Handtaschen für Männer
Text: Verena Dauerer aus De:Bug 112


Auch wenn in Tokio jede Woche um die 200 Trends nebeneinander her schwirren, einer spitzt sich seit Jahren zu: Die Handtasche für Männer ist so präsent im Straßenbild wie noch nie, vom Geldbeutelchen am Riemen bis zur geräumigen Ledersporttasche. Lässig wird sie von den Jungs in Shibuya oder der Shoppingmeile Daikanyama über die Schulter geworfen, ganz damenhaft mit dem zierlichen Griff ums Handgelenk gebaumelt oder als robuste Gürteltasche für urbane Wanderungen genutzt. Eins dazu: Japanische Jungs scheuen sich auch nicht, alle möglichen Ansammlungen an Kosmetik und dergleichen mitzuschleppen – nicht so wie man eher in der westlichen Hemisphäre knapp das Wesentliche wie Geldbeutel, Kippen und Schlüssel dabei hat.

Ganz heiß sind im Moment die Taschen von Burberry, die mit dem Etikett groß vorne drauf gesichtet wurden – an stattlichen Geschäftsmännern mittleren Alters. Die Jüngeren stehen eher auf die femininen Linien und haben kleine Beutel, die an langen Riemen über die Schulter baumeln. Ausgestanzte Blumenmotive zieren die, und da die Marken immer und überall präsent sind, hat selbst Yves Saint Laurent ein verspieltes schwarzes Gürteltäschchen auf den Markt gebracht, um neben der angesagten Marke Porter-Yoshida & Company zu bestehen. Fahrradkuriertaschen sind auch dabei und haben es zu einer eigenen Ausstellung in einer Galerie gebracht – aber das ist schon wieder ein Thema für die Garderobe der nächsten Woche.

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Elektronische Lebensaspekte.