Klein, klobig und recht roh im Sound: Gitarreneffekte zum Drauftreten (von besonders taktvollen Zeitgenossen gerne auch Tretmienen genannt) kennt eigentlich jeder. Die tschechische Firma DSound hat jetzt ein paar der gängigsten Gitarreneffekte (WahWah, Chorus, Compressor, Flanger, Equalizer und Noisegate) als PlugIn Bundle für VST und DirectX zusammengefasst und unter dem Namen StompinFX Vol.1 auf den Markt gebracht.
Text: Benjamin Weiss aus De:Bug 42

Stompin FX Vol.1

Gitarreneffekte in VST und DirectX

Allgemeine Funktionen
Jedes der sechs Plugs hat die folgende Basisoberfläche: den Trittschalter zum aktivieren und deaktivieren; vier Presettasten; einen Compare Button, mit dem zwei Einstellungen verglichen werden können, sowie ein Option Pad, mit dem die Darstellungsgröße definiert und Presets geladen und abgespeichert werden können und ein Display, in dem die gerade bearbeiteten Werte dargestellt werden.

AutoWah
Das AutoWah ist, wie der Name schon zart andeutet, ein Wah-Wah. Für alle, die den Effekt nicht kennen, hört euch die Gitarre vom Theme von Shaft von Isaac Hayes an. Anders als bei den Hardware Wah-Wahs kann man natürlich nicht rhythmisch draufrumwippen, sondern muss die Aktivierung über verschiedene Parameter steuern. Dafür stehen als Drehregler zur Verfügung: Sensitivity (Empfindlichkeit), Rate (steuert die Geschwindigkeit der Modulation), Depth (kontrolliert die Breite des Effekts, will sagen, die Bandbreite des Frequenzbereichs, in dem gewahwaht wird) und Center (definiert den Frequenzbereich, in dem das WahWah arbeitet).
Darüber hinaus gibt es noch zwei verschiedene Modi, die per Switch zu wechseln sind: Modus A sorgt dafür, dass bei höherer Einstellung der Empfindlichkeit auch ohne Input ein Wah-Wah erzeugt wird. Je kleiner der Sensitivity Wert gestellt wird, desto mehr reagiert das WahWah nur auf sehr lauten Input. Bei maximaler Einstellung der Empfindlichkeit passiert nichts. Modus B verhält sich genau umgekehrt. Das AutoWah klingt ziemlich gut und bietet eigentlich alle Parameter eines Hardware WahWahs, allerdings wäre eine zusätzliche automatische Synchronisation zum Sequenzertempo als Option nicht schlecht.

Chorus
Der Chorus Effekt ist sehr einfach gehalten: zusätzlich zu den für alle Effekte vorhandenen Parametern gibt es hier die Drehregler Mix (für das Mischverhältnis zwischen Effekt und Originalsignal), Rate (für die Modulationsgeschwindigkeit), Depth (für die Bandbreite der Modulation) und Stereo (je weiter dieser Regler aufgedreht wird, umso weiter wird der Effekt im Stereofeld gestreut).

Compressor
Auch der Compressor bietet nicht mehr als die klassischen Parameter: Threshold (definiert den Level, an dem der Kompressor in das Signal eingreift), Attack (für die Zeit, die der Kompressor braucht , um den Punkt der maximalen Gain Reduction (=Verleiserung) zu erreichen, je weiter Attack aufgedreht wird, um so länger dauert es), Release (kontrolliert die Geschwindigkeit, mit der die Gain Reduction wieder auf null geht, je weiter dieser Regler aufgedreht wird, desto länger dauert das) und Ratio (definiert den Zugriff des Kompressors auf das Signal oberhalb des Thresholdwertes, also wie stark Signalanteile oberhalb des Schwellenwertes komprimiert werden). Schliesslich gibt es noch einen A Gain Modus, der,, basierend auf den Threshold- und Ratio-Werten, dafür sorgt, dass bei starker Kompression der Lautstärkenverlust des Signals durch eine zusätzliche Verstärkung ausgeglichen wird.

Flanger
Der Flanger kommt mit vier Parametern: FX Tune (definiert das Delay zwischen Originalsignal und Effekt), Rate (Modulationsgeschwindigkeit) und Depth (Bandbreite der Modulation), sowie Regen (für den Feedbackanteil).

Equalizer
Der Equalizer arbeitet mit sieben Bändern (100 Hz, 200 Hz, 400 Hz, 800 Hz, 1,6 kHz, 3,2 kHz und 6,4 kHz), die als Schieberegler ausgelegt sind, sowie einem weiteren Schieberegler, der der Verstärkung dient. Alle Bänder können in einer Bandbreite von +18 dB bis – 18 dB wahlweise verstärkt oder abgeschwächt werden.

Noise gate
Das Noise Gate kommt mit gerade drei Parametern aus: Threshold (Schwellenwert, über dem das Noisegate zu arbeiten beginnt), Attack (analog zum Attack beim Kompressor die Geschwindigkeit, die das Gate zum Öffnen / Reagieren braucht) und Release (wie schnell sich das Gate wieder schliesst).

Performance, Bedienung und Sound
Die Performance lässt nichts zu wünschen übrig, da die gebotenen Funktionen ja auch nicht allzu komplex sind. Die Bedienung ist sehr übersichtlich und geht locker von der Hand. Der Sound entspricht weitestgehend dem der Hardware-Pendants. Am besten gefallen haben mir AutoWah und der Equalizer, der recht roh und gitarrenmässig zupackt, aber auch Chorus und Flanger haben einen guten Sound. Dass es bessere Kompressoren und Noise Gates gibt, ist keine Frage, die kosten dann aber gerne auch mal mehr als doppelt soviel, wie die StompinFX alle zusammen. Zum lernen und verstehen der grundsätzlichen Funktionsweise von Kompressoren und NoiseGates taugen die beiden aber allemal und sind auch als LoFi Effekte durchaus einsetzbar. Stompin FX Vol 2 wird zum gleichen Preis Anfang Dezember mit den Effekten Reverb, BPM Delay, Overdrive, AutoPan, Phaser und Tremolo erscheinen, ausserdem wurde noch ein weiteres Distortion Plug angekündigt.

Wer uns schnell eine Karte schreibt, Stichwort StompinFx Vol. 1, kann eins von drei StompinFX Vol. 1 Paketen gewinnen, bitte draufschreiben, ob es Mac oder PC sein soll! Die ersten drei Einsender gewinnen und der Rechtsweg ist natürlich ausgeschlossen.

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Preis: 350 DM
Systemvorraussetzungen:
PC: Microsoft® WindowsTM 95, NT4.0 oder neuer, DirectX, mind. Pentium 100, 32 MB RAM , Windows-kompatible Soundkarte
Mac : MacOS 8.1, VST 2.0 kompatibler Host, 180MHz 604e CPU mit L2 Cache, 32 MB RAM

dsound1

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Elektronische Lebensaspekte.