WEB 2.0 zum Nachschlagen.
Text: Sascha Kösch aus De:Bug 98

Glossar:

Web 2.0
Web 2.0 ist keine Technologie, sondern ein Konzept. Das wird oft verwechselt. Es gibt zwar Core-Technologien und gemeinsame Nenner, aber letztendlich ist Web 2.0 so etwas wie eine Große Koalition, erkennbar vor allem daran, dass jeder plötzlich mit jedem kann.

Tags
Von Usern zu allem Möglichen (Webseiten, Bilder, Urls, Artikel) hinzugefügte Wörter, die im besten Fall beschreibend sind und so disparate Einheiten userbasiert klassifizieren. Wodurch Klassen von Objekten durchsuchbar und kombinierbar werden. Eine handvoll Tags nennt sich Tag Cloud (man sagt auch, zeig mir deine Tag Wolke und ich sag dir, wer du bist), wenn viel benutzte Tags groß dargestellt werden, wenig benutzte klein (Flickr hat’s erfunden). Das gesamte Treiben rings um Tags nennt sich Folksonomy, um sich gegen die strengere Taxonomie abzugrenzen.

API
Application Programming Interface. Taugt nichts, wenn es nicht “offen” ist. Gibt einem “einfache” Funktionen zum Zugriff auf Programme. APIs gibts im Netz genauso wie überall woanders, für Web 2.0 interessieren aber erst mal nur die im Netz. APIs machen Spaß, sind aber knifflig. Überblick für Bastler: http://www.programmableweb.com/apis

AJAX
Asynchronous JavaScript And XML. Ein Haufen von Technologien in einem. XHTML & CSS, DOM, XML & XSLT, XMLHttpRequest und alles zusammengerüht mit JavaScript. Sagt niemandem was? Ok. Drastischste Auswirkung: Eine Webseite kann Daten nachladen, ohne komplett aktualisiert werden zu müssen. Führt zu funktionell gelegentlich überladenen, unter Umständen verwirrenden, aber generell grandiosen Web 2.0 Seiten. Jesse James Garrett hat’s nicht erfunden, aber so benannt und popularisiert (Februar 2005 war das).

The Long Tail
Früher dachte man, nur Hits bringen’s im Internet, spätestens seit iTunes’ Erklärung, dass JEDER Track im iTMS verkauft wird, dämmerte, dass die wenigen Megaseller gegenüber den extrem vielen Minisellern in der Unterzahl sind. Und das trifft auch auf Webseiten zu. Zu verdanken haben wir den Terminus Chris Anderson. Bekannt wurde er durch einen Artikel in der “Wired” im Oktober 2004, Statistiker kennen den natürlich schon eine Weile länger.

Perpetual Beta
Wenn Software nicht mehr verpackt, verkauft und verschickt wird, gibt es keinen Grund mehr, jemals zu sagen, man habe fertig. Ergo: Beta ist immer. Konstante Verbesserungen von Webservices sind die Folge. Beta das beliebteste Web 2.0 Tag.

Blogs
Blogs, jeder weiß ja, was das ist, sind nur deshalb so populär, weil kein Schwein weiß, wie kompliziert sie sind. Aber nicht nur deshalb sind sie Web 2.0, sondern auch weil es so viele sind. Stichwort für Studenten: Schreibt arbeiten über Blogs als Multitude 2.0.

2.0
2.0 ist nicht nur ein Quantensprung von 1.0 entfernt, sondern gleichzeitig bei aller Unübersichtlichkeit im Detail immer noch einfach genug, dass es jeder begreift und gleichzeitig alles in ihm begriffen werden kann. 2.0 lässt Versionsnummern wie 7.0 oder 5.0 schrecklich altmodisch aussehen. 2.0 ist die Kurzform von 2.0 Beta.

Remix/Mashup
Eine der Hauptvergnügungen von Web 2.0 Entwicklern ist es, Googlemaps oder Flickr-Tags mit egal was zu verbinden. Geschüttelt, nicht gerührt ist das Paradigma solcher Mashups, weshalb man viele der Web 2.0 Startups heutzutage auch gönnerisch als “Flickr of” bezeichnet. (Halbpassendes Beispiel: Discogs is the Flickr of Gracenote)

Social Software
Social Software hätte gut und gerne das Gleiche werden können wie Web 2.0, nicht nur weil man Social ebenso vor alles setzen kann, wie man 2.0 hinter alles setzen kann. Einziger Einwand: Social in Software kann auch wie ein Türsteher wirken.

Bubble 2.0
Passend zum Web 2.0 Hype gibt es natürlich auch einen Bubble 2.0 Hype, bubble20.blogspot.com remixt dafür sogar das Web 2.0 Meme Map. Genaugenommen müsste es aber Bubble 3.0 heißen.

Office 2.0
Office 2.0 ist ein Mashup von Microsoft Office Interfaces realisiert in einem Browser und der Network Computer Ideologie, das den Workspace in Ajax übersetzt und die komplette (seamless) Integration von Arbeit und Freizeit fordert.

About The Author

Elektronische Lebensaspekte.