Text: jörg koch aus De:Bug 01

Softmoderne Online – Elektrobriefe, die neueste Literatur betreffend
http://www.icf.de/softmoderne

Vom 5.-7. September findet zum dritten mal die Konferenz ÔSoftmoderneÕ – oder ãdas Festival der NetzliteraturÒ – in Berlin statt. Zehn Jahre nach dem Erscheinen der ersten Hyperfiction (Michael Joyce veröffentlichte 1987 die erste auf Diskette) ist die Softmoderne mittlerweile die einzige Konferenz in Deutschland, welche sich explizit mit der Sprache bzw. Literatur der Informationsgesellschaft auseinandersetzt. Damit sich die Besucher schon mal einstimmen können, haben die Veranstalter Stephan Porombka und Hilmar Schmundt kurzerhand auch ein Online-Magazine gleichen Namens gegründet. Man täte ihnen sicherlich nicht Unrecht, wenn man es eher als eine Textsammlung denn Magazine umschreibt. Unprätentios (nun ja, sie sind schon bestimmt ehemalige Germanistikstudenten…) kommen sie daher und wollen, Òohne das hohe Lied der Buchkultur zu singen oder die flachen Texte der Postmoderne nachzuplappernÒ, ein Forum für Literaturkritik der Hyperfiction und des Hypertexts anbieten. Spärlich-elegantes Interface ohne Illustrationen lädt zum Lesen der Essays und Artikel ein, die in drei Bereiche – Hyperkultur, Netzliteratur und Online-Journalismus – abgelegt sind. Die Autoren sind Literaten wie Norman Ohler, der seinen Roman ãDie QuotenmaschineÒ zuerst im Netz veröffentlichte, und altbewährte Degen des deutschen Netz-Journalismus – kann man etwas mit Peter Glaser falsch machen?
Dennoch: Das Streitgespräch über Online-Journalismus zweier Vertreter des Bildungsbürgertums, Redakteure der ZEIT, evoziert bei mir längst vergessen geglaubte Kindheitserinnerungen an die zwei Opas aus der Muppet-Show-Loge. Wenigstens etwas.
Definitiv abchecken, diese ÒElektrobriefe, die neueste Literatur betreffendÒ.

jörg koch

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Elektronische Lebensaspekte.