Weg von der Umhängetasche hin zum klassischen Rucksack
Text: Timo Feldhaus

Jeder Trend braucht einen kleinen Schubser. Und der bereits angebahnte Trend weg von der Umhängetasche hin zum klassischen Rucksack kann inzwischen nicht zuletzt auf die schmalen Schultern des schlaksigen Posterboy Julien Assange bauen. Denn der charismatische Daten-Märtyrer trägt immer Rucksack, genauer gesagt verschiedenste Techno-Rucksäcke mit Hacker-Zeug, immer auf einer Schulter und das mit so einer verwirrenden Lässigkeit.

Rucksack, das kann 2011 aber nur zwei Dinge bedeuten: Entweder man trägt ein möglichst klassisches, wirklich hochwertiges Modell, das so wenige Farben wir möglich auf sich vereint. Oder aber man geht zurück zu Techno. Funktion, Flüssigkeit, Moderne. Wir haben vier topaktuelle Beispiele für euch ausgemacht.
Das Eastpak Original, ein Design-Klassiker, einfach, genügsam und oft imitiert, wurde hier aus robustem Wildleder hergestellt und kann einiges aushalten. Merkmale wie gehabt: Schulterriemen, DinA4 Format, mehrere Fächer.

Pointer X Porter
Unsere Lieblings-Sneakermarke Pointer arbeitet unterdessen mit der traditionellen japanischen Taschen-Brand Porter zusammen, die seit 1935 zeitlose Konfektionsware machen. Bei dem Remake von 1940 handelt es sich um eine Ableitung des Porter Work Bag, auf dem Foto kaum sichtbar: Das Innenfutter ist in klassischem Porter-Orange gehalten, damit man all sein Zeug im dunklen Inneren der Tasche finden kann.

Freitags “Reference Bag” der Saison ist derweil der amerikanisch-schwedischen Verlegerfamilie Bonnier gewidmet, der gleichnamige Rucksack wird wie gehabt aus LKW-Plane hergestellt, er ist einem Seesack nachempfunden und ein Tribut an Bonniers Segelmagazin “Yachting”. Das Knallblau macht viel her, aber die Reference-Produktreihe von Freitag finden wir überhaupt gut, weil sie sich stets durch Referenzen zu Kämpfern des geschriebenen Worts auszeichnet.

Macht für Freitag und uns Sinn: Denn das Wort ”text“ hat seine Wurzel im lateinischen Wort für flechten (”texere“), sprich: Planen flechten, Taschen bauen. Das Taschenlabel Cote et Ciel sitzt derweil in Paris und hat mit LKW-Plane nichts zu schaffen, ihre moderne und funktionale Gestaltung übernimmt dafür seit einiger Zeit der Avantgardist Damir Doma. Eine ornamentlose Interpretation des klassischen Ranzen, körpernah verarbeitet und mit souveräner Ausklappfunktion. Kleiner Tipp: Auch die Laptop- und iPad-Taschen gehen ab.

Der Lederrucksack von Eastpak kostet 150 Euro.
Der Rucksack von Pointer for Porter kostet 239 Euro.
Die R 508 Bonnier von Freitag kostet 340 Euro.
Der Rucksack von Cote et Ciel kostet 150 Euro.

http://www.eastpak.com
http://www.pointerfootwear.com
http://www.freitag.ch
http://www.coteetciel.com

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Musikredaktion

4 Responses

  1. wef

    Und es bleibt dabei: Einen Rucksack zu finden der nicht absolut zum Kotzen aussieht ist eine große Herausforderung.

    Ausser Kurierrucksäcken gibt es, anders als bei Umhängetaschen, eigentlich gar nichts.

    Auch das hier gezeigte ist absolut inakzeptabel.

    Den kackhässlichen Bonnier gibt es bei Freitag meines Wissens nicht mehr. Ist ersetzt durch den akzeptablen Hazard.

  2. Taschen: Was würde Julian tragen?

    […] zuletzt auf die schmalen Schultern des schlaksigen Posterboy Julien Assange bauen. Read more on de:bug bag styleWeiteres zu Kunst & Poster:PHP TemplatesTemplate,thevideo2brain Joomla! 1.6-Templates entwickeln – […]

  3. Luis

    Ja da hat wef ganz recht. Rucksäcke haben es in der Modebranche wirklich sehr schwer.
    Mal etwas anderes und dennoch praktisches, immer schwer zu finden.