Text: anton waldt [waldt@lebensaspekte.de] aus De:Bug 36

Welt am Draht: Internetpolitik Nie wieder Seriennummern in Intel-Chips Die schon längere Zeit kolportierten Pläne Intels, die nächste Pentium-Generation [P IV, genannt “Willamette”] nicht mehr mit Seriennummern auszustatten, sind inzwischen von Firmensprecher George Alfs bestätigt worden. Alfs begründete die Entscheidung recht eigenwillig: Nicht die anhaltenden Proteste gegen die Seriennummern hätten sein Unternehmen zum Umdenken bewogen, sondern der Fortschritt der digitalen Signatur-Technologien. Dieser mache die Nummern schlicht überflüssig. Die Begründung beinhaltet aber auch die generelle Abkehr vom Konzept der Prozessor-Seriennummern zur Online-Idenfizierung. Der Sprecher bestätigte demgemäss auch, dass die Entscheidung nicht nur für den “Willamette” gelte, sondern für alle zukünftigen Prozessoren. Privacy-Anwälte wie David Sobel vom Electronic Privacy Information Center [EPIC] begrüssten die Entscheidung trotz der fadenscheinigen Begründung: “Dies ist ein grossartiger Sieg des Schutzes der Privatsphäre. Und genau darum ging es bei den Seriennummern.” http://www.epic.org Deutsche Justizministerin für Netzfilter Die deutsche Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin will mit “neuen Methoden die Kriminalität und den Rechtsextremismus” im Internet bekämpfen. Auch beim Jugendschutz im Internet müsse “nachgebessert” werden: “Wenn wir sichern wollen, dass nur Erwachsene die Möglichkeiten haben sollen, im Internet an bestimmte Texte oder Bilder zu kommen, stellen sich ganz neue Probleme”, sagte Däubler-Gmelin. “Am vernünftigsten wäre eine Sperre in Form einer Filter-Software.” Diese müssten dann “alle benutzen, die Schriften oder Bilder, die für Jugendliche ungeeignet sind, ins Internet stellen wollen.” WindowsMe wird mit IE gebündelt Während einer Präsentationen auf der Comdex in Chicago wurde deutlich, dass Micosoft plant, seinen Browser “Internet Explorer” [IE] und das Betriebssystem “Windows Millennium” [WindowsME] gebündelt zu verkaufen. Genau dieses Vorgehen hatte aber zum aktuellen Kartell-Verfahren geführt und auch im Urteil der ersten Instanz spielt die Bündelung von Betriebssystem und Browser eine zentrale Rolle. Der “Windows 98”-Nachfolger WindowsME wird in den USA wahrscheinlich Ende Juni ausgeliefert und um die 90 Dollar kosten. Welchen Einfluss die erneute Bündelung von Betriebssystem und Browser auf das laufende Verfahren haben wird, ist derzeit nicht abzuschätzen. Biometrie für Windows Microsoft hat mit der Firma I/O-Software einen Vertrag unterzeichnet, der die Implementierung von I/Os biometrischer API-Software [Application Programming Interface] in zukünftige “Windows” Versionen vorsieht. Zwar verweigerte eine MS-Aprecher jeden Kommentar zum anvisierten Zeitpunkt der Einführung biometrischer Sicherheits-Massnahmen in kommende “Windows”-Versionen, aber Experten gehen davon aus, dass Microsofts Entscheidung für I/O Softwares API-Lösung die Bildung eines einheitlichen Standards beschleunigen wird. Microsoft schert mit der Vereinbarung aus einem Industrie-Konsortium zur Entwicklung eines eigenen biometrischen APIs aus, in dem bisher fehlender Konsens unter den beteiligten Unternehmen die konkrete Entwicklung von Lösungen behindert hatte. Ohne einen absehbaren Standard dürfte die breitendeckende Integration von biometrischen Sicherheitsmassnahmen aber gerade von wichtigen Grosskunden wie Versicherungen und Banken nicht unterstützt werden. Durch die hohen Investitionskosten für die Endgeräte wie Iris- oder Fingerabdruck-Scanner beobachten diese die Entwicklung sehr genau. filesharing: futurezone, immer frische IT-News http://futurezone.orf.at

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Elektronische Lebensaspekte.