Text: Anton Waldt aus De:Bug 45

Welt am Chip

Copyright bleibt konsumentenfreundlich
Die neue Copyright-Richtlinie der EU [Urheberrechtsrichtlinie in der Informationsgesellschaft] hat eine weitere entscheidende Hürde genommen. Der Justizausschuss des Europaparlaments verabschiedete eine entsprechende Vorlage, nach der vor allem die Rechte der Verbraucher beim Herunterladen von Musik aus dem Internet weiterhin geschützt werden. Demnach können Musikstücke aus dem Netz für rein private, nicht-kommerzielle und Unterrichtszwecke weiterhin ohne Kompensation kopiert werden. Nach jahrelanger Diskussion hatten sich zunächst die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union im Sommer 2000 auf eine Richtlinie zum Schutz von Musikerrechten in der Informationsgesellschaft verständigt. Sie sieht mehrere Ausnahmen von der Regel vor, dass die Urheberrechte der Autoren grundsätzlich geschützt und vergütet bleiben müssen – eben wenn Kopien zu rein privaten Zwecken angefertigt werden. Die Parlamentsabgeordneten wiesen die meisten von rund 200 Ergänzungsanträgen ab und folgten damit weitgehend der Linie der EU-Kommission. Allerdings wird den Mitgliedstaaten eingeräumt, für eine “faire Kompensation” zu sorgen. Die Ergänzungsanträge kamen vor allem von der Musikindustrie und zielten auf Einschränkungen der freien Kopien für private Zwecke ab.

“Rekord-Hack” gegen Regierungssites
Eine ganze Reihe von Regierungssites der USA, Australiens und Großbritanniens wurden Mitte Januar zeitgleich mit dem selbem Logo versehen und dabei auch eine Suchfunktion für australische Regierungssites außer Betrieb gesetzt. Die Hacker-Site “Attrition” würdigte die Aktion als einen der “größten, systematisch geführten Angriff” auf Regierungssever. Betroffen waren unter anderem Sites zu BSE in GB und eine Site des US-Bundesstaates Alaska mit Bezug zur Ölförderung in der Region.

Microsoft nach DoS-Attacke lernfähig
Nach zwei DoS-Attacken innerhalb weniger Tage will Microsoft sein Netzwerk “stärker gegen Angriffe von außen” schützen. Unternehmenssprecher Rick Devenuti räumte in einer Stellungnahme ein, dass der größte Softwareproduzent der Welt Teile seines Netzes, in denen auch Produkte anderer Hersteller eingebunden seien, nicht mit “ausreichenden Selbstschutz-Techniken” ausgerüstet habe. Damit ist offensichtlich die recht ungewöhnliche Architektur des MS-Netzwerkes gemeint: Statt – wie bei anderen großen Unternehmen üblich – die DNS-Server, die Domain-Namen in IP-Adressen aus derzeit vier Ziffern übersetzen, auf verschiedene Sub-Netze zu verteilen, liegen sie bei MS offensichtlich im gleichen Subnetz. Diese Besonderheit hat sich der letzte Angreifer zunutze gemacht und den Router des Subnetzes blockiert, in dem die zentralen DNS-Server untergebracht sind. So konnte mit relativ kleinem Aufwand eine große Wirkung erzielt werden.

“Anti-Hacker”-Datenbank ins Leben gerufen
Einige der führenden US-Technologieunternehmen wollen Informationen über Hacker-Angriffe und Schwachstellen von Hard- und Software austauschen. Insgesamt 19 Firmen, darunter Microsoft, Cisco, IBM und Hewlett-Packard, haben zu diesem Zweck 750.000 USD [rund 0,8 Millionen Euro] in ein gemeinsames Analyse- und Informationszentrum investiert. Die Allianz soll die Unternehmen vor gezielten Angriffen und vor zufälligen Störungen schützen, sagte ein Vertreter der Initiative. Interessierte Unternehmen können der Allianz für einen Beitrag von 5.000 USD pro Jahr beitreten.

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