Text: thaddeus herrmann aus De:Bug 84

Dateien verschicken

Nein, ich will hier nicht heulen. Und mich schon gar nicht wieder in den Schützengraben dieses alten, langweiligen Grabenkampfs der Plattformen werfen und mich zuschmoddern. Ich hatte halt nie einen PC. Und darunter habe ich mitunter gelitten. Und selbst mit dem aktuellen Mac-Betriebssystem OS X leide ich leise weiter.
Früher war das so: Da verschickte man (ich) ein Word-Dokument vom Mac und auf dem PC kam nur Kraut und Rüben an. Umgekehrt ging das genauso. Also telefoniert man. Welche Version benutzt du? PC oder Mac? Ach so. Dann schickte ich ein RTF hinterher. Tolle Erfindung, nur schafften es manche Mail-Server (hallo, T-Online), auch die zu zerschreddern. Hat wohl jeder schon erlebt.
Dann kam OS X. Alles sollte anders werden, versprach man uns. Immerhin: In der Zwischenzeit war sowieso vieles besser geworden. Zum Beispiel hatten alle bemerkt, dass ein PDF einfach eine Art von geschlossenem Dokument war, das von jedem Betriebssystem verstanden wurde. Keine Font-Probleme mehr, alles blieb an seinem Platz. Bingo. Funktionierte prima. Für den Mac gab es sogar eine funky kleine Extension, die einem alles als PDF druckte. Und bei OS X war PDF dann sogar integraler Bestandteil jeder Applikation, die etwas zu drucken hat. Richtig gut.

Panther ist bockig
Dann kam ein Update von OS X. Es ging von Jaguar zu Panther. Wir haben gefiebert. Wisst ihr, hier in der Debug … wir mögen unsere Macs. Was war neu? StuffIt wurde abgeschafft, ein kleiner Zipper integriert. Der Anfang vom Ende, wenn ihr mich fragt. Alle Rechner können miteinander reden, alle haben jetzt das Komprimierungsverfahren Zip, daneben PDF und überhaupt. Denkste. Erstellt man ein PDF in Panther, kann es passieren, dass es auf einem PC nicht mehr aufgeht. Lösung 1: Erstelle dein PDF, lade es kurz in dem großen Programm Acrobat, speichere es neu ab und maile es dann. Kann klappen, dauert aber. Acrobat ist groß und lädt lange. Sehr lange. Wenn man es dann zippt, steigen die Chancen der Inkompatibilität gleich wieder ins Unermessliche. Hängt auf der anderen Seite nicht das neuste Windows XP, stehen die Chancen für Datensalat mehr als gut. Also telefoniert man, verschickt unkomprimiert und macht den Acrobat wieder auf. “Hmm, bei mir geht’s.”
So halt. Währenddessen ist es bei Word-Files viel besser geworden. Habe lange keins mehr bekommen, das ich nicht öffnen konnte. Warum das so ist, weiß ich auch nicht, bin ja kein Coder. Handlungsbedarf, aber hallo. Der derzeitige Stand nervt nämlich immer noch. Hat sich was mit einsetzbaren Formaten, die alles leichter machen sollen.
Neulich bin ich umgezogen. Mein Fax-Gerät habe ich mitgenommen. Ich brauche das nach wie vor. Das hat auch einen Telefonhörer. Man sollte sich viel öfter anrufen.

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Elektronische Lebensaspekte.