Die Social Net-Bible ist ein funkelnder Regenbogen. So geschehen als Chris Harrison, Computerwissenschaftler aus Pittsburgh, Computerdatensätze des Pastors Christoph Römhild von Querverweisen aus dem Buch der Bücher erhielt und diese mit ihm gemeinsam in Form dieses Bogendiagramms digital visualisierte.
Text: Ji-hun Kim aus De:Bug 120

Lumineszierende Datenvisualisierung

Die Social Net-Bible ist ein funkelnder Regenbogen. So geschehen als Chris Harrison, Computerwissenschaftler aus Pittsburgh, Computerdatensätze des Pastors Christoph Römhild von Querverweisen aus dem Buch der Bücher erhielt und diese mit ihm gemeinsam in Form dieses Bogendiagramms digital visualisierte.

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Grafiken: Chris Harrison

Es werden Verknüpfungen sichtbar gemacht, die sonst in der Buchstabenwüste untergehen. Es wird ein visualisierter Zugang zum ewigen Wort geschaffen, der versucht analytische Metakontexte zu verdeutlichen. 63.000 Querverweise spielen hier Phosphorfederball auf zehnstündiger Belichtungszeit. Was hat uns dieses offenbarend lumineszierende Geschöpf von Datenvisualisierung zu sagen? Jeder Bogen stellt einen Querverweis in der Bibel dar.

Die spektralen Farben dienen zwar rein ästhetischen Aspekten, sollen jedoch eine einfachere Distinktion ermöglichen. Der untere Balken rastert sich in die einzelnen Kapitel auf. Die vertikale Länge entspricht der Anzahl der Verse und die Grauabstufungen trennen die verschiedenen Bücher voneinander ab. Man kann sich darin verlieren, den Farb- und Bogenverläufen zu folgen. Rein- und Rauszuzoomen. Denn dies ist von Harrison so gewollt: Diese Visualisierung soll eher ästhetisch anmutend denn funktional sein.

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Die Social Net-Bible ist ein riesiges Fischernetz der Namen. Es geht auch mehr Metadata. Der komplette Hintergrund ist in dieser Datenvisualisierung die gesamte Bibel. Harrison extrahierte hier alle Namen und Orte, die vorkommen (2619 an der Zahl) und koppelte die Häufigkeit des Aufkommens mit der Fontgröße. Umso größer, desto häufiger also. Kommen mehrere Namen im gleichen Vers vor, so wurden diese miteinander verbunden.

Es entsteht so ein Social Network der Personen und Plätze, die in der heiligen Schrift vertreten sind. Auch die Chronologie wurde berücksichtigt, so lassen sich Moses und Abraham recht weit oben finden, also im Alten Testament, und Jesus Christus ist demnach am unteren Bildrand neutestamentarisch positioniert.

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MyGod hat so einen schönen Überblick über MyIsrael, so als hätte er sich in jahrelanger Arbeit an der Montessorischule an einem überdimensionalen Curvestitchingbild versucht und an die noch leerstehende Wolkenwand gehängt. Chris Harrison beteuert übrigens, dass ihn keine religiösen Ambitionen zu diesem Projekt getrieben hätten, sondern der Reiz der Bibel als historischer Text ausschlaggebend gewesen sei. Als würde man sich als Computerwissenschaftler gänzlich unterminieren, anderen als rein säkularen Interessen nachzugehen.

http://www.chrisharrison.net/projects/bibleviz/index.html

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Elektronische Lebensaspekte.

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