Schon als die erste Waveburner Version erschien, ging ein Stöhnen der Erleichterung durch die Reihen der Mac User, die bis dahin auf grafische Editierung und komfortable Erstellung von Audio CDs im Red Book Standard verzichten mussten. Inzwischen ist die Pro Version des Waveburners erschienen, die das Mastern und Editieren von eigenen CDs noch wesentlich komfortabler macht.
Text: benjamin weiss aus De:Bug 46

CDs brennen mit VST Plug-Ins
Emagic’s Waveburner Pro
Übersicht
Waveburner Pro ist die aufgewertete Version von Waveburner, neu sind vor allem die Unterstützung von VST Plug-Ins, einige Editierfeatures und eine Auswahl von Mastering Plug-Ins, die gleich mitgeliefert werden. Unterstützt werden die Dateiformate AIFF, WAV, SDII und MP3 in einer Auflösung von bis zu 24 Bit / 96 kHz. Ausserdem kann mit Waveburner jetzt auch Audio direkt aufgenommen werden, was mit Audiowerk2, Audiowerk8, SoundManager, EASI, Asio und Direct I/O realisiert werden kann.
Editierfunktionen
Die Editierfunktionen des Waveburner sind recht umfangreich: in der Wellenformdarstellung lassen sich die Pegel einzelner Tracks (wenn nötig auch separat pro Kanal) justieren, Crossfades erzeugen, die Start- und Endpunkte von Tracks definieren (unabhängig von der tatsächlichen Länge eines Audiofiles, ist es auch möglich, aus mehren Files einen Track oder mehrere Tracks aus nur einem File zu erzeugen), Pausenlängen einstellen, Pausen mit Audio erstellen, Index Marker setzen, den ersten Track mit einer höheren Nummer als eins zu beginnen, kurz: kein Wunsch bleibt offen. Integriert wurden auch Funktionen zur Unterstützung des CD Text Formats, daß sich nie so recht durchsetzen konnte. Hiermit lassen sich, so der entsprechende CD Player das unterstützt, Track- und Artistnamen im Display darstellen. Wer direkt ohne den Umweg über ein Masteringstudio zu nehmen eine CD mastern will, kann auch den UPC (Universal Product Code) und EAN (European Article Number) eingeben.
Plug-In Features
Mitgeliefert werden die Mastering Plug-Ins Compressor, Fat EQ ( Multibandequalizer), Denoiser (Rauschunterdrückung), StereoSpread (zur Verbreiterung der Stereobasis), sowie ein Limiter. Sie sind von der Qualität her guter Durchschnitt, wobei der DeNoiser mehr oder weniger unbrauchbar ist (bisher ist mir eh ncoh keiner untergekommen, der einigermaßen verlustfrei arbeitet und okay klingt). Dafür gibts aber natürlich die Möglichkeit, VST – Plug-Ins einzubinden, was eines der Killerfeatures von Waveburner Pro ist. Es können sowohl für einzelne Tracks als auch für die ganze CD Plug-Ins in Reihe geschaltet und editiert werden. Dadurch kann jeder Track einzeln bearbeitet, aber auch der Gesamtmix noch verbessert werden. Die Einstellungen / Reihenfolge der benutzten Plug-Ins läßt sich in Pfaden abspeichern, so dass auch nachträglich jederzeit die Möglichkeit besteht, diese Setups für andere Tracks / CDs zu benutzen. Die Pfade können, äußerst praktisches Detail, einfach per Copy/Paste auch an anderen Stellen eingesetzt werden. Wenn nur wenige Plugs benutzt werden, ist es kein Problem, ohne Erstellung eines Disc Images direkt zu brennen. Je komplexer die Einstellungen und Plug-Ins und je größer ihre Anzahl wird, desto höher ist auch der Anspruch an die CPU beim Brennen. Da der Brennvorgang ein sehr sensibler ist, kann es dann schonmal passieren, dass ein Rohling verbrannt wird.
Performance und Bedienung
Waveburner Pro bietet wirklich alles, was man zum Mastern einer professionellen CD braucht, vorrausgesetzt, man bestückt es zusätzlich mit ein paar hochwertigen Master PlugIns aus der VST-Riege. Die Bedienung ist sehr übersichtlich und geht flüssig vonstatten, der manchmal lähmend langsame Wellenformdarstellungsaufbau aus der “kleinen” Waveburnerversion wurde bereinigt und einiges an Editierfunktionen verbessert und erweitert. Insgesamt zurzeit das einzige Brennprogramm für den Mac, mit dem sich wirklich professionell CDs mastern lassen.

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Elektronische Lebensaspekte.