Text: oliver köhler aus De:Bug 45

Ms. Pac-Man Maze Madness (Namco / SCEE PSOne) Anfang des Jahres erreichte uns folgende Schmunzelmail: ‘Computer games don`t affect kids. I mean if Pac-Man affected us as kids, we`d all run around in darkened rooms munching pills and listening to repetitive music.’ Damit wird nicht nur klar, wie lange es her ist, dass Pac-Man erstmals auf den Bildschirmen der Videospielhöhlen flimmerte, sondern dass inzwischen eine ganze Generation mit dem gelben Helden erwachsen geworden ist (und auch erst letztes Jahr das ursprüngliche Spiel bis zum bitteren Ende durchgespielt hat). Stellen sich also zwei grundlegende Fragen: Wenn Pac-Man die Hochkultur des Videospiels darstellt, brauchen wir überhaupt ein Pac-Man Anno 2001? Und wenn ja, wie soll er (oder in diesem Fall: sie) aussehen? Etwa wie Samuel L. Jackson`s Shaft, oder Keaton`s Batman? Dass es 3D sein sollte, ist schon lang keine Voraussetzung mehr, betrachtet man die Flut an 2D Shooter des Typus R-Type, die u.a. für PSOne oder Dreamcast “entwickelt” wurden. Zum Glück hat man aber bei Namco diesen “Schritt” als solchen nicht gewagt, sondern hat dem gelben Pillenfresser eine etwas modernere drei-dimensionale Erscheinungsform gegeben. So bekommt man also für sein Geld eine, für heutige Verhältnisse, recht anständige Jump’n’Run Version des Klassikers. Die dunklen Räume sind gegen mythische Kulissen eingetauscht worden, und auch die Musik versprüht ähnlichen Charme wie vor x Jahren, als man zum ersten Mal an einem dieser Spieltische saß. Eher fraglich ist allerdings, ob diese Variante in die Geschichtsbücher eingehen wird, was wohl mit einem NEIN beantwortet werden kann, wenn man sich überlegt, wie oft man doch zur ursprünglichen Version des Spiels zurückgreift, das im Paket als Spieloption mitgeliefert wird.
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Midnight Club (Take 2 / Rockstar Games PS2) Wenn ein Spielgenre Konsolen in Sachen Darstellung und Technik deutlich vorangebracht haben soll, dann Rennspiele. Bei der Dreamcast waren u.a. Titel wie V-Rally 2 oder Crazy Taxi für den (relativen) Erfolg der Konsole verantwortlich. Und im Falle von Midnight Club (und sein Take 2/Rockstar Games Vorgänger: Smuggler’s Run) dürfte sich ein ähnlicher Effekt für die bisher hinkende PS2 ergeben. Im direkten Vergleich mit der Dreamcast stellt es nämlich einige der Games in den Schatten, die in letzter Zeit Segas Konsole beschmückten, gerade aufgrund der schmackhaften Schattierungsverhältnisse. In den illegalen Straßenrennen, in denen man durch Metropolen wie New York und London heizt, wird nämlich die Grafik Engine aufs Härteste erprobt, da nächtliche Lichtverhältnisse extrem diffus sind im Gegensatz zur direkten Sonneneinstrahlung tagsüber. So wirken vor allem die Reflektionen auf der Autooberfläche authentisch, aber auch die Kulisse kommt an den Standard heran, an dem man sich bei dem Infogrames Knüller “Driver 2” gewohnt hatte. Aber das ganz große Sahnehäubchen ist definitiv im Soundtrack zu finden, das mit Derrick May, Dom & Roland und Surgeon doch mit Einigem an metropolitanischen Flair aufwartet. Und weil wir mit Take 2 eine so große Affinität zu Sachen elektronischer Musik scheinbar teilen, verlosen wir bei De:Bug 5 Kopien des Spiels “Midnight Club” für die Playstation2. Einfach eine Postkarte mit Namen und Adresse an die Redaktion senden. Stichwort: Heizen!
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Crash Bash (SCEE PSOne)
Die konstante Größe für die erste Playstation hieß schon immer Crash Bandicoot. Der kleine Fuchs oder Eichhörnchen (oder was auch immer er sein soll) ist einfach in jeder Rolle firm, ob als Jump’n’Runner, Fun Karter, oder wie in diesem Fall, als Klopper! In diesem neuesten Teil von Crash Bandicoot geht es natürlich wie immer um das Schicksal der Welt (und um Crash’s auf der PSOne man frage sich?). Crash tritt in diesem Party Spiel nämlich gegen seinen Erzrivalen, den verrückten Dr. Cortex und seine Horden von Bösewichten an. In insgesamt 28 verschiedenen, wie üblich, augenbetörenden 3D-Arenen muss sich Crash, oder welche Charaktere man auch immer ausgewählt hat, bewähren. Man kann natürlich rennen, kloppen, treten, und hüpfen was das Zeug hält. Wer allerdings wirklich effektiv spielen und gewinnen mag, sollte sich des skurrilen Waffenwerkes bedienen, z.B. fliegende Untertassen, Panzer, und sogar Eisbären! Das Gameplay bietet zahlreiche Varianten vom 1- bis zum 4-Spieler-Modus. Dazu kann man zwischen den Modi “Last Man Standing”, Team (2 Mannschaften von bis zu 4 Spielern treten gegeneinander an in der Arena), und “Pick-up” in dem derjenige gewinnt, der eine bestimmte Anzahl von Objekten als erster gesammelt hat, auswählen. Wie die Tiefe der Modi schon deutet, dürfte man zumindest den Rest des Winters alleine mit diesem Spiel überbrücken können. Hat man sogar die nötige Mark zur Hand für eine PSOne mit tragbarem Bildschirm (und externer Stromquelle), fallen einem eigentlich auch kaum Argumente gegen Einsatz am See ein: Ja, der Suchtfaktor ist hoch!
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Elektronische Lebensaspekte.