Windows XP soll MP3-Nutzung einschränken, XP ohne USB 2.0- und Bluetooth-Support, Filesharing dreht Prozessspieß um, Chronik eines angekündigten Todes, Domain-Name ist "rufschädigend"
Text: anton waldt aus De:Bug 48

Welt am Chip

Anton Waldt

Windows XP soll MP3-Nutzung einschränken
Die Musikindustrie bekommt offensichtlich massive und effiziente Unterstützung in ihrem Kampf gegen das MP3-Format: Microsoft und RealNetworks arbeiten derzeit an Strategien, wie der Standard langsam zurückgedrängt und durch die jeweils eigenen Formate ersetzt werden kann. Microsoft setzt dabei auf die für den Herbst angekündigte neue Windows-Version “XP”. Das Betriebssystem soll laut einem Bericht des “Wall Street Journal” die Qualität von MP3-Files und auch den Speicherplatz für diese begrenzen. Microsoft will mit den Eigenheiten von Windows XP sein eigenes “Windows Media Audio”-Format stärken.

XP ohne USB 2.0- und Bluetooth-Support
Nach Aussage von Microsoft wird Windows XP keinen Support für den neuen USB 2.0-Schnittstellenstandard und die Funktechnik Bluetooth bieten. Eine Microsoft-Pressesprecherin nannte als Grund für den Ausschluss von USB 2.0 die mangelnde Verbreitung entsprechend ausgestatteter Geräte. Windows XP werde, so die Sprecherin weiter, keinen Standard unterstützen, der noch nicht hinlänglich getestet sei. Statt dessen will man auf Apple’s IEEE 1394-Schnittstellenprotokoll setzen, das auch unter dem Namen Firewire bekannt ist.

Filesharing dreht Prozessspieß um
Das Filesharingtool Aimster hat den üblichen Gerichtsweg umgedreht und die Musikindustrie verklagt, bevor diese diesen Schritt machen konnte. Anlass für die Klage ist ein Schreiben, das die Branchenlobby RIAA Aimster zugeschickt hat und das die gleichen Drohungen und Forderungen enthält, die die RIAA auch Napster zukommen ließ. Unter anderem wurde die Filterung von allen urheberrechtlich geschützten Titeln verlangt. Aimster will jetzt ein Urteil erreichen, das klarstellt, dass die Tauschaktivitäten via Aimster legal sind.

Chronik eines angekündigten Todes
Die Zahl der über Napster getauschten Files lag, nachdem ein Gericht die Filterung der urheberrechtlich geschützten Titel angeordnet hatte, laut den Marktforscher von Webnoize im April 2001 um 36 Prozent niedriger als im März. Die Zahl der über Napster getauschten MP3-Dateien sei vom Höchststand von 2,79 Milliarden im Februar im März auf 2,49 Milliarden und im April auf 1,59 Milliarden gesunken, teilte Webnoize mit. Für die Zukunft der Tauschbörse bedeuten die aktuellen Nutzerzahlen nichts Gutes, da das Unternehmen noch weitaus effektivere Filter einzusetzen plant. Napster hat dafür die Lizenz für eine akustische Filtertechnologie erworben. Das von der Firma Relatable entwickelte System erkenne die Musikstücke unabhängig vom Audio-Format an der Aufnahme selbst, teilten die beiden Unternehmen dazu mit. Anhand von akustischen Merkmalen könnten die Aufnahmen eindeutig identifiziert werden.

Domain-Name ist “rufschädigend”
Der Online-Protest eines Franzosen gegen den Stellenabbau beim Danone-Konzern ist gerichtlich verboten worden. Das Pariser Landgericht untersagte dem Betreiber der Seite “jeboycottedanone.com” [“Ich boykottiere Danone”], Olivier Malnuit, das Logo und den Namen des Lebensmittelkonzerns weiter für seinen Boykottaufruf zu nutzen. Der Konzern will sechs europäische Niederlassungen schließen, darunter zwei Firmen in Frankreich. Dabei sollen rund 1.800 Arbeitsplätze gestrichen werden.

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Hier erfährt man, wie die (Wort für amsterdamer Polizisten) Handyzockern mit sms-Blockadepolitik an den Kragen gehen. Außerdem blättert Anton Waldt im "Wörterbuch der New Economy", lindert das Leid biertrinkender Notebook-User und zwinkert der kabellosen Zukunft zu.
Text: anton waldt aus De:Bug 47

Polizei blockiert gestohlene Handys mit SMS-Flut
Mit einer Art SMS-Bombardement will die Amsterdamer Polizei gestohlene Handys blockieren und den Dieben “das Leben schwer machen”. Alle drei Minuten verschickt dazu ein Rechner mit Hilfe eines eigens entwickelten Programms Botschaften an die gestohlenen Telefone, teilte die Polizei heute mit. “Dieses Handy ist gestohlen. Kaufen und Verkaufen ist verboten. Die Polizei”, lautet die Nachricht. Die Amsterdamer Polizei weist auch darauf hin, dass der Austausch der SIM-Card nicht vor den Ermahnungs-SMS schützt. Das eingesetzte Programm orientiert sich nämlich an nicht an der SIM-Card sondern an der Seriennummer des Handys, der IMEI [International Mobile Station Equipment Identity].
Duden zur Sprache der New Economy
Nachdem der “Duden” im letzten Jahr schon die Formulierung “Ich habe downgeloadet” in den offiziellen deutschen Sprachschatz aufgenommen hat, kommt jetzt eine Spezialausgabe zum Wortschatz der New Economy. Das “Wörterbuch der New Economy” ist ein Gemeinschaftswerk von Duden und Trendbüro Hamburg und soll “den Weg durch den Dschungel der neuen Begriffswelt ebnen”. Das “Wörterbuch der New Economy” hat 288 Seiten und ist ab sofort für rund 12,5 Euro im Handel erhältlich. Es bleibt allerdings zu hoffen, dass das Wörterbuch IT-Begriffe exakter definiert, als der aktuelle Duden zur Rechtschreibung. Dort sind nämlich eine Reihe von Begriffen nicht genau oder sogar völlig falsch erklärt.
Schlimmster Feind des Notebooks
Über “erschütternde Erfahrungen” beim Umgang mit Informations-Technologie im Alltag berichtet ein Serviceunternehmen, das Notebooks wartet und nach Unfällen wieder in Stand setzt. Die nachlässige Behandlung der Schnittstellen zwischen Mensch und Maschine führt demnach vor allem zu Verschmutzung in einem Ausmaß, die zu echten Schäden führt. “Am schlimmsten sind die Fälle, in denen Bier ins Notebook gelaufen ist”, erklärte der Leiter des IME-Service-Zentrums, Christian Dittrich. Bier sei “für die filigrane Technik so aggressiv wie nur wenige andere Flüssigkeiten”. Der britische AOL-Ableger hat schon im letzten Jahr mit viel Aufwand und wissenschaftlicher Genauigkeit den Dreck in Rechner-Tastaturen untersuchen lassen. In einem typischen Londoner Büro sammeln sich demnach im Monat durchschnittlich 1,89 Gramm Dreck in jeder Tastatur. Danach setzt sich der Dreck vor allem aus Essensrückständen zusammen, worunter Krümel von Schokoriegeln, Keksen und anderem Gebäck den Hauptbestandteil ausmachen [56 Prozent]. Es fanden sich aber auch Schweißrückstände [15 Prozent], Nudeln [sieben Prozent], Fingernägel, Insekten und Haare [je ein Prozent].
Kabellose Zukunft verschoben
Trotzdem auf der CeBit eine Reihe von lange erwarteten Bluetooth-Anwendungen präsentiert wurde, scheint die nötige Dynamik für einen schnellen Durchbruch der Technologie immer noch zu fehlen. Kritische Beobachter sehen eine Massenanwendung erst 2003 oder 2004 und machen dafür vor allem die hohen Preise der Bluetooth-Chips verantwortlich. Der nötige Preis der Bluetooth-Hardware [Ein Set aus Chip, Flash-Speicher, Antenne und Sender] für Massenanwendungen wird von Analysten derzeit auf fünf USD geschätzt. Momentan beginnen die Preise für die entsprechenden Sets aber zwischen 10 und 15 USD.
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Text: anton waldt aus De:Bug 37

Welt am Chip Roboter-Koch erobert Restaurants Auf einer US-Gastronomie-Messe führte die Firma AccuTemp einen Koch-Roboter vor, der schon bald in amerikanischen Restaurants zum massenhaften Einsatz kommen soll – bei einem Mietpreis von 150.000 Dollar für fünf Jahre ist er mit seiner potentiellen sieben Tage-Woche auch ökonommisch eine ernsthafte Konkurrenz für menschliche Hamburger-Brater. “Flipper” kann mit verschiedenen Werkzeugen Hamburger formen und braten, Pfannkuchen backen, Pommes Frites herstellen und alle ähnlichen programmierbaren Funktionen ausführen. Bei den aktuellen Vorführungen produzierte “Flipper” durchschnittlich neun Hamburger und zwölf Pfannkuchen in fünf Minuten – natürlich in einer absolut gleichmässiger Qualität. Das anwesende Fachpublikum war von dem umgerüsteten IBM-PC-Fabrik-Roboter begeistert: “Keine Sozialversicherung, kein Urlaub, keine Einweisung und zuverlässiges Arbeiten an sieben Tagen mit 16 Stunden-Schichten sind doch phantastisch!” http://www.venture-web.or.jp/g-market/accutemp.html Sony unterliegt erneut Emulatoren-Firma Ein US-Bundesgericht hat erneut Connectix, einem Hersteller von Playstation-Emulatoren, gegenüber Sony recht gegeben. Das Gericht wies sieben Einzelklage-Punkte ab, darunter dass Connectix keine Copyright- oder Trademarks von Sony verletzt hat. Zuletzt hatte ein kalifornisches Berufungsgericht einer anderen Klage Sonys nicht stattgegeben, da die Playstation von Connectix nicht einfach kopiert worden sei, sondern Connectix bei der Programmierung des Emulators ein zumindest teilweise eigenständiges Produkt geschaffen habe. Mit dem erneuten Sieg vor Gericht ist allerdings das Ende der Prozesse um den Playstation-Emulator “Virtual Game Station” noch nicht in Sicht. Das Bundesgericht muss noch über die Frage entscheiden, ob Connectix Betriebsgeheimnisse von Sony verwendet hat und ob das Unternehmen sich illegale Wettbewerbsvorteile verschafft hat. Dazu steht noch die Entschdung eines weiteren Gerichts aus, vor dem Sony klären will, ob Connectix Patente verletzt hat. http://www.connectix.com/ http://www.backyard.u-net.com/ ”DivX” könnte MP3 für Filme werden Eine Komprimierungs-Technik für Filme, deren erste Versionen seit Anfang diesen Jahres im Netz verfügbar sind, names “DivX” versetzt derzeit Hollywoods Filmindustrie in Aufregung: Mit der DivX-Komprimierungsrate [Faktor über 10] kann der Inhalt einer DVD auf einer normalen CD-ROM untergebracht werden. DivX ist derzeit in einer Alpha-Version [3.11] erhältlich und dem Vernehmen nach funktioniert das Verfahren schon so gut, dass sich die Qualitätsverluste im vergleichbaren Rahmen wie bei MP3 bewegen [Die Bildrate wurde beispielsweise von 30 auf 24 pro Minute reduziert]. DivX ist eine Art Kreuzung von Microsofts MPEG-4 und MP3 und wahrscheinlich von zwei französischen Programmieren entwickelt worden, die sich dazu Microsofts MPEG-4 bedient haben. Die Zahl der Downloads von DivX-Filmen mit ihren rund 600 MB wird derzeit zwar noch von der Zahl der Breitbandanschlüsse, den Qualitätsmängeln der Alphaversion und der geringen Anzahl von entsprechenden Filmen im Netz [Meistens auf ftp-Servern] begrenzt, aber die Filmindustrie ist jetzt schon alarmiert. Spätestens wenn ein Napster-Klon für DivX im Netz auftaucht, dürfte sich der Kampf der Industrie gegen illegale Kopien wiederholen. DivX hat ausser dem Namen nichts mit dem gescheiterten Pay-per-view-System “Divx” zu tun, das im Sommer letzten Jahres eingestellt wurde. DivX divx.ctw.cc filesharing: futurezone, immer frische IT-News http://futurezone.orf.at

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