Text: janko roettgers | janko@debug-digital.de aus De:Bug 51

Zukunft des DJs
Kleiner Mixsoftware-Guide

BPM Studio

Wird für seine Professionalität und Zuverlässigkeit geschätzt, sieht aber saulangweilig aus. Typischer CD-Consolen-Clone. Gibt’s auch als ultrateure Gastro-Version für Fast Food-Rocker. Kostenpunkt: 100-1600 DM. Nur für Windows. http://www.alcatech.de

Deejaysystem Mk1

Der freundliche Player für alle, die nicht das allerneueste Notebook mit sich rumschleppen. Startet pro Aufruf einen getrennten Player im CD-Look-alike-Design. Schön schlank und übersichtlich, ohne BPM-Matching-Mätzchen. In der professionellen Version bis zu 0.001% genau pitchbar, macht aber auch als Freeware eine gute Figur. Kostenpunkt: Nix bis 40 Dollar. Gibt’s nur für Windows. http://www.avatarcreations.com/djs/

Final Scratch

Definitiv der heißeste Scheiß für alle DJs, die trotz MP3s nicht auf ihre gewohnten Decks verzichten möchten. Spezielle Vinyl-Platten spielen kodierte Signale ab, mit denen wiederum das Abspielen des MP3s am angeschlossenen Computer gesteuert wird. Hawtin und Acquaviva garantieren für ein minimales Interface in Kombination mit maximalem DJ-Feeling. Hat man es einmal gesehen, will man es haben. Kostenpunkt derzeit rund 1000 Dollar für Software und USB-Anschlussbox. Das ist zwar viel Geld, aber dafür ist die 4-Kanal-Soundkarte gleich integriert. Und die kostet ja als Notebook-Version sonst auch gut und gerne 900 Mark. Systeme: Derzeit nur BeOS, bald auch Linux. Und von da aus sollte es bis zu einer Mac OS X-Version auch kein weiter Weg mehr sein. http://www.finalscratch.com

Mixmeister

MP3s mixen für Kontrollfreaks. Hier lässt sich alles minutiös arrangieren, übereinander schichten und dann per Knopfdruck abspielen. BPM-Steigerungen innerhalb der Tracks inklusive. Das Tool für Trance-DJs, die endlich auch mal eine dieser tollen Mix-CDs machen wollen. Kostenpunkt: 40 Dollar. System: Windows. http://www.mixmeister.com

MixVibes Pro

Startet default-mäßig mit drei Playern. Wer sich davon unterfordert fühlt, kann auch bis zu 16 auf den Monitor bringen, die man dann über bis zu vier Soundkarten ausgeben kann. Beziehungsweise eine Event Gina oder vergleichbares. Was aber keiner wollen wird, weil die Dinger mal wieder 1:1 aussehen wie CD-Player-Clones. Hässliches Interface eben. Trotzdem ein paar interessante Features, wie z.B. zehn detailliert beschriftbare Cue-Points. Kostenpunkt: 0-80 Dollar. System: Windows. http://www.mixvibes.com

MJ Studio

Lowcost-Software, mit der man trotzdem ein bisschen Spaß haben kann. Nix für professionellen Einsatz. Kostenpunkt: 35 Dollar. System: Windows. Gibt’s in Deutschland über den bhv-Verlag bei Kaufhof & Co, ansonsten im Netz bei http://www.d-lusion.com

Music & Video PlayR Deluxe

Die Mix-Software aus dem Hause Magix kommt jetzt auch mit Wavetable-Display sowie einer DirectX-Schnittstelle für Effekte daher. Was gut ist, natürlich. Ansonsten kann das Ding noch Videos mixen, Slideshows erstellen, Tracks aus dem Netz ziehen, Streams hören … Waschen, Bügeln, Essen kochen. Aber braucht man das alles im Club? Kostenpunkt: 100 DM. System: Windows. http://www.magix.com

PCDJ

Lässt sich in der Profi-Version auch mit dem Numark DMC-1 MP3 Controller steuern. Die kostenlose Version dagegen verlangt eine Zwangsregistrierung und blendet zielgruppengerechte Werbebanner ein. Außerdem will das Ding sich ständig selbst konfigurieren und produziert dabei nur Fehler. Etwas dubios das alles. Kostenpunkt: 0-200 Dollar, mit Hardware etwa 400 Dollar. System: Windows. http://www.pcdj.com

Tactile

Endlich mal was für die MAC-Fraktion. Sieht sehr nett aus. Wählt man eine neue „Platte” aus, schwebt diese wie von Geisterhand aufs Deck. Sogar einen 33/45-Schalter gibt’s, wozu auch immer. Nix für Profis, da man zumindest mit der MAC-Version bisher nicht mal vorhören kann. Aber das Spielkind in uns allen hat damit garantiert seinen Spaß. Kostenpunkt: Nix, Tactile ist seit ein paar Monaten Open Source Freeware. Systeme: MAC & PC. http://www.tactile12000.com

Traktor

Von Native Instruments. Muss man mehr sagen? Okay: Mit Wavetable-Ansicht, Filtern, Loop-Funktion, sehr akkuratem BPM-Matching (doch, wirklich!), getrennt von der Musik aufnehmbaren Mixfiles. Extrem cool. Kommt in der Profi-Version mit Mixen von Rob Playford, SCSI 9, Jake Mandell, Kirlian und anderen alten Bekannten. Kostenpunkt: 100 Mark für Light-Freunde, 300 Mark für Alleshabenwoller. System: Bisher nur PC, irgendwann auch MAC. http://www.traktor-dj.com

Virtual Turntables

Ein Klassiker. Sauhässliches Interface, aber immer noch ein sehr interessantes Innenleben. Schnittstellen für Effekt-Plug-Ins, spielt auch ungewöhnliche Dateiformate ohne Probleme ab. Komfortable Verwaltung der Soundkarten-Ausgänge. Der Programmierer sucht übrigens grad ein paar Leute, die ihm das Ding abnehmen und weiterentwickeln wollen. Kostenpunkt: 42 Dollar Shareware. System: Windows. http://www.carrotinnovations.com

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Elektronische Lebensaspekte.