Der Sample Editor Peak bekommt mit der neuen Version von Spark ernste Konkurrenz. Hervorragende PlugIns und direktes CD-Brennen aus dem Editor machens möglich. Einzig der Preis für die TDM-Version stört den guten Eindruck.
Text: benjamin weiss, [nerk@de-bug.de] aus De:Bug 38

/musiktechnologie Spark 1.6 XL Sampleeditor mit TDM Support Vor knapp einem Jahr kam die erste Version von Spark, einem Sample Editor, der vom Aufbau her stark an Bias Peak angelegt ist, auf den Markt. Inzwischen ist die Version 1.6 bzw XL erschienen, die erstmals auch die Integration in TDM Systeme erlaubt und mit 24 Bit / 96 kHz Auflösung bei einer internen Auflösung von 32 Bit arbeiten kann. Oberfläche & Bedienung In punkto Übersicht ist Spark ein leuchtendes Beispiel: im sogenannten Browser View werden die wichtigsten Informationen wie geladene Files, der Wave Editor und die Play List übersichtlich und praktisch angeordnet in einem Fenster dargestellt. Der Master View ist das zweite Fenster und zuständig für die Darstellung der Effekte, des Routings und die Masterpegel. Dazu kommt schliesslich noch das Transportfenster mit den üblichen Funktionen. Praktisch und gut umgesetzt ist das Scrub-Jog Shuttle, mit dem man Tonband-like im Audiofile vor- und zurückscrubben kann. Neu ist auch der Cut Editor, mit dem sich zwei Übergänge gleichzeitig komfortabel erstellen lassen, auch wenn die Darstellungsweise zunächst ein wenig kryptisch daherkommt. Wichtig für einen Sample Editor ist natürlich auch eine komfortable Stapelverarbeitung von Samples was durch den Batch Converter möglich wird: hier können haufenweise Audiofiles eingeladen werden, deren Format, Auflösung, Sample Rate und Dithering automatisch nach den Voreinstellungen vorgenommen wird, ohne dass man auch nur einen Finger rühren muss. In diesen Prozess lassen sich ebenso die internen Spark-, als auch VST Plug-Ins ansprechen. Export Audioseitig sind die Exportmöglichkeiten zwar keinesfalls erschöpfend, aber doch mit den wichtigsten Formaten ausgestattet. Neben MP3- und Quicktime Export stehen hier die üblichen Formate Aiff, SD2 und WAV zur Verfügung, wahlweise in 8, 16 oder 24 Bit Auflösung. Mittlerweile kommt Spark im Bundle mit Toast Pro, so dass sich direkt aus den Playlists von Spark CDs brennen lassen, was zweifellos sehr praktisch ist. Ausserdem kann die Play List auch als Adaptec Jam Image exportiert werden. Auch die Kommunikation und die Anzahl der unterstützten Sampler, die wahlweise über SCSI oder MIDI mit Spark kommunizieren können wurde erweitert: Akais S1000 bis 3000, die ESIs und E4s von EMU, Yamaha A3000, EX5, EX7, EX5R, SY85 und SY99 sowie Kurzweils K2000 und 2500 und der Roland S 760. Darüber hinaus wird samplerseitig alles unterstützt, was das SMDI Protokoll versteht. Plug-Ins Spark kommt mit einem ganzen Bündel an eigenen Plug-Ins, die auch unter VST laufen, wovon die meisten zwar recht einfach gehalten sind, soundmässig aber doch überzeugen können: BandPass, CutFilter, Delay, Expander, FuzzSat (Verzerrung mit Bandsättigung kombiniert), Grainalizer, OneBand, ResFilter (Resonanzfilter), ReVerb und ThreeBand. Aber auch zwei hochwertige Mastereffekte sind mit an Board: TC MaxIt und TC Native CL. MaxIt ist ein komfortabler Maximizer und Native CL eine Mastering Kombination aus Kompressor, Limiter und Maximizer. Beide sind in der Audioqualität durchaus mit den teureren Waves Mastering Plug Ins vergleichbar. Neben den hier genannten Plug-Ins bietet die XL Version zwei neue: einen DeNoiser und einen DeClicker. Bisher gab es auf diesem Sektor nur bedingt einsatzfähige Plugs, deren Ergebnisse nicht gerade zu überzeugen vermochten, ganz anders sieht es da bei diesen beiden neuen aus. Der DeNoiser arbeitet intern mit 32 Bit Auflösung und kann die Charakteristik eines Rauschsignals per Fingerprint lernen. Das Ergebnis ist überraschend fein und beeinflusst den Frequenzgang nur wenig. Besseres habe ich in diesem Bereich noch nicht gehört. Das gleiche gilt auch für den DeClicker, der selbständig und recht zuverlässig Clicks aufspüren und entfernen kann. Kommen wir nun zum Highlight der Plug-In Sektion von Spark: der FX Machine. Hier können sämtliche Spark- und VST-Plug Ins verschaltet werden, so dass sie in einem Zug auf das Audiofile gerechnet werden, was sich natürlich auch vorhören lässt. Ein nettes Feature, zumal sich so erzeugte Plug-In Konfigurationen auch in Cubase VST einbinden lassen. Performance Spark geht verhältnismässig schonend mit den Rechnerressourcen um, was auch für die FX Machine gilt, und so lässt sich auch mit älteren Rechnern der Vor – G3 Generation noch vernünftig mit Spark arbeiten. Ansonsten erwies Spark sich als sehr absturzsicher, auch extreme Belastungen konnten ihm stabilitätstechnisch im Test nichts anhaben. Insgesamt kann sich Spark durchaus mit Peak messen und ist stellenweise dem Konkurrenten von Bias überlegen. Welchem Programm man den Vorzug gibt, hängt von den persönlichen Präferenzen ab, Vorteile gibt es auf beiden Seiten; auf der Haben-Seite von Spark sind das vor allem die FX-Machine sowie die komfortablen Transport- und Batch Converting Möglichkeiten sowie das Brennen direkt aus dem Sample Editor. Warum heutzutage eine TDM-Version eines Programms aber immer noch beinahe doppelt so viel kosten muss, bleibt vor allem dann unverständlich, wenn die TDM Unterstützung nur für die neuste TDM Hardware (die auf der DIGI001 beruht) funktioniert. Auch die zwei zweifelsohne hochwertigen Restaurationstools DeNoiser und DeClicker sind einen derartigen Aufpreis nicht wert, denn ansonsten haben Spark und Spark XL die gleiche Funktionalität und Ausstattung. Spark XL (preisbedingt): *** Spark: ****

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Elektronische Lebensaspekte.