übersichtlicher Form dargestellt. Das Credo: Jede Platte muss ansatzweise gesehen und gehört werden können. Und die Formel geht auf. 1998 wurde Smallfish zunächst rein virtuell als Online Musikversand für den Elektronikbereich gegründet. Zwei Jahre später folgte der tatsächlich begehbare Laden in der hippen Gegend um die Londoner Old Street. Ein Plattenladen im klassischen Sinn mit inzwischen vier Jahren Erfahrung im Online-Handel also. Mitinhaber Nick Turner glaubt an Vinyl und seinen Erfolg in der extrem pragmatischen Einsicht, dass dem Vinyl “eine unvergleichbare physische Präsenz” innewohnt. Und mit der Site wird ein Teil dieses Appeals emuliert. Statt in Plattenregalen zu stöbern, soll das Online-Wühlen so plastisch wie möglich werden. Das ist gelungen.

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Elektronische Lebensaspekte.