Pullover liefert Strom fürs Handy, Stifteingabe soll die Maus ablösen, Open Source gegen Cola-Geheimformel, Doppelseitiges E-Book zeigt comics, Planet LAN in Dortmund
Text: anton waldt aus De:Bug 48

Welt am Chip

Anton Waldt

Pullover liefert Strom fürs Handy
Wissenschafter der Universität Stuttgart haben eine Faser entwickelt, die wie eine Photovoltaik-Folie Strom erzeugt. Laut den Entwicklern könnte die Faser auch zu Kleidung – etwa zu einem Pullover – verarbeitet werden. Wie auch herkömmliche Photovoltaik-Zellen besteht die Faser aus drei Schichten von nicht kristallinem, amorphem Silizium. Zwischen den Schichten sind die leitenden Elektroden eingearbeitet. Laut Martin Rohjan von der Uni Stuttgart wurde die stromliefernde Faser so gearbeitet, dass ein daraus gewebtender Pullover durchaus in der Waschmaschine gereinigt werden könnte.

Stifteingabe soll die Maus ablösen
Der schwedische Wissenschaftler Dr. Johan Ullman hat eine Alternative zur gängigen Maus entwickelt, die ergonomischer und damit schonender für die Sehnenscheiden sein soll. Das neue Steuer-Tool funktioniert prinzipiell wie ein Stift, dessen Bewegungen auf den Cursor übertragen werden. Seitlich hat der “Mausstift” Schalter, die die üblichen Funktionen der Maustaste übernehmen. Das Stiftkonzept als Eingabeinstrument für Standrechner ist allerdings nicht mehr ganz neu: Schon vor der Erfindung der Maus gab es entsprechende Versuche. Vor rund zehn Jahren brachte Compaq sein “Concerto”-Notebook mit einer Stiftsteuerung heraus, bis Microsoft mit “Windows 3.1” diese Eingabeform nicht mehr unterstützte.

Open Source gegen Cola-Geheimformel
Nachdem Linux in den letzten Jahren schon erfolgreich gegen Microsofts Betriebssystem-Monopol ankämpft, hat eine Gruppe engagierter Nerds jetzt die geheimste aller Formeln ins Visier genommen: “OpenCola” wird mit der General Public License [GPL] vertrieben. Der Geschmack ist auf Geeks abgestimmt, dem Vernehmen nach prickelt “OpenCola” erfrischend in der Nase und ist ansonsten sehr süß. Zielgruppengerecht ist auf der Dose die Gebrauchsanweisung in Perl zu finden:
#!/usr/bin/perl
open CAN, “excitedly”;
join ($can, $mouth);
while ($colaRemaining > 0)
{if ($reallyThirsty) {$chug;} else {$sip};} dumpIN_RECYCLING_BOX;IN_RECYCLING_BOX;

OpenCola
http://www.opencola.com/

Doppelseitiges E-Book zeigt Comics
Toshiba und die eBOOK-Initiative-Japan haben bei der Buchmesse in Tokio den Prototypen eines doppelseitigen Comic-E-Books mit Farbdarstellung gezeigt. In den nächsten zwei Jahren will Toshiba den Prototypen mit zwei 7,7-Zoll-LC-Displays zur Serienreife entwickeln. Dann soll auch das Gewicht auf 360 Gramm reduziert sein. Das größere Problem scheint die Akkulaufzeit zu sein, denn zwei Bildschirme bedeuten doppelten Stromverbrauch. Sechs Stunden Laufzeit peilt der Hersteller für das Serienprodukt an. Das Comic-E-Book dürfte allerdings nur in Asien auf den Markt kommen.

Planet LAN in Dortmund
Laut “Planet LAN” werden auf der Party, die Electronic Arts Anfang August für 3.000 Teilnehmer in den Dortmunder Messehallen ausrichtet, die Rechner gestellt. Demnach müßte Equipment für rund 7,5 Millionen Euro angeliefert werden. Dafür könnten die Spieler mit ungewohnt leichtem Gepäck erscheinen und anders als sonst nicht ihre eigenen PCs mitbringen. Die angeblich “größte LAN-Party der Welt” wird von der Frankfurter PR-Agentur Brand Factory Sales für Electronic Arts ausgerichtet [Ist aber natürlich schon längst nicht mehr die größte]. Der Etat der Party wird offiziell mit rund zwei Millionen Euro angegeben. Der Eintritt wird rund 75 Euro betragen.

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Strom für Musikindustrie und Bilderkennung - bald aus ungiftigen, aber leistungsstärkeren Akkus?
Text: anton waldt aus De:Bug 47

Welt am Chip

Die Musikindustrie im fortgesetzten Dilemma
Nachdem die Musikindustrie in den letzten Jahren den Online-Vertrieb von Musik in erster Linie bekämpft hat, sieht es jetzt danach aus, als ob sie selbst die Initiative übernehmen will. Anfang April kündigten die fünf großen Platten-Labels [Sony, Vivendi Universal, BMG, Time Warner und EMI] neue Online-Vertriebsmodelle an, die in verschiedenen Kooperationen mit RealNetworks, MTV, Yahoo oder Microsoft realisiert werden sollen. In der Flut der Ankündigungen neuer Services und Allianzen wurde allerdings der entscheidende Faktor fast durchgehend ausgeklammert: Wie Nutzer, die bislang nicht nur umsonst, sondern auch äußerst bequem fast unbegrenzten Online-Zugriff auf Musik haben, dazu gebracht werden sollen, die neuen Modelle zu akzeptieren. Das Dilemma der Musikindustrie im Netz besteht vor allem darin, dass alle derzeit diskutierten Bezahlmodelle eine Einschränkung des Bedienungskomfort und des Angebotes bedeuten: Einfacher als Napster oder Gnutella können die Angebote der Industrie nicht werden, da sie durchweg auf Kontrolle der Downloads aufbauen. Außerdem erlaubt MP3, das praktisch als Standard für Musik im Netz anzusehen ist, keinen Kopierschutz. Auf den möchten die großen Plattenfirmen aber nicht verzichten.

Nächster Versuch für kopiergeschützte CD
Die Musikindustrie scheint sich immer noch intensiv mit den Möglichkeiten eines Kopierschutzes für Audio-CDs zu beschäftigen, um so das “Napster-Problem” an der Wurzel zu packen, und schon in den nächsten Monaten sind die nächsten entsprechenden Test-Veröffentlichungen zu erwarten. Mit einem Kopierschutz für Audio-CDs ist allerdings schon vor rund einem Jahr BMG Entertainment kläglich gescheitert. Vielleicht ist es auf diesen Flop zurückzuführen, dass der aktuelle Versuch mit einem neuen Kopierschutzsystem zuerst von einem Independent-Label durchgeführt wird. Das Label “Music City Records” will schon im Mai eine CD des Countrysängers Charley Pride mit dem Kopierschutz des Start-Ups SunComm aus Phoenix auf den Markt bringen. Vier der fünf großen Firmen in der Musikindustrie testen nach Brancheninformationen allerdings bereits – unter anderen – die gleiche Technologie.

Filterei und Detektei kooperieren
Der Filterhersteller Webwasher will durch eine Partnerschaft mit dem Online-Suchdienst Cobion “das Abblocken unerwünschter Net-Seiten weiter verfeinern”. Cobion habe “rund 600 Millionen Internet-Adressen in einem automatischen Verfahren kategorisiert”, erklärt Cobion-Chef Jörg Lamprecht. Zusammen mit anderen Quellen sei dies die Grundlage für die Adressdatenbank. Cobions technologischer Vorsprung ist allerdings umstritten: Die drei Firmengründer rühmen sich der Entwicklung der weltweit ersten Software zur Bilderkennung, die die Leistung des Gehirns beim Sehen kopiert. Sollten die Angaben Cobions stimmen, hätte die Firma einen deutlichen Vorsprung vor der gesamten internationalen Wissenschafts-Community.

Akku ohne Schwermetalle entwickelt
Zwei Heidelberger Wissenschaftler haben eine aufladbare Batterie ohne giftige Schwermetalle erfunden. Außerdem ist der Akku, der die natürliche Substanz “Chinon” enthält, laut der Universität Heidelberg doppelt so leistungsfähig wie eine herkömmliche Batterie. Chemieprofessor Roland Krämer und sein Mitarbeiter Volker Seifried wollen den bereits patentierten Akku auf der Hannover-Messe [23.-28.April] vorstellen.

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