Vestax schmeißt diesen Monat einen Frequenzisolator auf den Markt. Dass, was bei DJs als Killswitches für bestimmte Frequenzen am Mixer schon seit langem ein beliebtes Tool ist und den Club zum Kochen bringt, liegt nun als verbesserte Rackversion fürs Studio vor. Bass raus also, Herr Weiss.
Text: benjamin weiss | nerk@de-bug.de aus De:Bug 48

Vestax DCR-1200pro

Killswitches fürs Rack

Ein Frequenzisolator ist im Prinzip ein Equalizer, der auch negativ wirken kann, will sagen, er kann die Frequenzbänder nicht nur verstärken, sondern auch bis zur Auslöschung abschwächen. Der Effekt dürfte hinlänglich aus den Clubs bekannt sein: Bass raus, Publikum freut sich, Höhen rein, Publikum freut sich noch mehr, Bass wieder rein, Publikum johlt (ist natürlich die Billigvariante, aber ihr wisst schon, worum es geht). Da die vorhandenen EQs an den Mixern oft in der Qualität zu wünschen übriglassen, gibts dafür mittlerweile externe Geräte wie den DCR1200pro.

Aufbau und Bedienung
Der DCR-1200pro ist ein Rackgerät im 19-Zoll Format mit einer Höheneinheit im äußerst soliden Stahl/Alu-Gehäuse mit integriertem Netzteil. Auf der Frontplatte befinden sich vier große Drehregler für die Frequenzbänder Höhen, hohe Mitten, tiefe Mitten und Bass, die durch ihren großzügigen Abstand und ihre Größe sehr angenehm und intuitiv zu bedienen sind. Die Frequenzregler funktionieren folgendermaßen: In der zwölf Uhr Stellung wird das eingehende Signal nicht manipuliert, je weiter nach rechts gedreht wird, um so mehr wird das entsprechende Frequenzband verstärkt (bis zu 4 dB); dreht man nach links, so wird das Band abgeschwächt, nach Wunsch bis zur völligen Auslöschung.
Rechts daneben befindet sich der etwas kleinere Main Volumeregler, mit dem sich die Ausgangslautstärke einstellen lässt, sowie ein Bypasskippschalter, der den Isolator stummschaltet und nur das Originalsignal durchlässt.
Zwischen dem Höhenregler und dem Regler für hohe Mitten sowie dem Bassregler und dem für tiefe Mitten befindet sich je ein Kippschalter zur Änderung der Trennfrequenz (= Frequenz, an der das Eingangssignal entweder dem höheren oder dem tieferen Band zugeteilt wird). Wird der Schalter nach rechts gekippt, erhöht sich die Trennfrequenz, kippt man ihn nach links, verringert sie sich. Zunächst erscheint der Unterschied zwischen den Trennfrequenzen nicht besonders gravierend, will man jedoch (was gerade bei Mitten eine recht diffizile Angelegenheit sein kann) im Grenzbereich das Signal genauer beeinflussen, zeigt sich schnell, dass die Kippschalter eine praktische Unterstützung dabei sein können. Auf der Rückseite finden sich die Ins und Outs (XLR – symmetrisch, Klinke unsymmetrisch), wodurch sich der Isolator auch gut im Studio oder Live – Setup einsetzen läßt. Darüber hinaus gibts einen Wahlschalter für den Eingangspegel mit 0 oder + 4dB.

Sound
Der Sound ist durch die Bank weg sehr druckvoll und klar, der Filter packt mit satten 24 dB Flankensteilheit kräftig zu, was man bei einem Gerät für diesen Preis natürlich auch ein bischen erwartet. Auch die Höhen und Mitten klingen sehr präzise und deutlich, ohne dabei eine sterile Hificharakteristik zu erzeugen.

Alles in allem ist der DCR1200pro ein Luxusequalizer, der zwar einen hohen Preis, dafür aber auch eine sehr gute Verarbeitung und Soundqualität hat. Er ist für ein 19-Zoll Gerät sehr gut zu bedienen, allerdings wäre er als Pult noch besser für den Liveeinsatz (für Livesets wie auch DJs) zu gebrauchen. Praktisch wäre auch noch eine LED-Anzeige für den Eingang, so dass man den Eingangspegel besser kontrollieren kann, auch wenn es sehr schwer ist, den DCR1200pro zur Übersteuerung zu bringen.

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Elektronische Lebensaspekte.