Text: Mercedes Bunz aus De:Bug 21

DEBUG Travel Inc. presents: Tokio Techno Tourism Mercedes Bunz mrs.bunz@de-bug.de ”Ich blicke nicht mit verliebten Augen auf ein ‘Wesen des Ostens’; der Orient ist mir gleichgültig, er liefert mir lediglich einen Vorrat von Zügen, den ich in Stellung bringen und, wenn das Spiel gefunden ist, dazu nutzen kann, mit der Idee eines unerhörten und von dem unsrigen gänzlich verschiedenen Symbolsystems zu ‘liebäugeln’.” schreibt Roland Barthes im Reich der Zeichen. BITTE DIE ABSÄTZE BEIBEHALTEN, DAMIT MAN SO APPETITLICHE KLEINE HÄPPCHEN LESEN KANN. ÜBERSCHRIFTEN FALLEN MIR NICHT EIN, LEIDER. ZU KOMPLEX. Nach 12 Stunden Flug mit dicken Beinen zunächst durch den 70 km ausserhalb gelegenen Flughafen von Tokio stapfen. Flughäfen sehen beruhigend gleich aus, neben MC Donalds sind sie einige der wenigen wirklich globalen Orte. Notwendige Basen, auf die sich die Menschheit für die flugreisende Erforschung und der Interkulturen einigen muss, und an die man sich heimisch zurückflüchten könnte, wenn einem der Rest des Anderen, in das man sich als ersteres vor dem Heimischen geflüchtet hat, auf den Nerv geht. Aber schon die erste Fahrt mit dem Bus, eineinhalb Stunden hinein in die Stadt, umgeben von gemusterten Vorhängen und unausweichlichen europäischen Businessmen in nur leicht zerknitterten Anzügen, bewirft den ungeschlafenen, breiigen Kopf mit weitaufgerissenen Eindrücken. Auf zweistöckigen Straßen vorbei an riesigen japanischen Zeichen, Logos und bunt durcheinandergewürfelten, sich anstupsenden Gebäuden, die Nase am Busfenster plattgedrückt, um besser die Büros und fliegenden Wäschestücke vor den Wohnungen zu sehen. Sofort setzt dieser angenehme Urlaubseffekt ein, den man in Italien nicht bemerkt, weil man dadurch abgelenkt ist, dass man ständig Essen in sich hineinstopft: man versteht nichts mehr, alles wird Oberfläche, alles sieht nur noch irgendwie aus, gehört ahnenderweise wahrscheinlich aber doch ganz woanders hin. Angenehmerweise verstecken sich die Tonnen von Ordnungen, die man in sich aufnehmen muss, um zu wissen, wie ein anderer Ort funktioniert, was als wichtig gilt und woher das kommt, bei anderen Schreibschriften um so hartnäckiger. Schrift, die einem sonst den Weg weist, wo die Drogerie oder die U-Bahn ist, verweigert die Auskunft und blinkt bunt und dynamisch von den Häusern. Und das Japanische bleibt ein melodischer Singsang, der aus Lautsprecherboxen in der U-Bahn, beim Einkaufen oder Essen auf einen niederprasselt. Als komplett ahnungslose Außerirdische, dessen internationales Kommunikationsmedium Nummer Eins, Englisch, hier auch nicht greift, beginnt das Abenteuer. Aus der sich automatisch öffnenden und schließenden Taxitür ausgestiegen und geduscht aus dem Hotel auf wackeligem Jetlagbeinen sofort nach Shibuya. Drei Stationen U-Bahn, die im zweiten Stock eines Kaufhauses – Tokyu – hält, weil sie dem Kaufhaus gehört. Das ist hier bei den drei verschiedenen Schienensystemen oft so, Sitte für Bahnen, die als Aufgabe habe, die Menschen zum Einkaufen zu bringen. Durch die Parfümerieabteilung hinaus an einen Platz, an dem tausende von Menschen um den bronzenen Hund Hachiko aufeinander warten, um dann zusammen einkaufend loszuwuseln. Schließlich, auf den Platz herausgetreten, sofort den Beschluß gefällt, das hier zum Zentrum der Zukunft zu erklären. Hier kann man hinkommen und üben: Abgehend von hier führen drei riesige Straßen gesäumt von vielseitigen Hochhäusern über und über mit Werbung behängt und oftmals von Logos bekrönt, die mehrere Stockwerke hoch sind, in die Tiefen des Konsums. Videoscreens höchster Auflösung informieren im Vorbeigehen, welche neue japanische Teenieband, die alle aussehen wie die verzogenen Achtziger des New Romantic, das dort aber schon seit zwei Jahren “Visual” heißt, jetzt eine neue Platte auf den Markt geworfen hat. Aber auch andere Verkaufsangebote, freundlich piepsig gesungen, stimmen in die Soundcollage zur Preisung des Konsums mit ein. Verblüffend mitreißend. Eine offizielle Regelung der Lautstärke gibt es erst seit ein paar Monaten. Am Wochenende sollen hier außerdem noch die japanischen Rechtsradikalen mit riesengroßen Soundsystems stehen und ihre noch zu Rußland gehörenden drei kleinen Steininselchen zurückfordern. Neulich hat jemand auch einen Typen in Militäruniform über die Straße robben sehen. Das Gewehr klackerte mit den Bewegungen, aber alle liefen weiter. Auch sonst schieben sich die Massen brav bei Grün gemeinsam über die vier Zebrastreifen, eine massive, aber angenehme Bewegung. Gewalttätige Kriminalität findet nicht statt, Taschen können vergessen und offen rumgetragen werden und auch Männer, die immernoch glauben, das Anstarren von Frauen wäre entweder ein Flirt oder würde sie sofort dazu bewegen, sich die Kleider vom Leibe zu reißen, fehlen. Körperliche Aggression wird in Japan nicht als ein natürlicher Teil des Menschen verstanden, der ausgelebt werden muss, was offensichtlich die Folge hat, daß sie so gut wie abwesend ist. Anstelle dessen steht ein alter Mann in der U-Bahn auf und begrüsst uns in seinem Land. Man wird ein bisschen rot. Sehr rot vielleicht auch. Schließlich beginnt man beruhigt leicht dümmlich zu grinsen, angesichts dessen, daß hier mit den gleichen Gütern gespielt wird, aber alles ganz anders funktioniert, Menschen auch, ermutigend. Nicht, daß es hier keine Repressalien gibt. In Japan sind die meisten sozialen Interaktionen, die den Menschen ihre Plätze in der Gesellschaft zuweisen, in der Sprache verborgen. Aber die braucht man als Tourist zum Einkaufen zum Glück nicht so viel. Wenn es nicht gänzlich unjapanisch wäre, Dinge zu bewahren, sollte man Tokioter Kaufhäuser im Grunde sofort in die Uno-Denkmalregelung mit aufnehmen. Kein anderer Platz auf der Welt bringt diese Fülle und Auswahl an Gegenwartskultur so dermaßen spezialisiert und nach Farben geordnet zusammen. Zielgruppengenau kann man in den verschiedensten Kleiderkaufhäusern massenhaft Designfuzzel an den Leib halten und Louis Vuitton Taschen – der japanische Fetisch – die in “nur für Reiche” signalisierenden Shops wie in Europa untergebracht sind. Einkaufen und Anziehen, sowieso eine komplett andere Angelegenheit. Anziehen scheint in Tokio irgendwie nicht damit beschäftigt zu sein, sich selbst außen noch einmal zu finden, denn das Sich-Finden spielt auch gar keine Rolle. Klamotten sind anders als bei uns nicht Ausdruck der ureigensten Identität, Ausdruck des innersten Selbst, dem man selbst kaum auf die Spur kommt, auch wenn man nach der Pubertät jahrelang versucht, es aus sich herauszupopeln, bis man endlich aufgibt und glücklich erkennt, das kein fester Algorithmus aus einem abzuleiten wäre. Trotzdem kleben auch nach diesem Wissen die Klamotten in Europa noch näher am Ich, als sie es in Japan tun. Dort scheinen sie irgendwie lockerer, austauschbarer, weniger symbolisch aufgeladen. Aussehen wie Punk, Techno oder welcher Style auch immer, das erarbeitet man sich nicht, man kauft es ein. Für jeden Style, für jede “Subkultur” gibt es in Shibuya einen Laden oder ein Label. Anziehen, fertig. Alle Subkulturen zusammen finden sich in einem Kaufhaus wieder, das Oioi Young City heißt: die konservativen englischen Marken Burberry’s oder Burlington, die hier wegen ihrer stilistischen Nähe zur Schuluniform auf der Hipness-Skala ganz nach oben gerutscht sind, neben dem Rock’n’Roll punkig featurenden “Hysteric Glamour”, ein paar Meter weiter dann Nike-Uhren neben Alexander McQueen Designertaschen und so weiter und so fort über acht Stockwerke hinweg. Wahrscheinlich wären es nur vier, wenn Anziehen in Japan wie hier nur Thema von Mädchen wäre. Style wird von japanischen Jungs mit selbstverständlicher Hipness praktiziert, während hier noch in der neunten Klasse Jungs über Mädchen und ihren Modefimmel kichern, dann aber spätestens ab der zehnten selbst darauf reinfallen, weil sich ihnen langsam über Hiphop eine gesamte Kultur, die sie bislang verpasst haben, erschliesst und diese Unsicherheit beim neuen Schicksein durch cooles Gehampele ausgeglichen werden muss. Angst vor Verlust der Männlichkeit, weil du über Deine Jeans nachdenkst? Daran muss dann wohl noch einige Jahre gearbeitet werden. Auf Hipster-Ebene wird solange Japan wohl kaum von irgendeinem Fleck dieser Erde übertroffen werden, und das in allen Stilen. Fast immer hat man den Eindruck, dass die Verweise, die man aufruft, wenn man Sachen anzieht, nicht auf das Original zurückgehen. Also Punkklamotten nicht auf England verweisen, und Techno nicht auf, mmh, z.B. Detroit (wobei selbst wir dann schon gemerkt haben sollten, daß in Detroit eben nicht viel Techno ist). Viel eher geht es um die Kopie als einer zu perfektionierenden Technik, die eine Radikalität des Style hervorruft, wie man sie z.B. von Pizzicato Five kennt: Sixties bis zum Schnürsenkel. Was Tokio schon einerseits zum mythischen Nabel der hippen Welt macht. Anziehen spielt also eher so eine Rolle wie bei uns Sport: Man tut es besser mal, die anderen auch, aber wirklich zentral die eigene Identität abbilden tut es dort ebensowenig, wie hier Fußball oder Fitneßstudio als Teil des Charakters gesehen wird. In einem der vielen Magazine für hippe Japaner – “relax – fabulous magazine for man in café” stehen dann auch ungeniert die 20 besten Snowboards neben Tips für motoradbegeisterte Metalfreaks neben Designermode neben tätowierten Kiffern in einem Platten-Jesus-Bilder-Keller. Soviel zur symbolischen Ordnung und Abgrenzung zwischen Popkulturen. Zuviel Hängen am Original ist traditionell schädlich, das weiss auch die japanische Tradition, die schon von jeher ihre Tempel alle zwanzig Jahre abgerissen und ein paar Meter weiter wieder aufgebaut hat, denn bleibt man zu lange dem Original verbunden, kann sich da ein böser Geist einnisten. Aber auch abreissen und ein neues Hochhaus von Kenzo Tange draufsetzen ist nicht so schlimm. Vielleicht sagt man auch wegen dieses angenehm nachlässigen Umgangs mit dem Original gerne abwertend, daß die japanische Kultur eine einzigartige wurzellose Kopie ist, und das obwohl sie abgeschlossener als andere Kulturen etwa 242 Jahre auf ihre Insel keine fremde Hanswurst hineingelassen haben. So ganz kann das also nicht stimmen, vor allem deshalb nicht, weil mit dieser Annahme die dummen Europäer darauf reingefallen sind, das etwas, was genauso aussieht, auch dasselbe ist. Mit ein bisschen Nachdenken kämen allerdings selbst Top-of-the-Pops-Gucker dahinter, dass Singenkönnen wie Mariah Carey mit Sicherheit eine größere Kunstfertigkeit ist, als wenn Mariah Carey singt. In Japan werden solche feinen Unterschiede aufmerksam tagtäglich geübt, beispielsweise beim Essen. Das tun wir schließlich, abends, überdreht und müde, am Meyashita Park vorbeilaufend, die grosse Aoyama-dori hinunter, bis wir an den stockwerkhoch mit Geschäften gefüllten Hochhäusern der Omote-sando in eine der namenlosen Straßen einbiegen, in der die kleinen Häuser wohnen, die wie überall in Tokio danach numeriert sind, welches Haus als erstes im Bezirk errichtet wurde. Ein heilloses Durcheinander, das auch Barthes fasziniert hat. An den unterschiedlichsten Restaurants vorbeischlendernd starren wir auf die kleinen beleuchteten Regale, in denen perfekte Plastikkopien der Menüs, die man bestellen kann, präsentiert sind, und lernen einen dieser feinen Unterschiede, nämlich, daß alle Speisen, die man bekommt, in unseren Augen eher Plastikkopien ähneln als realem Essen, aber kein Plastik sind, dafür aber das Restaurant um so anspruchsvoller ist, je perfekter die Nachbildung aussieht. Und definitiv hat die visuelle Qualität von japanischem Essen einiges dazu beigetragen, das Märchen in die Welt zu setzen, in Japan gäbe es irgendwie ein ganz, ganz vorne seiendes Design. Unauffindbar. Dafür gab es aber Sashimi, auf mittelgroßen, kräftiggrünen Blättern hindrappierte rot-weiss farbige, rohe Tintenfischscheiblein, neben denen sich das orange Seeigelmus kontrastierend abhob; es gab Yakitori, krossgebratene Hühnerstücke am Stil, die auf ein rohes Eidotter lugten, mit dem man es unbedingt zusammen essen musste, weil sonst der Kellner wild begann herumzufuchteln; es gab kleine schicke Klösschen aus einem undefinierbaren Irgendwas, das sich mit Tofu in einer dünnen Gemüsebrühe mit zwei Stückelein gelber Möhren und grünen Algen traf; es gab weisse Nudeln in brauner Suppe, die Udon hießen, wenn sie gross, oder Ramen, wenn sie klein waren. Und auf Eiswürfeln servierte grüne Teenudeln, die man kontrastierend in dunkle Sojasosse tunkt. Spätestens jetzt, wenn man die kleinen rohen Tintenfischbabies in sich hineinstopft, noch bevor man – vergesst den giftigen Kugelfisch – zur Qualle oder dem frischen Sashimi tranchiert am lebenden Fisch kommt, den man ißt, während er einen nach Luft schnappend anlugt, merkt man, wie sehr einen die europäische Kultur über den Magen gepackt hat. Und genau das denken sich die Japaner wahrscheinlich umgekehrt, wenn sie die süssen kleinen Kaninchen, die Miffys, die niemandem etwas zu Leide tun, in Deutschland auf dem Teller vor sich mit Sosse überspült serviert bekommen. Trotzdem ist Essen in Japan noch etwas anderes als einfach nur etwas Anderes zu essen, doch das wird mir erst ein paar Tage später klar, als wir in einem mexikanischen Restaurant alle mit den eigenen Teller beschäftigt nichts miteinander teilen. Wir fallen auf, ein wenig, denn Essen in Japan ist grundsätzlich etwas, was man entweder – weil Zeit in Tokio ungefähr genauso kostbar ist wie Raum – in der Mittagspause rasend schnell aus kleinen oder grossen Schüsseln in sich hineinschaufelt- oder sich aber abends zu Mehreren über Stunden teilt. Und wir haben Abend. Langsam über Stunden hinweg landen nämlich eigentlich auf dem Tisch, an dem man sich versammelt hat, kleine Köstlichkeiten, die man auf die kleinen Teller seiner Freunde weiterleitet, bis Stunden später alle satt sind. Gegenseitiges Bedienen ist ein Grundzug des Essens, auch bei jungen Leuten, die abends eher mal im Restaurant anzutreffen sind als im Club. Einerseits, weil die Clubs dann doch viel teurer sind als zusammen zu essen – Eintrittspreise liegen zwischen 2 000 und 4 000 Yen, also zwischen 30 und 60 DM und für ersteres hat man schon ein dickes Menü verputzt – außerdem ist Tokio nachts besonders gross und ein Taxi unbezahlbar. Geht man trotzdem hinaus in die Nachtwelt, ist es gerade mit Techno, der Musik, wegen der ich eigentlich da bin, eigentümlich. Elektronische Musik ist – den ganzem Gerätepark zum Trotz, für den Japan so bekannt ist – nicht wie in Europa überall in das Alltagsleben, in die Fernsehtrailer, Parfümwerbungen und Volksmusik (jetzt auch Karneval mit gerader Bassdrum) hineingewandert. Clubs gibt es, Plattenläden auch, aber sie sind nicht wie in Deutschland oder England der ultimative Treffpunkt der Jugendkultur geworden. Der Teil, der sich für Techno interessiert, schwärmt eher für die breitenwirksame Variante ala Loveparade und Mike van Dyck, und für grosse Clubs. Liebhaber von anspruchsvolleren Varianten bearbeiten weniger die funktionale Schnittstelle Club, sondern bevorzugen Konzerte. Ikeda geht beispielsweise mehr und mehr in diese Richtung, und wenn man die japanischen Erwartungen an Techno kennt, kann man das verstehen. Konzerte sind dafür dann superbesucht, trotz 70 DM Eintritt war das vom Goethe Insitut in der glamourösen Spiral-Hall bis zu den Stehplätzen hin ausverkauft. Der Raum wurde dunkel, Ikeda krabbelt auf die Bühne. Ein hoher Ton zerschneidet die Luft und löst sich langsam in ein Klangspektrum auf, Soundereignisse suchen sich ihren Weg, und bestimmt ein Drittel des Publikums beginnt zu schlafen. Öffentlich herumschlafen, lerne ich ein paar Tage später, das hat auf Veranstaltungen in Tokyo Tradition. Ob auf Symposien oder Konzerten oder selbst in Clubs, nicht zu vergessen in der U-Bahn, man schlummert überall. Da die Wege in Tokyo weit sind und die Wohnungen sich aus Platzmangel allzu schwer zum Arbeitsplatz verlegen lassen, hängen Zeit und Raum hier mehr zusammen als man denkt. Und ersteres hat man nicht, weil zweiteres sich als unflexibel oder nicht vorhanden erweist. Aktivität ist dafür ein zentraler Pluspunkt des menschlichen Seins, in Werbung und Musikvideos springen einen die Beteiligten derart agil aus dem Fernseher an, daß man sich am liebsten in der Dusche verstecken würde. Und anstelle was zu verpassen, schläft man dann lieber aktiv am Veranstaltungort. Immerhin so aktiv, daß man zurück in Europa glaubt, hier würden alle auch im Wachzustand schlafen. Markus und Holger vom “Le Hammond Inferno” und von “Bungalow”-Records mußten sich nach ihrer sechsten Japan-Reise zumindest Zeitverzögerungschips implantieren lassen. Aber dazu im folgenden Text. KLEIN DRUNTER ODER AN DEN RAND Unsere Redakteurin Mercedes Bunz war im Oktober 1998 auf Einladung des Goethe Instituts durch Markus Wernhard im Rahmen eines Symposiums10 Tage in Tokio und sagt herzlich: domo arigatou gozaimashita! KASTEN: Reiseservice: Flug: Ein Flug nach Tokio ist billiger als man denkt. Hin und zurück kostet z.B. Berlin-Tokyo mit Aeroflot (Zwischenstop Moskau oder so) im März 992,- DM zuzüglich Tax, mit über Amsterdam mit KLM1078 ,- DM. Flugdauer zwischen 12 und 14 Stunden (Direktflug Frankfurt-Tokio dauert ebenfalls 11 Stunden). Hotel: Während sich Essen durchaus in erschwinglichem Rahmen hält, wirkt sich die Knappheit von Wohnraum deutlich auf die Hotelpreise aus. Ein korrekteres “billigeres” Hotel, das noch dazu 2 U-Bahn Stationen von Shibuya in einem ruhigeren Wohnbereich liegt, aber in der Nähe des Ausgehviertels Roppongi, findet man im Asia Center of Japan, in dem sogar sehr gut Englisch gesprochen wird. Preise staffeln sich nach Bettbreite (sic!) und Einzelzimmer brauchen fast soviel Platz wie Doppelzimmer, sind also genauso teuer. Doppels sind zu bekommen ohne Bad ab 95 DM, mit Bad ab 120 DM. Alles mit Fernseher, Telefon, usw. Asia Center of Japan Akasaka 8-10-32, Minato-ku, Tokyo 107 Tel. 0081-3-3402-6111 / fax 0081-3-3402-0738 Unter http://jcha.yadojozu.ne.jp/1310304 kann man sich das Hotel von aussen auch ansehen. Information: Bücher über Japan und Tokio gibt es en masse. Wir empfehlen eines, das pfiffig über Geschichte, Hintergründe und Gepflogenheiten berichtet und einen ersten Überblick über Was-wo eröffnet. Geschrieben hat es Stefan Biedermann, erschienen ist es in der Rowohlt Reihe “Anders Reisen”. Und es ist gut. Weiterführende Kulturfetischisten sollten sich dringend mit Architekturführern eindecken. Sehr zu empfehlen.

About The Author

Elektronische Lebensaspekte.