aus De:Bug 35

Bundesregierung vs. Open Source Mitte März hatte die für IT zuständige Stelle der Bundesregierung KBSt eine Veröffentlichung von ihrem Server genommen, in der sich für den Einsatz von Open Source in der Bundesregierung ausgesprochen wurde. Es handele sich um ein internes Papier, das nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sei, lautete der fadenscheinige Grund. In dem Text wurden die Möglichkeiten des Einsatzes freier Software in der öffentlichen Verwaltung analysiert und auf Sicherheitsgewinne und das Einsparpotenzial durch Open Source hingewiesen. Die Rücknahme des Briefes hatte Proteste in der Open-Source-Gemeinde ausgelöst, die schliesslich dazu führten, dass der Brief wieder ins Netz gestellt wurde. Apples Open-Source-Betriebssystem Darwin Vor einem Jahr hat Apple seine neue Betriebssystem-Generation Mac OS X aka Darwin im Quelltext veröffentlicht und als Open Source Projekt weiterentwickelt. Version 1.0 ist jetzt fertig. Besonders stolz ist man in Cupertino, dem Apple-Stützpunkt, allerdings darauf, dass das System nicht nur auf klassischen PowerPC-Mikrochips läuft, sondern auch auf PC-Pozessoren wie Intel. Der Installer für das Programm ist vorerst jedoch nur für Mac PowerPC User vorhanden, für sie soll demnächst eine CD-ROM für 20 US-Dollar angeboten werden. Neue Konkurrenz für MP3 Ogg Vorbis, kann ein Musik-Komprimierungsverfahren mit so einem klösterlichen Namen überhaupt zur Konkurrenz für das schicke Kürzel “MP3” werden? Versuchen tut es das zumindest. Es komprimiert Digital-Audio-Daten mit Bitraten von 16 bis 128 kBit/s und möchte in derselben Klasse wie MP3, AAC oder PAC mitspielen. Das Besondere: Es ist Open Source, d.h. es gibt weder patent- noch lizenzrechtliche Einschränkungen. Zwar kann man auch MP3-Dateien umsonst aus dem Internet laden und beliebig mit einer kostenfreien Software auf seinem Rechner oder einem tragbaren Player abspielen, aber für die meisten MP3-Encoder, mit denen man MP3 erstellt, muss man Lizenzgebühren bezahlen, sobald man Dateien mit Bit-Raten von 128 kBit/s und mehr erzeugen möchte. Ogg Vorbis ist dabei nur ein Ausschnitt aus einer Reihe von Open Source-Projekten. Unter dem Namen OggSquish verfolgt man die Absicht, allgemein zugängliche und lizenzfreie Internetstandards für Audio und Video zu entwickeln und bereitzustellen. Bisher gibt es allerdings noch keine Version für uns Deskotp-User. http://www.xiph.org/ogg/vorbis/download.html MP3-Debatte Mitte März hat das Mica in Wien ein zweitägiges Symposium zu MP3 organisiert. Dort hat man nicht nur vom Netz geredet, sondern hat es auch genutzt: Die Manuskripte und Vorträge sind jetzt sowohl als RealAudio, als auch gröstenteils als html im Netz abrufbar. Eingeladen waren Leute aus dem Bereich Musik, Ökonomie, Programmierung und Eu-Lobbying sowie die Koryphäen der Rechtsprechung Lawrence Lessig und Thomas Dreier. Heraus kam deswegen – im Ernst – fundierte Information, die eine Alternative zu stupiden einschlägigen Schlagsätzen wie “copy kills music” bieten. Wie notwendig mehr Aufmerksamkeit für MP3 ist, zeigte in letztem Monat auch die Computerzeitung ct. Sie verhinderte gerade noch so in letzter Minute, dass sich eine deutsche Firma den Markenschutz an der Bezeichung “mp3” sicherte. Die dreimonatige Widerspruchsfrist war nämlich bereits – von allen unbemerkt – abgelaufen. http://www.mica.at

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Elektronische Lebensaspekte.