Text: Mercedes Bunz aus De:Bug 40

Der Strom erreicht Europa
Erstmalig diesen Herbst hier: Streaming Kongresse

Viele hoffen, dass es die nächste technologische Revolution im Netz wird: Streaming Media. Klar ist, dass die Liveübertragung von Bildern und Tönen sich im Netz durchsetzt, sobald hierzulande die Bandbreite etwas besser wird und mehr Daten durch die engen Ausgänge des Netzes in unsere Wohnungen flutschen können. In Amerika ist man da schon ein bisschen weiter und RealNetworks gehört zu einer der kommenden Firmen, an der man nicht mehr vorbeikommen wird – Apples Quicktime und Microsofts Windows Media wären die anderen Streaming Formate, die Anspruch auf die hohe Auszeichnung “Standard” angemeldet haben. Erstmals jedoch gibt es diesen Herbst auch in Europa größere Kongresse, die sich dem Format widmen, das – so hoffen manche – das Internet noch einmal neu definieren wird (und das Fernsehen gleich mit). Die Messe in Amsterdam: net.congestion, das Internationale Festival Streaming Media (6.-8. Oktober, De Balie, Kleine-Gartmanplantsoen 10, 1017 RR Amsterdam, http://www.balie.nl) ist dabei eher von der politischen Hoffung getragen, dass mit der Möglichkeit, das Netz als Fernsehformat zu nutzen, die Macht der Kabelkanäle ins Wanken gerät und jeder mit geringen Mitteln Fernsehen spielen kann. Die Messe in London dagegen – London Streaming Media Europe 2000, eine Konferenz und Ausstellung vom 10.-12. Oktober, Earls Court Center, Warwick Rd, London, SW5 9TA, http://www.streamingmedia.com/, setzt ihre Hoffnung ebenfalls in eine Revolution, aber eher in eine technologische, die Geld abwerfen soll, in Zukunft. Was von beiden Utopien eintreten wird, bleibt abzuwarten, aber spannend. Derzeit ist die Technik noch dermaßen in den Kinderschuhen, dass sowohl kapitalistische als auch gesellschaftliche Konsequenzen noch nicht einzuschätzen sind. Finden wir.

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Elektronische Lebensaspekte.