Die Dirty-Party-Beats, die via Ed Banger der letzte Schrei aus Frankreich sind, haben ein PinUp mit Schnauze: Uffie. Achtung, sie kommt.
Text: Johanna Grabsch aus De:Bug 107

Electro

Wie goldig
Uffie

Uffie ist 19. Mittlerweile. Ihr gemeinsam mit Freund Feadz und dessen Buddy Mr. Oizo produzierter Killerhit “Ready to Uff“ eroberte weltweite Decks, egal ob Techno-, Breaks -, Booty Bass-, HipHop- oder Electroclash-Fans, Uffie wurde schnell Everybody’s Darling. Seitdem ist die Teenage MC, die auf ihrer Ed-Banger-Maxi ganz nebenbei “I am ready to fuck“ ins Mikro droppte, ununterbrochen auf Tour. Ein Selbstläufer?
Dabei hat Anna Hartley, die so selbstüberzeugte Vokalistin, die da über Miami Bass Beats und französische Rockelektronik reimt, als hätte sie am Mikrofon statt am Schnuller gesaugt, nie vorher gerappt.

Wie bist du zum MCing gekommen, Anna?

Anna: Das kam ganz spontan, ich hatte Fabien (Feadz) eigentlich für eine Fashion Show als DJ engagiert, er hat mich danach ständig gepusht, was für ihn einzusingen, heraus kam “Pop the glock“ und danach folgte eins aufs andere.

Wird es schwer, an den Erfolg von “Ready to Uff“ anzuknüpfen?

Feadz+Anna: Nein, sicher, die meisten Leute wollen mich unbedingt wieder “Ready to Fuck“ sagen hören, aber es ist nicht unser Anspruch, wieder Hits zu produzieren, wir wollen einfach gute Tracks machen.

Mit wem würdet ihr auf dem nächsten Album am liebsten arbeiten?

Feadz: Dopplereffekt, Errorsmith oder LFO.
Anna: Missy Eliott und Timbaland.

Euer bekanntester Fan?

Anna + Feadz: Chad Hugo kam zu unserer Show in Miami.
Anna: Ich war so schockiert, wie cool und nett er war, dass ich kein Wort herausgebracht habe …

Wie reagieren andere Frauen auf dich, besonders andere weibliche MCs?

Anna: Ich habe nicht viele weibliche MCs getroffen, außer Peaches und Amanda Blank, die beide supernett waren und mich total unterstützt haben. Wir sind halt alle im gleichen Boot und auch ähnlich starke Frauen. Mein Aussehen ist für mich gleichzeitig von großem Vorteil und total nachteilig, jeder ist an hübschen Mädchen interessiert, aber man gerät so schnell in dieses Dilemma von Eifersucht oder Vorurteilen, wenn ich ein kurzes Kleid anziehe, muss ich mich sofort dafür rechtfertigen. Ich bin aber auch ein Tomboy und deswegen habe ich keine Probleme mit dieser “Sexy Bitch“-Ecke, in die mich manch einer gerne drängen würde.

Hast du viele Heiratsanträge bekommen auf euren ganzen USA-Touren?

Anna: Haha, ja, ständig – meist online, manchmal auch persönlich, das ist superstrange, schwule Männer wollten mich heiraten, lustig sind auch die geilen Typen, die ihre Brieftasche zücken und mich mit ihren Bankkonten locken wollen …

Ist es anders, in den USA zu spielen als in Europa?

Feadz: Es ist viel einfacher, in den USA zu spielen. Dort kann ich alle meine Tracks spielen, in Berlin oder Paris muss ich immer aufpassen, nicht dieselben Tracks zu spielen wie alle anderen.
Anna: Auf jeden Fall, ich glaube, in Europa spielt die Musik beim Ausgehen eine viel größere Rolle als in den Staaten.

Stimmt es, dass deine Mutter manchmal Clubs anruft, um denen einzuschärfen, dir nicht zu viel Alkohol zu geben?

Anna: Haha, Nein, aber es ist tatsächlich schon häufiger passiert, dass Clubbesitzer solche Anrufe und dann gleich die Krise bekommen haben, irgendjemand gibt sich wohl öfter mal für meine Mutter aus, hmmm …

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Elektronische Lebensaspekte.