Text: Anton Waldt aus De:Bug 39

Welt am Chip
International

Anton Waldt

Chinesische Regierung startet MP3-Site
Die chinesiche Regierung hat angekündigt eine eigene MP3-Site zu starten und eine Kostprobe ins Netz gestellt. ListenToChina.com soll chinesiche Musiker fördern und bekannter machen, die Bands und deren Titel werden aber von der Regierung vorher geprüft. Neben traditioneller Musik sollen auch “Modern Pop” und “Techno” zu hören sein. Obwohl die Zahl der Netzuser in China derzeit förmlich explodiert, verfügen erst 16,9 Millionen der rund 1,2 Milliarden Chinesen über einen eigenen Anschluss. Dazu kommen allerdings noch die Nutzer der zahlreichen Internetcafes, und die geschätzten 21 Millionen Surfer, die chinesisch sprechen und im Ausland wohnen, als potentielle Nutzer von ListenToChina.com. ListenToChina
http://www.listentochina.com

Mit “Rote Fahne 2.0” gegen Windows
Der chinesische PC-Hersteller TCL will zukünftig Rechner nur noch mit dem Betriebssystem “Rote Fahne 2.0” auslieferen, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Rote Fahne ist eine chinesische Linux-Distribution und arbeitet mit chinesischen Schriftzeichen. Die Meldung von diesem Januar, die chinesische Regierung habe Windows verbannt und stattdessen angeordnet, ausschließlich “Rote Fahne” zu verwenden, wurden allerdings jeweils nach kurzer Zeit dementiert. Rote Fahne wurde von der chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften initiiert. Der Vizepräsident der Akademie, Jiang Mianheng, ist der Sohn des Staats- und Parteichefs Jiang Zemin. Seit längerem ist die chinesische Regierung über die Sicherheit des Betriebssystems Windows besorgt und sucht daher Alternativen. Chinesische Medien berichteten, die Regierung werde voraussichtlich noch in diesem Jahr einen Rahmen für die Nutzung von Linux erlassen. Die Firma Legend, Chinas größter Computerhersteller, entwickelt derzeit sein eigenes Linux-Betriebssystem. TCL
http://www.tcl.com/tcl/default.asp

Indische PC-Firmen bauen Billig-PC
Indische Computerhersteller wollen in naher Zukunft einen Rechner auf den Markt bringen, der auch für Kreise der einheimischen Bevölkerung erschwinglich sein soll. Wie der indische Verband der Hersteller von Informationstechnologie MAIT am gestern in New Delhi bekannt gab, ist der preisgünstige “Volks-Computer” mit dem Namen “Simputer” bereits in der Test-Phase und wird in wenigen Wochen auf den Markt kommen. Einem Bericht der indische Nachrichtenagentur PTI zufolge soll der Computer voraussichtlich rund 9.000 Rupien [219 Euro] kosten. Der Durchschnittsverdienst in Indien liegt bei etwa 1,1 Euro pro Tag. Der “Simputer” wird mit einem Linux-Betriebssystem und einem eingebauten Modem für den Internet-Zugang ausgestattet sein. Experten gehen davon aus, dass das Niedrigpreis-Angebot die Nachfrage nach Computern in Indien rasch in die Höhe treiben wird.

Industrie-Linux in Japan
Ein [bislang] japanisches Industriekonsortium hat angekündigt, gemeinsam ein embedded Linux für den breiten Einsatz in elektronischen Konsumenten-Produkten zu entwickeln. Dem Konsortium gehören bislang 21 Unternehmen an, darunter auch der japanische Ableger von TurboLinux. Federführend sind derzeit Sony und Toshiba. Als ausschlaggebend für die Wahl von Linux als Entwicklungsgrundlage wurde vor allem die Kostenreduzierung durch entfallende Entwicklungsarbeiten genannt. Das Konsortium steht weiteren Unternehmen offen, Mitglieder können das künftige Betriebssystem kostenlos nutzen und verändern.

WICHTIG: filesharing: futurezone, immer frische IT-News http://futurezone.orf.at

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Elektronische Lebensaspekte.