Die Zeiten, in denen Mac User bei separaten Soundkarten ausser Digidesign Audiomedia eigentlich keinerlei Alternativen hatten, sind endgül,tig vorbei. Jüngstes Bespiel: Egosys' Waveterminal. Alles was es braucht: 800 Mark und System 9.
Text: benjamin weiss [nerk@de-bug.de] aus De:Bug 38

/musiktechnologie Egosys Waveterminal 2496 PCI Soundkarte für PC und Mac Langsam aber sicher kommen sie auch für den Mac: preiswerte Soundkarten für unter 1000 Mark. Die Egosys Waveterminal 2496 fällt in ebendiese Kategorie, Grund genug, sie sich einmal näher anzusehen. Natürlich gibt es gerade auf der Mac-Seite viele, die sagen, dass sie eine Extrasoundkarte nicht brauchen, da sie die bereits eingebaute nur zum Monitoring benutzen und es ansonsten keine Wandlung gibt, weil alles intern läuft. Wer aber von digitalen Medien wie DAT verlustfrei aufnehmen oder auch mal analoge Signale in guter Qualität in den Rechner bekommen will, kommt um die Anschaffung einer Soundkarte nicht herum. Dazu kommen natürlich noch die nicht zu unterschätzenden Faktoren einer höheren Dynamik und eines grösseren Headrooms, die das Klangbild deutlich verbessern, auch wenn nachher wieder auf 16 Bit /44,1 kHz runtergerechnet wird. Einbau und Installation Nach dem Einsetzen der Karte in den Rechner muss eigentlich nur noch das entsprechende Kontrollfeld installiert werden, was zwar schnell und problemlos ging, allein bei mir wollte die Karte keinen Ton ausgeben, solange ich das mit System 8.1 oder 8.6 probierte. Woran das lag (ob zum Beispiel an meiner G3 Karte, die sonst aber keinerlei Probleme mit PCI-Karten hat) konnte ich bis zuletzt nicht zweifelsfrei klären, mit System 9.04 ging plötzlich alles reibungslos. Die Waveterminal unterstützt neben dem Steinbergschen Asio 2.0 auch Emagics EASI-Standard sowie MME, DirectSound und Gigasampler auf dem PC. EASI ist dabei allerdings die hakeligste Lösung, denn schon bie geringer Belastung ging die Performance in die Knie und war schlechter als mit dem auch unter Logic benutzbaren Asio Treiber. Oberfläche Sämtliche Routings-, Latenzzeiten und Auflösungen lassen sich in einem zentralen Kontrollfeld, dem Waveterminal Controller einstellen, der in vier Bereiche unterteilt ist. Ganz links gibt es zunächst die Lautstärke für Ein- und Ausgang, bei der zwischen einem Pegel von +4dBu (symmetrisch) und -10dBu (unsymmetrisch) wählen kann. Gleich daneben gibt es die Routingsektion. Da die Karte vierstimmig ist, können digitaler und analoger Eingang gleichzeitig benutzt werden. Das Routingkonzept ist übersichtlich und gelungen, zusätzlich zum reinen Routing können hier auch die Synchronisationsquellen (Digital in, intern, Word Clock oder Waveterminal Link bei der Benutzung mehrerer Waveterminal Karten) und die Option Dynamic/Soft für die Klangausgabe definiert werden. Soft bedeutet hier, dass die Dynmaik im obersten Bereich ein klein wenig begrenzt wird, um Verzerrungen zu verhindern. Ganz rechts gibt es die Sektion zur Einstellung der Sample Frequenz. Vorbildlich ist die Fülle der möglichen Auflösungen, die sonst bei keiner Karte in diesem Preisbereich zu finden ist: wahlweise stehen 8, 11,025, 12, 16, 22,05, 24, 32, 44,1, 48, 64, 88,2 und 96 kHz zur Verfügung, was selbst exotischste Soundfileformate spielbar macht. Wer sich nicht sicher ist, klickt einfach die Autofunktion an und die Karte stellt sich selbst auf die benutzte Software ein. Performance und Sound Die Latenz einer Soundkarte ist immer davon abhängig, wie schnell die Host CPU ist (je geringer die Latenz, umso kleinere Puffer müssen benutzt werden, was auf die Rechnerleistung geht) und so erwartete ich mir nicht allzuviel bei meinem aufgerüsteten 7500er mit G3 Karte und war umso erstaunter, als ich immerhin einen Wert von 256 Samples einstellen konnte, ohne dass der Rechner gross ins Stottern geriet. Bei der Benutzung aufwendigerer Plug-Ins musste ich allerdings auf 512 Samples ausweichen, was aber immernoch ein mehr als guter Wert ist. Die Latenz dürfte deshalb auf aktuellen Rechnern ˆ la G4 oder schnelleren G3s noch weiter nach unten zu korrigieren sein. Warum die Karte als Mac-Version hundert Mark mehr kosten soll, ist unverständlich, ansonsten gibt es eigentlich bei dem auch mit achthundert Mark immer noch moderaten Preis wenig zu meckern: satter Sound, sehr geringe Latenz und symmetrische Aus- und Eingänge. Wer Word Clock braucht, ist zwar zum umständlichen Fummeln auf der Karte selbst verdammt, allzuviele Anwender wird das aber sowieso nicht betreffen. Alles in allem ein ausgewogenes und preiswertes Produkt mit übersichtlicher Benutzerführung. ****

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Elektronische Lebensaspekte.