Text: anton waldt | waldt@debug-digital.de aus De:Bug 52

Ruf nach strengen Cybersquatter-Gesetzen
Die Weltorganisation für geistiges Eigentum [WIPO] fordert bessere gesetzliche Rahmenbedingungen gegen den Missbrauch von Internet-Adressen. Bisher hat sich die Organisation mit Sitz in Genf auf den Schutz von Markennamen im Internet konzentriert. Nun sollen die Schutzmaßnahmen auf die unrechtmäßige Verwendung von Personennamen, Medikamentennamen, Handelsnamen, Bezeichnungen für internationale Organisationen und geografische Namen ausgeweitet werden. Die WIPO beklagt in einer Studie, dass die gesetzlichen Rahmenbedingungen ungenügend sind, um Cybersquattern “das Handwerk zu legen”.

Tricks und Monopole im Messengerkrieg
Der “Messengerkrieg”, in dem sich in erster Linie AOL mit Yahoo und Microsoft um die Kompatibilität seines Instant Messengers streitet, scheint wieder in eine heiße Phase zu kommen. Nachdem AOL seinen AIM [AOL Instant Messenger] jahrelang erfolgreich gegen Konkurrenzprodukte abgeschottet hatte, wurde die Öffnung zu anderen IM-Diensten eine Auflage für die Fusion mit Time Warner. AOL hat im Ausgust den ersten Schritt in diese Richtung getan, aber seine Rivalen damit eher verärgert als zufriedengestellt. Der AIM soll zunächst für den “Sametime Messenger” von Lotus [IBM] vollständig geöffnet werden, der im Konsumentenmarkt so gut wie keine Rolle spielt. AOL gab gleichzeitig bekannt, dass man keine weiteren Kompatibilitätstests plane und schloss Annäherungen an Yahoos und Microsofts Messenger explizit aus.

Prozessornamen als Kampfansage
Ausgrechnet während des IDF [Intel Developer Forum] kündigte der Erzrivale AMD eine neue Politik der Prozessor-Namensgebung an, die gleichzeitig eine Kampfansage und vergleichende Werbung darstellt. Die AMD-Chips sollen künftig durch eine vierstellige Ziffernfolge und ein Pluszeichen gekennzeichnet werden. Die Zahl soll dabei angeben, wie hoch ein Intel-Prozessor getaktet sein muss, um die gleiche Leistungsstärke zu erreichen wie das AMD-Produkt. Der mit 1,5 GHz getaktete Athlon-Chip könnte unter den neuen Namensregeln etwa “Athlon 1800+” oder “Athlon 1900+” heißen. Mit der Initiative, die von einer großen Werbekampagne begleitet werden soll, versucht AMD den Vorsprung von Intel in Sachen Taktraten im Bewusstsein der Konsumenten auszugleichen.

Media-Player im Visier der EU-Kartellwächter
Wie seit einiger Zeit erwartet, schlägt die europäische Kartell-Kommission im Verfahren gegen Microsoft eine härtere Gangart ein. Die EU-Kommission hat das Kartell-Verfahren gegen Microsoft auf die Frage ausgedehnt, ob der US-Softwarekonzern seinen Windows Media Player [WMP] illegal mit dem Betriebssystem Windows verknüpft. Die Überprüfung der Rolle des WMP kann als Signal dafür gewertet werden, dass die EU-Kommission die Einführung von Windows XP im Herbst besonders genau beobachten wird.

“Windows XP ist derzeit völlig unnötig”
Die renommierte Gartner Group hat Windows-Anwender vor einem raschen Umstieg auf das für 25. Oktober angekündigte neue Betriebssystem Windows XP gewarnt. “Ich sehe derzeit keinen überzeugenden Grund für ein Upgrade. Für Unternehmensanwender sind vor allem Zuverlässigkeit und Stabilität wichtig, und die sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht gegeben”, meint Gartners Forschungsleiter für Storage und Server, Philip Sargeant. Nach Angaben von Sargeant wird es in der Startphase des Betriebssystems “die üblichen Löcher” geben, die Microsoft wie immer nach und nach mit veröffentlichten Patches flicken wird.

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Elektronische Lebensaspekte.

Bush und Gates auf Schmusekurs, Monti gegen schlaffen Bush, "Bill Gates-Hacker" freigesprochen, Chinas Linux-Entwickler unter Verdacht
Text: Anton Waldt aus De:Bug 50

Welt am Chip: Politik

Bush und Gates auf Schmusekurs
Nach der Aufhebung des Urteils zur Zerschlagung Microsofts betrachten sich zwar sowohl das Unternehmen als auch die Kläger als Gewinner, unabhängige Beobachter gehen aber von einem klaren Sieg für Microsoft aus. Dieser Eindruck wird vor allem durch die Signale aus dem Weißen Haus bestätigt, die fast danach klingen, als seien sie mit Bill Gates abgesprochen: Beide Seiten sprachen von der Möglichkeit einer außergerichtlichen Einigung als bester Lösung für alle Beteiligten. Beobachter vermuten jetzt, dass sich das Justizministerium außergerichtlich mit Microsoft einigen könnte. Verstärkt wurde diese Annahme durch eine Erklärung von Ari Fleischer, dem Sprecher des Weißen Hauses. Er verwies darauf, dass Präsident George W. Bush sich immer für Einigungen außerhalb der Gerichte einsetze. “Der Präsident findet, dass in unserer Gesellschaft ganz allgemein zu viel geklagt wird.”

Monti gegen schlaffen Bush
Inzwischen mehren sich allerdings die Anzeichen dafür, dass Microsoft jetzt eine härtere Gangart durch die EU Wettbewerbshüter bevorsteht. Sowohl eine Reihe von renommierten Kartellrechtsspezialisten als auch Marktanalysten
gehen davon aus, dass die EU-Wettbewerbskomission “ihre Muskeln zeigen wird”, um dem Eindruck entgegenzutreten, dass “die Bush-Administration das Ende von effizienten Antikartellmaßnahmen bedeutet”. Insbesondere dass die
EU-Kommission im Alleingang die 43-Milliarden-Fusion der US-Firmen General Electric und Honeywell platzen ließ, wird vielfach als Signal für eine neue Härte gewertet. Die US-Behörden hatten das Vorhaben erlaubt. Merrill-Lynch-Analyst Henry Blodget zieht sogar einen direkten Zusammenhang zwischen der vielfach vermuteten politischen Einflussnahme auf das US-Kartellverfahren gegen Microsoft und einer künftigen Härte der
EU-Kartellpolitik: Die milde US-Entscheidung dürfte demnach “in Gegenden, in denen Microsofts politischer Einfluss nicht so stark ist”, zu vermehrtem kartellrechtlichem Druck führen.

“Bill Gates-Hacker” freigesprochen
“Sie haben einen gewissen Sinn für Humor bewiesen”, meinte ein Richter im britischen Swansea Crown Court zum 19-jährigen Raphael Gray. Der Informatik-Student hatte sich im Netz (unter anderen) die Kreditkarten-Daten von Bill Gates beschafft und ihm eine Packung des Potenzmittels Viagra zuschicken lassen. Die Pillen wurden von Gates Konto abgebucht. Zumindest strafrechtlich nahm die Sache für den Studenten jetzt
ein glimpfliches Ende. Er entging einer Haftstrafe, da er im Prozess eine psychische Erkrankung glaubhaft machen konnte. Gray hatte Anfang 1999 23.000 (nach anderen Informationen 26.000) Kreditkarten-Datensätzen an sich gebracht, mehrere tausend Sätze veröffentlichte er dann auf mehreren Sites.
Er trat dabei zusammen mit einem Freund unter dem Namen “Curador” auf und bezeichnete sich als “Engel des E-Commerce”. Die Absicht hinter der Aktion war, die Verwundbarkeit von E-Commerce-Systemen aufzuzeigen.

Chinas Linux-Entwickler unter Verdacht
Red Hat-Direktor Mark White hat schwere Vorwürfe gegen eine Reihe von chinesischen Linux-Entwicklern und -Firmen erhoben. Laut White geben zahlreiche chinesische Firmen ihre Modifikationen nicht bekannt und schaffen dadurch isolierte Entwicklungsstränge und verstoßen gegen die General Public License [GPL]. White sieht durch die Nichtbekanntmachung von Änderungen sogar die Stellung von Linux als kommerzielle Plattform in China bedroht.

IT-News bei: http://futurezone.orf.at/

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Online-Demokratie vs. Cyberkriege
Text: anton waldt aus De:Bug 46

Welt am Chip
“Gegner des Internet” aufgelistet
Nordkorea, Saudi-Arabien und China gehören nach einem Bericht der französischen Journalisten-Hilfsorganisation “Reporter ohne Grenzen” zu den radikalsten Gegnern des Internet. Es seien aber ALLE Staaten durch das Internet in die Defensive geraten und “…träumen von einem Internet unter Kontrolle”, hält die in Paris ansässige Organisation in ihrem Bericht fest. Doch nur in Nordkorea gebe es das Internet überhaupt nicht. “Das Internet sprengt den traditionellen Rahmen, den es für die Machtbeziehungen zwischen den Staaten und jenen gibt, die Informationen produzieren”, heißt es in der 149-Seiten-Studie. Trotz aller Bemühungen: Auch den autoritärsten Regierungen gelingt es nicht, es wirklich zu kontrollieren.
Echte EU-Demokratie soll online beginnen
Der schwedische Ministerpräsident Göran Persson hat als amtierender Ratspräsident der EU zusammen mit EU-Kommissionschef Romano Prodi eine Internet-Debatte über die Zukunft der Europäischen Union eröffnet. Dabei sollen sich die Bürger Europas über die weitere Entwicklung der EU informieren und ihre Meinung dazu äußern können. Die Präsidentin des Europaparlaments Nicole Fontaine betonte, spätestens seit dem mäßigen Erfolg des Reformgipfels von Nizza im Dezember sei klar, dass die Bürger der Union künftig mehr an der Vorbereitung von Reformen beteiligt werden müssten. Nizza habe die Grenzen der bisherigen Methode deutlich gemacht – das Aushandeln von neuen Verträgen ausschließlich durch Regierungsvertreter.
50 Milliarden USD für den Cyber-Krieg
Die USA haben angekündigt, neben dem Raketenabwehrsystem NDM jetzt auch ein “Internet-Schutzschild” aufzubauen. Die US-Pläne gehen aber über den reinen Schutz hinaus. Es solle eine ähnliche “totale Abschreckung” erreicht werden wie mit der Nuklear-Strategie der vergangenen Jahrzehnte. Da allerdings die Star-Wars-Pläne der USA bislang vor allem politische und wirtschaftliche Auswirkungen hatten und weniger technische und militärische, gehen Beobachter davon aus, dass die Ankündigung des “Cyberkrieg-NMD” vor allem als Investitionsprogramm in die IT-Industrie zu verstehen ist. Ob das “Cyber-Abschreckungspotential” auch ernsthaft umgesetzt wird, oder ob allein die Ankündigung starker “virtueller Waffen” schon den gewünschten Effekt erzielen soll, ist gerade wegen der Bezugnahme auf das Raketenabwehr-Programm völlig offen. Passend zur Wiedererstarkung von Reagans “Star Wars” wurde in Anwesenheit von US-Präsident George W. Bush zum ersten Mal in der Geschichte der USA ein Flugzeugträger auf den Namen eines noch lebenden Ex-Präsidenten getauft. Die “USS Ronald Reagan” sei mit modernster Technik ausgestattet und besitze ein “gesamtes Deck voller Computer und Kabel”, kommentierte Bush – kompetent wie immer.
Sofwarefehler leitet US-Bomben fehl
Die Angriffe der US-Luftwaffe auf Radarstationen in Irak waren noch weitaus weniger erfolgreich als bisher angenommen. Über die Hälfte der insgesamt 25 abgeschossenen Bomben des Typs AGM-154A hätten ihr Ziel verfehlt, sagte ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums. Der Pentagonsprecher bestätigte damit einen Bericht der “Washington Post”. Demnach verfehlten die US-Bomben wahrscheinlich wegen eines Softwarefehlers im Leitsystem ihr Ziel teilweise um bis zu 90 Meter.
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Text: anton waldt aus De:Bug 45

Welt am Chip: Politik

“Rekord-Hack” gegen Regierungssites
Eine ganze Reihe von Regierungssites der USA, Australiens und Großbritanniens wurden Mitte Januar zeitgleich mit dem selbem Logo versehen und dabei auch eine Suchfunktion für australische Regierungssites außer Betrieb gesetzt. Die Hacker-Site “Attrition” würdigte die Aktion als einen der “größten, systematisch geführten Angriff” auf Regierungssever. Betroffen waren unter anderem Sites zu BSE in GB und eine Site des US-Bundesstaates Alaska mit Bezug zur Ölförderung in der Region.

“Online-Krimminalität”
Nachdem die Medien den beiden zweifach adoptierten US-Säuglingen den griffigen Namen “Internet-Zwillinge” verpasst hatten, weil “Telefon-Zwillinge” oder “Banküberweisungs-Zwillinge” zwar genauso stimmig, aber längst nicht so griffig klingt, wird jetzt aus einfachem Betrug “Internet-Kriminalität”. Die britische Regierung will als Konsequenz aus der Affäre Sites mit nicht staatlich genehmigten Adoptionsangeboten schließen und dabei die Provider in die Verantwortung nehmen – Telefongesellschaften und Banken bleiben allerdings verschont.

Obacht bei Mails an den US-Präsidenten
Zwei britische Schüler haben mit einer offenbar als Streich gedachten “Todesdrohung” gegen US-Präsident George W. Bush einen weltweiten Terroristen-Alarm ausgelöst. Die beiden 15-Jährigen haben eine Email zur Website des US-Präsidialamtes geschickt und mit einem Anschlag auf Bush gedroht. Der US-Geheimdienst CIA hat die Drohung allerdings todernst genommen und die Mail zum Absender zurückverfolgt. Die Suche hat die Ermittler zur Blake High School im mittelenglischen Cannock geführt. Die beiden Jungen seien zwar nicht von der Schule verwiesen, aber kräftig ins Gebet genommen worden, sagte Schulleiterin Heather Bowman

“Anti-Hacker”-Datenbank ins Leben gerufen
Einige der führenden US-Technologieunternehmen wollen Informationen über Hacker-Angriffe und Schwachstellen von Hard- und Software austauschen. Insgesamt 19 Firmen, darunter Microsoft, Cisco, IBM und Hewlett-Packard, haben zu diesem Zweck 750.000 USD [rund 0,8 Millionen Euro] in ein gemeinsames Analyse- und Informationszentrum investiert. Die Allianz soll die Unternehmen vor gezielten Angriffen und vor zufälligen Störungen schützen, sagte ein Vertreter der Initiative. Interessierte Unternehmen können der Allianz für einen Beitrag von 5.000 USD pro Jahr beitreten.

IT-Fachkräftemangel gefährdet Wohlstand
Der Präsident der EU-Kommission, Romano Prodi, hat die EU-Mitgliedstaaten wegen mangelnder Anstrengungen zur Stärkung ihrer Volkswirtschaften und damit für mehr Wohlstand kritisiert. In diesem Zusammenhang sprach er auch davon, dass Europa 1,6 Millionen Fachkräfte allein für die Informationstechnologie fehlten. Europa braucht diese Spezialisten aus Drittstaaten, um seinen technologischen Rückstand gegenüber den USA aufzuholen. Der italienische Politiker plädierte deshalb für eine offene Einwanderungspolitik. Fachkräfte in die EU zu holen, werfe keine sozialen oder wirtschaftlichen Probleme auf, weil es sich nicht um eine “Masseneinwanderung” handle, stellte Prodi klar.

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