"Dogma 2001" für Video-Spiele, Filme, nicht Games schüren Aggressionen, Videospiele angeblich schuld an Massaker, Software spioniert Käuferstimmung aus
Text: anton waldt aus De:Bug 48

Welt am Chip

Anton Waldt

GAMES

“Dogma 2001” für Video-Spiele
Ernest Adams, Spieleentwickler bei Electronic Arts, hat nach dem Vorbild der Regeln für Filmemacher “Dogma 95” einen entsprechenden Katalog für die Produktion von Videogames aufgestellt. Genau wie der dänische Regiseur Lars von Trier mit seinen strengen Kriterien für Filme will Adams mit seinen Regeln den ökonomischen Zwängen bei der Game-Entwicklung inhaltliche Vorgaben entgegensetzen, um bessere Spiele zu erhalten: “Das Potential von Video-Spielen wurde bisher noch nicht einmal annähernd erreicht, weil wir [die Entwickler] uns darauf konzentrieren Geld zu verdienen,” kommentiert Adams selbstkritisch seine Branche.
Dogma 2001
http://www.gamasutra.com/features/20010129/adams_02.htm

Filme, nicht Games schüren Aggressionen
Eine Studie des staatlichen Medienauschusses in Norwegen, der für die Alterklassifizierung von Filmen und Videospielen zuständig ist, kommt zu dem Ergebnis, dass Kinder und Jugendliche sich von Spielen mit brutaler Handlung weit weniger beeinflussen lassen, als von Gewaltdarstellungen in anderen Medien. Der Wissenschaftler Faltin Karlsen von der Universität von Oslo, der die Studie durchführte, bilanzierte, dass für die Jugendlichen bei der Beurteilung eines Spieles und für den Eindruck, den es hinterläßt, eine ganze Reihe von Faktoren wichtiger sind als die vorkommende Gewalt: “Nicht die Gewalt hinterläßt den stärksten Eindruck, sondern das Spielerlebnis, das durch Aufbau und Dramaturgie entsteht,” so Karlsen. Zudem sei die Identifikation mit dem Spieler-Alter-Ego längst nicht so stark wie die mit Film-Charakteren.

Videospiele angeblich schuld an Massaker
Angehörige der Opfer des “Trenchcoat-Massakers” an der High-School von Littleton vor zwei Jahren haben 25 Spielhersteller und -Vertiebsfirmen verklagt. Sie geben “gewalttätigen” Spielen die Schuld am Amoklauf der beiden Spieler Dylan Klebold und Eric Harris und fordern insgesamt fünf Milliarden USD Schadensersatz. Die Kläger erhalten auch Rückenwind von offizieller Seite: US-Justizminister John Ashcroft sagte anläßlich des zweiten Jahrestags des Schulmassakers Ende März auf einer Pressekonferenz in Kansas City: “Die Tragödie der Gewalt an unseren Schulen ist eine Bedrohung für die Zukunft Amerikas.” Ashcroft machte für die zunehmende Gewalt an den Schulen die Unterhaltungsindustrie mitverantwortlich. Vor allem Videospiele, in denen Menschen zum Schießen erzogen würden, tragen dazu bei, dass Jugendliche zur Waffe griffen.

Software spioniert Käuferstimmung aus
In mehreren US-Kaufhausketten werden seit kurzem die Bilder der Überwachungskameras von einer Software ausgewertet, die Personen erkennen und ihre Blickrichtung und Grundstimmung analysieren können soll. Die Software entstammt dem IBM-Projekt “Blue Eyes”, das offiziell darauf abzielt, dass PCs die Stimmung des Besitzers erkennen. Für die Ausforschung des Kundenverhaltens scheint das Programm dafür geeignet, wenn auch mit einer gewissen Fehlerquote und recht schwammiger Bestimmung der Kundenstimmung. Die Software liefert bislang nicht automatisch erfassbare Daten. Es läßt sich feststellen, welche Elemente der Kunde bei seinem Gang durch das Kaufhaus beachtet. Zumindest statistisch sind Rückschlüsse auf die Attraktivität bestimmter Werbeaktionen und Produktgruppen möglich.

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