Mit Novelty-Sounds sollen sich die anderen beschäftigen. Steffen Laschinski setzt mit seinem Label Styrax auf zeitlose Klassik: Detroit.
Text: Sascha Kösch aus De:Bug 99


Parallelwelt Detroit

Mindestens ebenso stark wie Rave, Retro und erweiterte Minimal-Sounds gab es dieses Jahr eine davon unabhängige Parallelwelt, Detroit, und auch bei uns – nicht nur in Holland – entstanden neben Shed und Arne Weinberg Label, die einen mit ihrer Version von zeitloser Klassik beeindruckt haben, wie z.B. Styrax aus Berlin von Steffen Laschinski, das nach einer ersten Compilation und EP letztes Jahr diesen Herbst eine Serie von Styrax Leaves EPs herausgebracht hat, die Detroit in Berlin zurecht wieder ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt haben.

Warum Detroit?

Es gibt keinen anderen Sound, in dem man so viel Emotionen, Seelenvolles erleben und finden kann. Wir lieben Detroit und im Gegensatz zur Schnelllebigkeit der anderen Sounds können unsere Platten noch in 100 Jahren gehört werden, ohne alt zu klingen. Zeitlos eben. Detroit ist nur ein Teil von Styrax, es sind aber immer klassische Sounds, die uns beeinflussen. Basic Channel, Deephouse à la Ron Trent usw.

Welche Rolle glaubst du spielt Detroit in den Clubs?

Eine untergeordnete. Vielleicht auch, weil die meisten DJs keinen Mut mehr haben, Detroit zu spielen. Es gibt nicht mal mehr Clubs, die solch einen Sound überwiegend spielen, außer vielleicht bei Claus Bachor in Köln, und ich hoffe, dass der neue Tresor wieder eine Rolle spielen wird und sollte. Dass Detroit nicht tot ist, nie sterben wird, verstanden und gelebt werden kann, zeigen Amsterdam, Rotterdam, Glasgow und Japan.

Wie entwickelt sich Detroit?

Ich weiß nicht, ob sich Detroit in irgendeiner Form groß entwickelt hat. Ich finde es aber faszinierend, wie junge talentierte Künstler wie Don Williams, Shed oder Sven Weisemann ihren eigenen Sound entwickeln. Die Entwicklung wurde immer mit einer Welle von neuen Detroiter Künstlern in Verbindung gebracht, obwohl sich der Sound nicht wirklich weiterentwickelt hat …

Wohin wird es in der nahen Zukunft für dein Label gehen?

Harald Kratz, Thomas Linke und ich werden Lizenzierungen alter Tracks herausbringen, wie Ian Pooley oder Kim Rapatti, und unter anderem werden Künstler wie 2000 and One, Shed, Arne Weinberg, Don Williams und Reshape Platten veröffentlichen. Kontakte zu Claude Young und Octal Records gibt es auch und sie werden vertieft.

Was machst du außer Musik?

Auf einer Sklavenplantage arbeiten, wie es Arne Weinberg immer sagt, und nachdenken, wie ich Detroit nach vorne bringen kann.

About The Author

Elektronische Lebensaspekte.