Kampf der Musikformate, Die Infrastruktur der Post-Napster-Ära, Die digitale DNA-Signaturen, Pilz frisst CD-Roms
Text: Anton Waldt aus De:Bug 50

Musik Etc.

Kampf der Musikformate
Nur wenige Tage nachdem die Firma Coding Technologies die erste Beta-Version ihres MP3-Nachfolgers “mp3PRO” zum Download zur Verfügung gestellt hat, ist die erste Version des lizenzfreien Audio-Codesc “Ogg Vorbis” mit der Nummer “1.0” erschienen. Der Hauptunterschied zwischen den potentiellen MP3-Erben, die beide eine bessere Tonqualität bieten wollen, besteht in den Eigentumsverhältnissen: Während Coding Technologies seine Software für den Unterhaltungselektronik-Konzern Thomson Multimedia entwickelt, der zusammen mit dem Fraunhofer Institut für integrierte Schaltungen [IIS-A] die grundlegenden MP3-Patente hält, ist Ogg Vorbis ein [Lizenz]-freies Format und soll dies auch bleiben. Auslöser für das Ogg Vorbis-Projekt waren die teils beachtlichen Lizenzgebühren für die Verwendung des MP3-Standards.

Die Infrastruktur der Post-Napster-Ära
RealNetworks hat ein neues Paket von Produkten und Systemen vorgestellt, die den “sicheren” Online-Vertrieb von Musik und Filmen im Sinne des Urheberrechts ermöglichen sollen. Die “RealSystem Media Commerce Suite” soll Content-Lieferanten eine bedienungsfreundliche Logistik bieten, um Bestellungen und Auslieferung von Musik oder Filmen abzuwickeln. “RealSystem iQ” soll den Versand und die Nutzung überprüfen. Dabei sollen Anbieter die Nutzungs-Dauer und -Häufigkeit flexibel bestimmen können. Das System sammelt anschließend Daten über die Verwendung der Files und schickt sie an den Absender. Das gesamte Vertriebs- und Kontrollsystem basiert auf der XML-Variente XMCL [eXtensible Media Commerce Language], die RealNetworks in Kürze als Internetstandard etablieren will. Via XMCL sollen verschiedene Copyright-Systeme [Digital Rights Management, DRM] kommunzieren können, so dass verschieden geschützte Inhalte über ein System verwaltet und kontrolliert werden können.

Die digitale DNA-Signaturen
Forscher der Technischen Universität München haben ein neues Verfahren zur Erfassung genetischer Fingerabdrücke entwickelt. Im Gegensatz zu den bestehenden Tests, bei denen eine Identifizierung des genetischen Fingerabdrucks nur bei identischen Laborbedingungen und Methoden gelingt, bietet die digitale DNA-Signatur ein deutlich präziseres und jederzeit
wiederholbares Verfahren. Das Verfahren kann standardisiert werden und damit in jedem Labor der Welt identische Resultate bringen. Damit können die Datensätze einfacher in Datenbanken abgelegt und abgeglichen werden. Die digitale DNA-Signatur soll es zunächst ermöglichen, unter weit gehendem Ausschluss von Fehlerquellen die genaue Herkunft von Tieren und Tierprodukten zu ermitteln. Laut den Entwicklern kann das Verfahren “theoretisch” auch auf den Menschen angewandt werden und “in der Kriminalistik eine Rolle” spielen. Diese extrem vorsichtige Formulierung ist aber offensichtlich nicht auf die Unwägbarkeiten der Anwendung des Verfahrens bei Menschen zurückzuführen, sondern auf die Sensibilität des Themas.

Pilz frisst CD-Roms
Spanische Wissenschaftler haben einen Pilz entdeckt, der CD-Roms auffrisst. In tropischem Klima zerstöre der Pilz der Art “Geotrichum” die Datenträger, teilte der oberste spanische Wissenschaftsrat mit. Ein Experiment in Belize bei Temperaturen über 30 Grad und einer Luftfeuchtigkeit von 90 Prozent habe gezeigt, dass sich der Pilz von Kohlenstoff und Stickstoff aus der äußeren Schicht des Kunststoff-Überzugs der CDs ernähre und so auch die Schichten zerstöre, auf denen die Daten gespeichert werden.

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Elektronische Lebensaspekte.