iPad, Kindle, Sony PRS600, Samsung E6 und E101
Text: red aus De:Bug 140

Apple iPad: Das Traumbrett
Der neue feuchte Traum aller Cupertino-Fanboys muss sich im Alltag erst noch beweisen. Denn ob man wirklich ein auf knapp 10″ aufgeblähtes iPhone für die Couch braucht, darüber streiten im Moment nicht nur Analysten. Mit den aus der iPod-Welt bekannten und unerreichten Multimedia-Fähigkeiten ist es der Konkurrenz allerdings schon jetzt meilenweit voraus. Und mit dem iBook-Store wird Apple Amazon Feuer unterm Hintern machen: Die träumen nämlich im Moment noch von funky Farbdisplays. Aber vielleicht kommt auch alles ganz anders. Vielleicht wird es doch zu ermüdend, ganze Bücher in Farbe zu lesen und vielleicht ist die Lücke zwischen iPhone und MacBook, in die das iPad passen will, doch nicht existent. Bei einem 1GHz-Prozessor und bis zu 64GB Speicher jedoch ist es fast eine Verschwendung, dem iPad nicht die Voll-Version von OS X zu spendieren.
apple

Amazon Kindle: Der Solide
Der bisher erfolgreichste E-Book-Reader ist ein Eigengewächs des Online-Händlers Amazon. Das Gerät ist auch in seiner zweiten Version alles anders als sexy oder beeindruckend, aber es verrichtet brav und zuverlässig seinen Job: Buchseiten darstellen. Auf Farben und schnelle Reaktionszeiten beim Blättern verzichtet der Kindle, dafür ist das E-Paper-Display stromsparend und auch bei direkter Sonneneinstrahlung noch recht gut lesbar. Mit dieser Zurückhaltung auf der Funktionsseite fährt Amazon bislang recht gut und leistet so auch tapfer Pionierdienste für die nachdrängende Branche. Für Amazon geht die Rechnung wohl trotzdem auf, weil das Geschäftsmodell sich natürlich beim Verkauf der Inhalte entscheidet. Die kommen beim Kindle ausschließlich von Amazon, womit der Online-Händler die gesamte Wertschöpungskette kontrolliert. Ein absurder Nebeneffekt des Modells ist, dass sich das Kindle für Downloads auch hierzulande ins US-Mobilnetz von AT&T einwählt, weil bisher kein deutscher Mobilfunker zu Amazons Bedingungen kooperieren mag.
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Sony E-Book Reader PRS600: Der Vielseitige
Einer der ganz wenigen E-Ink Reader mit Touchscreen zeugt davon, dass Sony in diesem Feld immer schon die Nase vorn hatte. Handschrifterkennung, Stiftbedienung, Notizfunktion, guter Kontrast und brillante Verarbeitung sind weitere Merkmale, die von der Erfahrung sprechen, die Sony in diesem Bereich einfach hat. Dennoch gibt es ein paar Mankos, die man aber beim Preis von ca. 300 Euro durchaus in Kauf nehmen kann. Größere PDFs zu lesen macht auf dem 6-Zoll Bildschirm nicht unbedingt Spaß und ist aufgrund der Zoomformate auch etwas umständlich, wenigstens aber kann man sie einfach draufspielen, egal ob Mac & PC. EPUB geht natürlich ebenso. Und als Bonus lassen sich auch noch Word-Formate und sogar MP3s abspielen.
sony

Samsung E6 und E101: Der Aufgebohrte
Samsungs Einstieg in den E-Book Reader Markt kommt spät, aber mit einem gewissen Clou. Die Stift-Funktionen wurden hier extrem aufgebohrt, nicht zuletzt dank der elektromagnetischen Resonanztechnologie, und ermöglicht so direkte Notizen auf dem Text, wie man es von Büchern gewohnt ist. Die 6- bzw. 10-Zoll Reader kommen mit WiFi, Bluetooth und Sharing-Funktion untereinander (die natürlich mit DRM-geschütztem Material nicht funktioniert). Mit Preisen von 399 bis 699 Dollar sind die Reader im üblichen Preisniveau und erinnern durch den Slider für die Kontrollen im Design ein klein wenig an übergroße Handys.
samsung

Aus dem Special in De:Bug 140: PRINT: UNTER DRUCK

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Elektronische Lebensaspekte.