Mein Film will ins Netz, was nun?
Text: Sascha Kösch aus De:Bug 117

Ist das Video fertig, muss es online. Im stillen Kämmerlein vor sich hinwerkeln … das war gestern. Services im Netz erledigen diesen Job für einen, hosten und distribuieren die Filme. Doch dabei sollte vieles beachtet werden, schon vor dem Hochladen.

Eine Kurzvorstellung von zehn Seiten für den Video-Upload gibt´s hier: Die YouTube-Alternativen.

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Es muss beim besten Willen nicht immer YouTube sein. Die Liste an Video-Services, die man zur Verteilung seiner Videos auf der eigenen Webseite nutzen kann, wird von Tag zu Tag endloser. Und die Gründe, sich für den einen oder anderen Service zu entscheiden, haben fast schon die Auswirkung eines Karriereschritts. Gefällt mir das Design des Players, hat der Player das passende Format, wie ist die Performanz der Webseite, funktioniert Fullscreen, welche Videoformate werden unterstützt, kann man die Videos auch herunterladen, gibt es RSS-Funktionen für Videoblogging, wie sind die sozialen Zusatzfunktionen, der Besucherstrom der Webseite, und welche User sind da überhaupt anzutreffen?

Und die Fragen gehen noch weiter. Kann man die Videos kommentieren, will man eine eigene Community aufbauen können, wie viele Megabyte, wie viele Minuten verkraftet die Plattform, lässt sich darüber ein Businessmodel entwickeln, kann man eventuell dort auch die Videos noch nachbearbeiten. Die Fülle der Entscheidungskriterien für eine Videoplattform ist ein Fulltimejob.

Format-Frage

Dazu bewegt sich der Bereich der Video-Sharing-Webseiten, ja sogar der gesamten Technologie dahinter, so schnell, dass Funktionalitäten und Formate von heute morgen schon obsolet sein können und ehemalige Alleinstellungsmerkmale von gestern morgen bereits schon überall zum guten Ton gehören.

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Eine der größten Änderungen des in weiten Teilen ja auf Flash basierenden Video-Sharing-Universums kommt obendrein gerade noch auf uns zu. Denn Adobe hat die ersten Betas von Flash veröffentlicht, das die Integration von H.264, dem sich langsam als Standard durchsetzenden MPEG-Kompressionsformat, das auch HighDefinition verträgt, ermöglicht. Mehr schärferes Video in weniger Megabyte also. Und schon ahnt man, dass die jetzige Qualität von YouTube-Videos (die ja leider den de facto Standard markiert) in nicht allzu langer Zeit vielen im Nachhinein als völlig unakzeptabel vorkommen wird.

Das Wichtigste ist also, erwägt man eine Karriere als Video-Hero im Netz, zumindest bei sich erst mal alles in der Qualität zu sammeln, die auch nächstes Jahr noch gut aussieht (HD?. Und sich ein System zu basteln, das notfalls die Files automatisch für einzelne Services runterrechnet, denn wechseln kann man immer noch. Der zweite oft unterschätzte Punkt dürfte die eigene Upload-Bandbreite sein. Davon kann man nie genug haben.

Die Gießkannen-Methode

Will man sich vorerst auf die Gießkannen-Methode verlassen und so viele Services wie möglich mit den eigenen Videos beglücken, gibt es mittlerweile Distributoren, die mit nur einem Upload diverse Services automatisch füllen. Heyspread war einer der ersten in dem Business und – obwohl natürlich noch in Beta – entwickelt sich schnell weiter. Mit einem Upload kann man die Videos dort auf immerhin beeindruckende 17 Services verteilen (Sumo.tv, sevenload, YouTube, Facebook, MySpace, Google Videos, Yahoo Videos, Dailymotion, Blip.tv, Photobucket, Metacafe, Revver, Veoh, Vsocial, Vimeo, Putfile) und sich aussuchen, welche man bedienen will. Der Nachteil dabei: Ein Video muss für alle passen.

Mehr als 100MB z.B. schließt nicht wenige davon aus, auch wenn der Support für verschiedenste Formate der einzelnen Seiten ständig wächst. Für technisch Versiertere stellt HeySpread (über den Namen haben sich schon viele aufgeregt) obendrein eine API bereit, so dass man das Ganze auch mit der eigenen Webseite eng verknoten kann. Entwickelt hat sich das französische HeySpread aus aus einem Web2.0-Videoconverter-Tool (wie Zamzar oder Media Convert), das nach wie vor zu den besten im Netz gehört.

Einen ähnlichen Weg schlägt mittlerweile Tubemogul ein, auch wenn es generell mehr in Richtung Alexa für Videos drängt, also primär dazu da ist, die tägliche Nutzung von Videos auf verschiedenen Seiten zu checken und bislang nur fünf Webseiten beliefert (Yahoo!, Google, Myspace, Youtube, Metacafe). Kombiniert allerdings ist das unter Umständen so nützlich, dass man sich fast wundert, warum Google nicht längst diesen Bereich (sowie auch weitere Widget-Zählungen) in seinem Analytics-Tool abgegriffen hat.

Die fiese Masse der Daddel-Clips

Eine der Grundfragen dürfte sein, ob man seine Zuschauer schon hat (auf der eigenen MySpace-Seite, dem Blog, ob man sie selber gezielt sammeln will, weil die Idee, die man hat, eh so gut ist, dass sie von selber funktioniert, etc.) oder erst noch finden will. Bei Letzterem kommt man an YouTube (in Userzahlen nach wie vor unangefochten an der Spitze) wohl nicht vorbei. Doch die Gefahr, in der Masse der Daddel-Clips unterzugehen, oder, schlimmer, sich dem “Geschmack” von YouTube anzupassen, ist kein Grund zur Verzweiflung, denn auf anderen Seiten tummeln sich längst völlig andere Interessen, die für einen selber weitaus mehr bringen können. Deshalb hier ein Überblick über die wichtigsten.

Eine Kurzvorstellung von zehn Seiten für den Video-Upload gibt´s hier: Die YouTube-Alternativen.

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Elektronische Lebensaspekte.