Elektronika sucht konstruktive Zusammenstöße aus De:Bug 112


Im Spannungsfeld zwischen Ambient und Klassik entstehen gerade die interessanteren Elektronika-Alben. Elektronika war immer die Kammermusik des Clubs. Die Bassdrum auf dem Dancefloor und die Zuhörmusik in der Lounge einte eins: elektronische Sound-Innovation. Dieses Feld ist abgegrast. Zehn Jahre nach Glitch orientiert sich Elektronika um. Kompositionsprinzipien und Klangbilder aus der Klassik sind ein Fundus, der neue Reibungen und konstruktive Zusammenstöße verspricht.

Wenn Elektronika sich das Klassikgewand anzieht, führt das zum Glück nicht zu so plakativem Crossover wie Deep Purple plus London Symphonics. Jetzt werden Pärt oder Gorecki nicht mehr nur auf ihre gewichtigen Effekte abgeklopft, es wird nach ihrem Beispiel komponiert. Von diesem unakademischen Experiment können beide Seiten nur profitieren.

Unser Special zu Elektronika aus dem Geiste der Klassik mit Hauschka, Rafael Anton Irisarri, Takeshi Nishimoto, Stars of the Lid, Cinematic Orchestra – und einem demütigen(den) Rundumschlag von Christian von Borries.

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Elektronische Lebensaspekte.