Text: anton waldt aus De:Bug 45

Welt am Chip: Microsoft

Bush in der Microsoft-Zwickmühle
Präsident George W. Bush wird nach der Aussage eines republikanischen Rechtsexperten nicht in den Kartell-Prozess gegen den Softwarekonzern Microsoft eingreifen. Viele Vertreter der Technologie-Branche hatten bislang damit gerechnet, dass Bush, der als wirtschaftsfreundlich gilt und außerdem im Wahlkampf von Microsoft eine größere Unterstützung erhielt als die Demokraten, das Verfahren beeinflussen würde. Ganz ist diese Erwartung allerdings noch nicht widerlegt. Die Einflussnahme im Kartell-Prozess dürfte nach den üblichen Regeln der US-Politik nämlich eher diskret erfolgen, demnach könnte das Statement des Senators eine wohlplatzierte Beruhigung der Öffentlichkeit sein. Insbesondere durch die Art, wie Bush ins höchste US-Amt gelangte – durch Gerichtsentscheidungen, scheint eine Relativierung der Position zum Kartellfall allerdings nötig zu sein.

Microsoft wirbt mit Bluescreen
Microsoft fehlt es nicht an Selbstvertrauen fehlt, daran erinnert der Konzern mit einer Anzeige im “PC-Magazine”. Das zweiseitige Inserat zeigt den klassischen “Bluescreen” und erklärt, dass dieser beim Umstieg von Windows 98 auf Windows 2000 Professional der Vergangenheit angehören würde. Das neue Betriebssystem ist demnach “13 mal zuverlässiger als Windows 98”. Stolz verweist Microsoft auf unabhängige Testergebnisse. Denen zufolge ist die durchschnittliche Zeit bis zum Absturz von 216 Stunden [Windows 98] auf sagenhafte 2893 Stunden [Windows 2000 Professional] gestiegen. Im Klartext: Nur der Kauf eines neuen Microsoft-Produkts kann den Ärger mit dem alten beenden. Für Nostalgiker, die sich an den Bluescreen gewöhnt haben, gibt MS in der Anzeige auch noch den folgenden Basteltip: “If you find yourself missing the downtime, cut out and tape to monitor.”

Der Microsoft-Multimediasessel
Das US-Unternehmen LA-Z-BOY ist in den Staaten bekannt für bequeme Sitzmöbel. Zusammen mit Microsoft hat LA-Z-BOY den Multimediasessel Explorer e-Cliner entwickelt, den es jetzt zu kaufen gibt. Rund 1.300 USD [1.360 Euro] muss einem das entspannte Zurücklehnen beim Surfen und Fernsehen in Lederausführung aber schon wert sein. Das Multimedia-Equipment verbirgt sich in den Armlehnen. Von dort lässt sich ein drahtloses Sony-Keyboard ausfahren, das zugeklappt als Tisch dient. Mit dem Keyboard navigiert man in Microsofts Web TV, das über den beiliegenden Receiver auf den Bildschirm kommt.

Microsoft nach DoS-Attacke lernfähig
Nach zwei DoS-Attacken innerhalb weniger Tage will Microsoft sein Netzwerk “stärker gegen Angriffe von außen” schützen. Unternehmenssprecher Rick Devenuti räumte jetzt ein, dass der größte Softwareproduzent der Welt Teile seines Netzes, in denen auch Produkte anderer Hersteller eingebunden seien, nicht mit “ausreichenden Selbstschutz-Techniken” ausgerüstet habe. Damit ist offensichtlich die recht ungewöhnliche Architektur des MS-Netzwerkes gemeint: Statt – wie bei anderen großen Unternehmen üblich – die DNS-Server, die Domain-Namen in IP-Adressen aus derzeit vier Ziffern übersetzen, auf verschiedene Sub-Netze zu verteilen, liegen sie bei MS offensichtlich im gleichen Subnetz. Diese Besonderheit hat sich der letzte Angreifer zunutze gemacht und den Router des Subnetzes blockiert, in dem die zentralen DNS-Server untergebracht sind. So konnte mit relativ kleinem Aufwand eine große Wirkung erzielt werden.

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