Der Einsatz von Flash auf Websiten ist umstritten, als VJ-Tool ist das Format jedoch um so erfolgreicher - nicht zuletzt weil Musik und Bild selten so eng und flüssig miteinander kombiniert werden konnten. Fünf Aktivisten erzählen, was sie an ihrem Flashmixer tun und warum das kickt.
Text: Kay Meseberg | Kaymeseberg@yahoo.de aus De:Bug 61

internet/flash

VJ-Flash-Mixer
Flashdance

Während Webdesigner immer seltener Flash benutzen, launcht die VJ-Gemeinde einen Flashmixer nach dem anderen. De:Bug hat angesichts der unzähligen Flashmixer die Tools ausprobiert und einige Flash-Aktivisten getrennt voneinander befragt. Die fünf eingegangenen Antworten von skop.com/brucelee/index.htm, http://www.flashmixer.de, http://www.pixelsymphonie.de/www.t74.de, http://www.sonoluca.de (nur mac) und http://www.vlight.to im Battle-Format zusammengefasst.

Die Grundidee
Sonoluca.de: Ich wollte so etwas wie einen Videosequenzer entwickeln und hatte schon vor sieben Jahren mit der Programmierung für ein Werkzeug begonnen, das durch Töne und Musik gesteuert wird und diese in Farben und Formen umsetzt.

Flashmixer.de: Bevor wir den Flashmixer hatten, arbeiteten wir mit Videokassetten, mit kurzen Bildschleifen, über die wir dann einzelne Flashfilme gelegt haben. Die Hauptarbeit passierte also vor der Show am Schreibtisch. Im Club arbeiteten wir mit unseren Bildern dann wie ein DJ mit seinen Platten. Doch wir wollten Live-Video machen. Irgendwann im Herbst 2000 hat uns ein Freund eine Möglichkeit gezeigt, wie es leichter geht: den Flashmixer. Als VJ-Tool gedacht, wurde der Flashmixer so umfangreich, dass wir ihn auch anderen Leute zur Verfügung überlassen wollten. Einzige Forderung: Wir wollen Flashfilme haben, die wir im Filesharing-Bereich der Flashmixer-Seite zeigen. Wir geben den Leuten eine Benutzeroberfläche, die anregt, Sachen wahrzunehmen, zu verarbeiten und in einen neuen Kontext zu stellen.

Skop.com: Die Idee war, einen komplexen, aber einfach zu bedienenden Tastatur-Remixer zu bauen, der sich nicht auf das Schieben von Reglern reduziert, sondern eine starke optische Ebene mit Animationen bietet. Wir wollten einen homogenen Inhalt: die fantastische Welt des 70er-Jahre-KungFu-Films. Der Remixer arbeitet mit dem optischen und akustischen Vokabular dieser Filme und spielt mit den Klischees und Mythen um die MartialArts-Legende Bruce Lee. Der User/Spieler/Hörer hat die Möglichkeit, als Flash-Film-Regisseur mit dem Material zu interagieren und seinen eigenen KungFu-Filmclip zu generieren.
Vlight.to: Die Idee ist im Oktober 2000 entstanden. Ich hatte im Rahmen eines Kurses “RoyalFlash” an der Uni Wuppertal einen kleinen Flash-Player erstellt. Ein paar Wochen später habe ich bei einer Freischwimmer-Party von Thomas Geier “Visuals” gemacht. Dafür habe ich dem “RoyalPlayer” noch zwei Ebenen hinzugefügt und konnte so erstmals Flash-Loops mixen. Als wir mit Webdesign anfingen, wurde uns sehr schnell klar, dass sich Flash als VJ-Medium eignen würde und dass dieser Bereich spannender sein würde als Internetseiten-Gestaltung.

Die lustigen Aspekte
Vlight.to: Bei Auftritten kommen immer wieder Leute, die Musikwünsche an uns richten.

Der schickste Mixer der Welt
Pixelsymphonie.de: Was ich immer super spannend finde, ist, sich selbst Grenzen zu setzen – thematisch und visuell. Bei der Pixelsymphonie ist das die Beschänkung auf digitale Eindrücke. Elektronischer Sound, digitaler Farbkreis und die kleinste visuelle Einheit, ein Pixel. Durch solche Grenzen kommt man schnell an den Punkt, wo Kreativtät gefragt ist und das führt zu neuen Ergebnissen.

Skop.com: Wir haben dem Elvis des KungFu ein neues Zuhause gegeben. Und unser Remixer ist einfach zu verstehen: ein Tastendruck und zack gibt es Haue! Unser Mixer ist nicht nur interaktiv, sondern ultrainteraktiv.

Flashmixer.de: Bei der Entwicklung haben wir eher an ein Kreativspielzeug als an einen DJ-Mixer gedacht. Deshalb findet man im Flashmixer auch keine Soundsteuerung. Denn das halten wir für Bevormundung. Wir sind keine Programmierer, sondern eher grafisch ausgebildet. Wir haben sehr viel Zeit in die Entwicklung eines guten Interfaces gesteckt, haben vom ersten Tag an damit gearbeitet und alles nach und nach unseren Bedürfnissen angepasst. Eher Software-Evolution als Software-Entwicklung.

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Elektronische Lebensaspekte.