Text: Anton Waldt aus De:Bug 39

Welt am Chip: Seltsam
Anton Waldt

“Hausfrauen und Hacker”
Die Geschichte könnte der Höhepunkt der Sommerentenjagd werden – oder aber ein neues, überraschendes Feld, auf dem die Debatte um Copyrights im Netz ausgetragen wird. Die Hersteller von Stickmustern beklagen sich über Umsatzverluste, die durch den regen Austausch der Handarbeitsvorlagen im Netz verursacht sein sollen. Der Besitzer des Fachgeschäfts Pegasus Originals, Jim Hedgepath, kommentiert die Situation so: “Das sind Hausfrauen und Hacker. Mir ist egal, ob sie Kinder haben oder sogar Großmütter sind, sie verletzen unsere Copyrights.” Anlass für die Debatte ist die Online-Stick-Community “PatternPiggies”, die laut Angaben von Mitgliedern allerdings letztes Jahr entstanden ist, weil gute Stickmuster schwer zu bekommen sind. Inzwischen findet über das Netzwerk angeblich aber auch ein reger Austausch von geschützten Motiven statt. Die Gruppe hat aufgrund der Beschwerden der Hersteller vor kurzem ihren Namen [angeblich in “OinkersDelight”] und die Web-Adresse gewechselt. Außerdem ist die Mitgliedschaft inzwischen mit einer ausführlichen Anmeldung verbunden und die Tauschsite Passwort-geschützt.
http://www.pegasusor.com/

Internet für Papageien
Die Biologin Irene Pepperberg vom MIT will auch [Haus]-Tiere ins Internet bringen: Derzeit testet sie das “InterPet” mit ihrem Papagei “Arthur”. Der kann dem Vernehmen nach mittels eines Joysticks zwischen Bildern “surfen” und Musik auswählen. Irene Pepperberg macht seit den 70ern immer wieder durch Versuche mit Papageien auf sich aufmerksam. Die meiste Publicity bekam sie bislang mit “Alex”, dessen Sprachtalent und Auffassungsgabe von Pepperberg als Beweis für die Intelligenz der Vögel ins Feld geführt wurde. “Alex” soll sogar bruchstückhaft das Schreiben erlernt haben. Wenn der Papagei Fortschritte macht und die Navigation dementsprechend optimiert ist, soll das “InterPet” weitere Funktionen erhalten, dabei haben die MIT-Wissenschaftler Spiele und Chats von Tier zu Tier im Auge. Auch Bilder ihrer Besitzer am Arbeitsplatz werden für einsame Haustieren erwogen. Ein Problem: “Arthur” ist bislang nur mäßig am “InterPet” ineressiert.
http://www.cages.org/research/pepperberg/index.html

Roboter läuft mit “Verdauungsenergie”
Dr Stuart Wilkinson, Forscher an der Universität von Tampa, Florida, hat einen Roboter vorgestellt, der durch “Verdauungsernergie” angetrieben wird. “Gastrobot”, von seinen Entwickelern auch liebevoll “Chew Chew” genannt, bezieht seine Energie aus einer Brennstoffzelle, die mit Bakterien [E.Coli] gefüllt ist. Derzeit “verdaut” der Bot allerdings nur Zucker, was unter anderem den Vorteil hat, dass bei dem Prozess lediglich CO2 entsteht. Trotzdem Dr. Wilkinson schon in naher Zukunft den Betrieb mit Lebensmittelabfällen vorführen will, scheint der “Gastrobot” eher ein Rückschritt in der Roboter-Entwicklung, da er außer der eigenen Fortbewegung bislang keine Funktionen erfüllt. Wesentlich weiter ist schon der “Schneck-Bot”, der nicht nur die Schnecken von landwirtschaftlichen Nutzflächen ökologisch korrekt einzeln aufsammelt, sondern auch seine Energie aus den Tieren bezieht und so ernsthaft einen Bio-Kreislauf nachahmt. Dazu werden die Tiere in einer Fermentierungsanlage in Biogas und anschließend in elektrische Energie für den Bot umgewandelt.

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Elektronische Lebensaspekte.