Gute, einfach zu bedienende Desktopfilter für den Livebetrieb sind, abgesehen von vielleicht Manfred Frickes Filterbox, relativ selten. Vermonas Crossfilter, die aufgebohrte Liveversion des DJ-Filters Action Filter II, ist genau für diesen Zweck gebaut worden.
Text: Benjamin Weiss aus De:Bug 94

VERMONA CROSSFILTER // Für Live und zum Schrauben

Alles zum Sehen und Anfassen: der Crossfilter lässt mit seiner großzügigen Oberfläche und den großen, fast klobigen Bedienelementen im Wurstfinger-kompatiblen Abstand und der angenehm robusten Bauweise im Desktopformat keinen Zweifel daran, dass es sich bei ihm um ein Live-Tool handelt. Presets gibt’s keine, dafür aber einen großen

Nun zu den Details: der Crossfilter ist ein analoger Stereofilter mit zwei Filtern pro Kanal. Er kann als Steroenotch oder Bandpassfilter arbeiten, wobei das Besondere die Kombination beider Filter und der zusätzliche gemeinsame Cutoffregler sind.
Die linke Seite gehört dem Tiefpassfilter: der große Drehregler dient dem Cutoff, ein etwas kleinerer schräg darüber der Resonanz, darunter gibt’s einen Button für Trigger. Spiegelverkehrt auf der anderen Seite sind die gleichen Regler für den Hochpass. Mit dem Triggerbutton lassen sich die Filter mit dem Originalsignal unterbrechen, um rhythmische Cuts und Breaks zu erzeugen.
In der Mitte gibt’s einen Crossfader: Je nach Einstellung kann man mit ihm zwischen den beiden Filtern oder auch zwischen einem Filter und dem Originalsignal faden, wobei der Fader per Button getauscht werden kann. Über dem Crossfader sitzt der dritte Cutoff-Regler: Hiermit kann zusätzlich zu den anderen beiden Filtern ein Notch oder Bandpass durch das Frequenzspektrum gefahren werden. Das ist zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, erlaubt aber mit ein wenig Übung ziemlich abgedrehte Effekte. Diese Funktion lässt sich per Button aktivieren, darüber hinaus kann auch die gesamte Filtersektion auf Durchzug geschaltet werden. Schließlich gibt’s noch einen Gain, der den Input regelt; auf einen separaten Lautstärkeregler wurde verzichtet, was dank des ausgeklügelten Regelbereichs aber kein Problem ist. Der Input kann wahlweise über zwei Cinch oder zwei Klinken gefüttert werden, der Output geht immer parallel auf zwei Klinken und zwei Cinch, so dass man den Cinchausgang zum Beispiel zum Aufnehmen nutzen kann.

Der Sound ist sehr breit und ausgewogen, wenn auch im (wegen der Funktionsvielfalt) leicht hinkenden Vergleich mit etwa der Sherman Filterbank ein wenig gezähmt, da man das Filter nicht zu wirklich ohrenbetäubendem Resonanzquietschen verleiten kann, dafür ist der Bassbereich aber sehr gut definiert. Die Bedienung ist wirklich idiotensicher und erlaubt auch in den hektischsten Live-Situationen mit wenig Licht die Übersicht zu behalten und ungehemmt drauflos zu jammen. Angenehm aufgefallen ist mir außerdem die wirklich sehr robuste Verarbeitung und die Integration des Netzteils ins Gehäuse. Insgesamt ein sehr nützliches Tool, das sich schnell erschließt und viel Spaß macht.

About The Author

Elektronische Lebensaspekte.