Essay-Sammelband von Stephan Porombka und Mathias Mertens
Text: Anton Waldt aus De:Bug 149

Man muss definitiv eine Hemmschwelle überwinden, um dieser Tage einen Schlaumeier-Sammelband über Facebook in die Hand zu nehmen und dann auch noch tatsächlich darin zu lesen. Umso größer die freudige Überraschung, die “Statusmeldungen” bereitet, weil die hier versammelten Schlaumeier einfach als aufmerksame, neugierige Zeitgenossen Bemerkenswertes zum Blockbuster des Social Web darlegen, ohne dabei hypeheischend, akademisch verquast oder dünkelhaft daherzukommen.

Das liest sich in den besten Fällen flockig und erzählt gleichzeitig von der mehr oder weniger gelungenen Nutzung eines neuen Ortes des halböffentlichen Soziallebens, an dem die Zumutungen moderner Lebensläufe manchmal tatsächlich kompensiert werden können. Oft ist Facebook natürlich auch nur interessant oder obskur und nicht zuletzt schrecklich langweilig.

Die Prämisse des Bandes: Facebook ist eine flüchtige Episode, deren Verfallsdatum bereits bedrohlich näher rückt, womit auch klar ist, dass das Brimborium niemals zu ernst genommen werden sollte und die Texte angenehm spielerisch über die Browser-Bühne hüpfen und hoppeln. Zum Reinlesen finden sich auf der Seite des Verlags dankeswerterweise gleich eine Hand voll der insgesamt 14 Beiträge.

Porombka/Mertens (Hg.)
Statusmeldungen – Schreiben in Facebook
Blumenkamp Verlag
http://www.katrin-blumenkamp.de

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