Die niederländischen Macher von Technotourist.org praktizieren Detroittechno zwischen Portal und Community. Debug sprach mit ihnen über ihre Art des Publizierens, dem Vorzug von Open Source und dem Warten auf die Community. Vom Beginn bis zur Zukunft mit PHP, dem Personal Hompage Programm.
Text: Sascha Kösch aus De:Bug 63

technotourist.org

Die Macher von Technotourist.org sind keine Unbekannten in der niederländischen Post-Detroit-Musikszene – und in Detroit auch nicht. Ständig herumreisend und auf jeder Party unterwegs, die irgendetwas mit der Techno-Mailingliste 313 zu tun hat, haben die vier ihre Reiseberichts- und Label-Webseite nach und nach als Community für Detroit Liebhaber ausgebaut. Alle arbeiten sie bei IT Firmen und bezeichnen Musik als ihr überlebenswichtiges Hobby. Hans und Otto, der neben Technotourist (dem gleichnamigen Label) auch das Label Ground Zero/ Keynote macht (auf dem Hans und Klaas-Jan releast haben), sie erklären uns im Folgenden, wie man von einem Fotoalbum in ein Portal einfach so hineinschliddern kann.

Debug: Warum habt ihr Postnuke den Vorzug gegeben?

Hans: Zunächst hatten wir PHP Nuke. Aber haben schnell gewechselt, weil Postnuke uns irgendwie flexibler vorkam. Es war zunächst einfach ein Experiment: Mal sehen, wie schnell man da eine komplette Seite aufsetzen kann. Währenddessen merkten wir dann, wie schnell wir unsere Seite dort integrieren konnten und obendrein eine Menge zusätzlicher Features bekamen. Am Anfang war ich zuständig für die Updates der Seite, doch mit Postnuke konnten plötzlich alle dran arbeiten. Postnuke ist ja eine Weiterentwicklung von PHP Nuke und meiner Meinung nach organisierter. Die Module sind viel besser durchdacht als in PHP Nuke, bei dem man schon mal mit einem halbfertigen Ergebnis sitzengelassen wurde, wenn der Entwickler sich verabschiedete. Man musste eh‘ ständig an die Corefiles ran, wenn man eins updaten wollte. Dagegen: Wann immer Postnuke upgedated wird, gibt es zwar eine ganze Menge zu tun – es ist ja immer noch Alpha. Aber mit Version 1.0 wird das vielleicht eines Tages vorbei sein. Wenn ich das vorher gewusst hätte, hätte ich mich vielleicht für etwas anderes entschieden, doch es ist Open Source und ich mag es einfach, wenn hundert Leute an einer Software arbeiten.

Debug: Wie ist eure Erfahrung bislang?

Otto: Es hat mich wirklich überrascht, wie viele Leute auf der ganzen Welt die Seite mittlerweile kennen und regelmäßig checken.

Hans: Allerdings posten wenig Leute selber News. Ich beginne sogar mir zu überlegen, ob wir nicht eher ein Portal sind als eine Community-Seite. Sogar das Forum ist mir ein wenig zu leise. Naja, vielleicht machen wir selber ja schon soviel, dass die anderen es gar nicht für nötig halten, uns zu helfen.

Otto: Aber es ist ja ein Grassroots Ding. Gib den Leuten eine Infrastruktur und ermögliche ihnen, etwas zu sagen und sie tun es irgendwann, vor allem wenn es um eine fokussierte Community geht.

Debug: Wohin soll Technotourist sich entwickeln?

Otto: Wir diskutieren das grade. Aber wir werden nicht kommerziell werden. Wir haben schon jetzt eine Menge Angebote ausgeschlagen, egal ob für gesponsorte Links, Affiliate Programs oder irgendetwas in dieser Art. Wenn man sich auf diese kommerzielle Route einlässt, dann braucht es nicht mehr lang und man beginnt ganz automatisch über ‘Misson Statements‘ und Business Modelle zu reden, worauf wir überhaupt keine Lust haben. Wichtiger aber noch: Man verfremdet den Aspekt, dass die Leute, die daran mitarbeiten, das bestimmen, was die Seite ist.

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Elektronische Lebensaspekte.