Whatpeopleplay ist der Online-Laden von Word And Sound, einem der wichtigsten Vertrieben für Dancemusic in Deutschland und weltweit. Mit einem massiven Relaunch soll der Shop jetzt noch besser werden. Und das heißt vor allem, den Kunden eine perfekt vernetzte Spielwiese zu bieten.
Text: Sascha Kösch aus De:Bug 137

Eigentlich ist es die natürlichste Sache der Welt. Ein Vinylvertrieb macht einen MP3-Shop. Merkwürdigerweise sind in den letzten Jahren einige daran gescheitert, viele haben es erst gar nicht versucht. Dabei war von Anfang an klar, dass der digitale Tonträger mindestens so relevant werden würde wie Vinyl.

Word And Sound gehört mit seiner-Plattform Whatpeopleplay zu den wenigen, die der Übermacht aus iTunes und Beatport die Stirn bieten und mit ihrem Onlineshop im kommenden Relaunch nicht nur neue Wege gehen, sondern auch Pläne haben, die wieder zu dem Paradigma führen sollen, das wir uns alle online immer schon gewünscht haben: den digitalen Plattenladen mit allen Vorzügen eines realen Plattenladens.

Die Grundlage für Whatpeopleplay bilden Redaktion, Demokratisierung und Selektion. Whatpeopleplay will online genau den Ruf wahren, den sie als Vinylvertrieb in der Welt genießen. Platten veröffentlichen, die für einen guten Geschmack und einen gewissen Sound stehen: House. Keine Filler. Es geht nicht darum, sich die Datenbank zuzumüllen mit endlosen Releases, die nachher niemand mehr überblickt, sondern eine gewisse Nachhaltigkeit in der Auswahl zu betreiben. Künstler und Labels zu fördern, auf die man sich verlassen kann und mehr wollen als nur den schnellen Dancefloor Hit.

Der offensichtliche Einwand, den man hier haben kann (Geschmackspolizei!), mag offline in einer Welt des Mangels gelten, online aber ist man froh um jeden Filter, der einem Überblick ermöglicht, ohne in der Releaseflut belangloser Platten unterzugehen. Dabei geht es allerdings nicht um die Beschänkung auf einen Style, sondern um eine musikalische Offenheit, die bereit ist, auch jenseits der typischen House-Gefilde, die das Zentrum von Word And Sound bilden, nach Releases zu suchen, die musikalische Verwandtschaft oder einfach Größe zeigen. Und da der Fokus hier nicht auf dem einzelnen Track, sondern auf dem gesamten Release liegt, tauchen im Player folgerichtig nicht nur einzelne Tracks, sondern immer gleich die ganze EP auf.

Schluss mit Supermarkt
In den digitalen Plattenläden hat sich schnell eine ähnliche Geschäftsmaschinerie entwickelt, die der realer Supermärkte entspricht. Eine bevorzugte Behandlung, Banner, Promoartikel etc. bekommt man bei vielen längst nur noch, wenn man dafür entsprechend bezahlt. Das hat wenig mit dem zu tun, was wir am Internet lieben – Whatpeopleplay macht Schluss damit. Auf der Startseite erscheinen und so die ganze Aufmerksamkeit zu bekommen, ist keine Frage des Geldbeutels mehr. Neue Releases sind neben redaktionellen Empfehlungen das Feature, ganz nach den Ideen des Realtime-Web. Das gleiche Prinzip setzt sich bei den Charts noch weiter durch. Nicht mehr nur die Stars haben ihre Charts. Auch Leute, die im Shop einkaufen, können neben eigenen Profilen Charts erstellen. So mischen sich Reaktionen aus dem DJ-Pool mit denen der Käufer.

Da ein Shop nicht einfach nur ein Ort ist, an dem man einkauft, sondern auch eine Kommunikationsplattform, will Whatpeopleplay diese so gut es geht auch abbilden. Die Künstler-, Label- und Release-Seiten sind schon fast selbstverständlich geworden, aber direkt integriert in den Shop sind jetzt auch News, Events und sogar brilliante Kolumnen, wie die von Kris Wadsworth oder Alland Byallo. Whatpeopleplay ist genau so Blog und Informationspool wie Shop und nutzt dies weit weniger plakativ als zum Beispiel Beatportal. Dazu kommen Vernetzungen via Social-Network-Links selbst bei einzelnen Tracks, Twitter- und Soundcloud-Accounts mit wöchentlichen Releaseshows und noch viel mehr.

Hier will Whatpeopleplay nicht stehen bleiben, denn nach dem Relaunch ist vor dem Relaunch und die Pläne für mehr stehen längst. Die Kommunikation der Käufer untereinander sowie die der Künstler und Labels mit den Käufern stehen auf dem Plan. Auch Käufern wird die Möglichkeit gegeben, an den Promos teilzuhaben, wenn die Label das wollen. Shopper können sich austauschen über Releases oder was sonst so passiert ist, und uns würde nicht wundern, wenn Whatpeopleplay der erste Shop wird, in dem ein Chat zukünftig zum Standard gehört. So wird aus dem halbwegs anonymen Shop ein Ort, an dem man wieder miteinander kommuniziert. Über Musik, denn das ist nach wie vor, worum sich alles dreht.

9 Responses

  1. Kay

    Ich liebe diesen Shop…

    Die Jungs machen Ihre Arbeit echt gut, Beatport ist für mich nur noch beiläufig interessant…
    Und die Bedienung ist seit dem relaunch einfach super, ich verbringe oft Stunden auf dieser Seite…

    Der Kontakt ist auch super nett und verblüffend schnell…

    Danke an die Jungs und immer weiter so…

  2. klaus

    haha, was hat der artikel gekostet?
    ich meine: das klingt, als hätten die jungs von whatpopelplay das selbst geschrieben , oder zumindest den einen oder anderen satz “abgesegnet”…
    de:BUG

  3. Kenner des Geschäfts

    Als Kenner des Geschäfts kann ich sagen, dass Whatpeopleplay für das gängige verkaufende Genre-Label so gut wie völlig irrelevant ist, sprich :
    Da geht eigentlich in Sachen Verkaufszahlen fast nix.
    Ganz im Gegensatz zum vielgescholtenen Marktführer Beatport, denn da kaufen die DanceMusic-Leute halt momentan immer noch weiltweit am liebsten ein und das kann man nicht kleinreden oder mit unwichtigem Zeugs (“brilliante Kolumnen” von irgendwelchen NoNames, Propaganda-Getwitter, langweilige Blogs) kaschieren.
    Und mit solchen peinlichen GESCHMACKSPOLIZEI-Ambitionen, wie sie Whatpeopleplay hier stolz präsentiert, kanns eigentlich auch nur noch mehr bergab gehen.

    Absolut ungeheuerlich und inakzeptabel ist aber dieser Abschnitt hier :
    “Eine bevorzugte Behandlung, Banner, Promoartikel etc. bekommt man bei vielen längst nur noch, wenn man dafür entsprechend bezahlt.”
    —>
    Das ist schlicht GELOGEN!
    Als, wie gesagt, Kenner des Geschäfts, kann ich sagen, dass es bei Beatport (die werden bei diesen miesen Sticheleien wohl sicher gemeint sein) mit Sicherheit keinen entsprechenden Preisaushang für solche Leistungen gibt und demnach dieser, ja, Bestechlichkeitsvorwurf an Lächerlichkeit kaum mehr zu überbieten ist!

    Dass DE:BUG sich von Wordandsound so einen Artikel diktieren lässt, zeigt auf, dass dieses Blättchen eigentlich nur noch eine Art BILD-Zeitung für pseudointellektuelle Mitläufer ist.
    Fest in der Hand der Anzeigenpreislisten.

    Over and OUT.

  4. kai fraeger

    Lieber „Kenner“,
    Wordandsound kann man sicher so einiges nachsagen, musikalischer Dirigismus gehörte bislang ausgerechnet nicht dazu. Eher schon das Wordandsound noch zuviel Bandbreite zulässt, eine Vorwurf der uns eventuell genauso häufig trifft wie die von Dir viel genannten Beatport im übrigen.

    Wordandsound und Whatopeopelplay wollten aber nie Beatport sein und das müssen sie auch nicht.

    Wie könnte es sonst sein das Wordandsound, als letzter der grossen Vertriebe gestartet, heute einer der ganzen wenigen Firmen ist die es in der Branche überhaupt noch gibt?
    Und die einzigen die neben einem physikalischen, also vinyl/ cd und digitalen vertrieb auch einen Digitalshop betreiben, der im übrigen gerade komplett ge relaunched wurde, ein vergleich zu andern jahrelang am Market befindlichen Betreibern muss also immer eine moment aufnahme sein.

    Warum würde die übergrosse Mehrzahl der überregional bekannten deutschen Labels und viele viele Onlinekunden dieser Firma vertrauen und diese auch immer noch mit jeder Menge effort kleine Labels signen und aufbauen?

    Sicher, Wordandsound betreibt hierzu „A&R“ ing, das was einmal der wichtigste Job einer Musikfirma war, steht heute unter dem generalverdacht „politisch“unkorrekt zu sein denn hier werden Entscheidungen gefällt, nicht weil man das Angebot unbedingt immer beschneiden will, sondern weil es eine gewisse Beschränkungen geben muss, um Musik insgesamt interessant zu halten.
    Im guten Sinne führt das dazu das vermeintliche „kleine“ Releases durch redaktionelle Auswahl neben „grossen“ Releases stehen können und so wird es bei Whatpeopleplay.com gemacht, das ist tägliche praxis.
    Im schlechten führt es dazu das die Beschränkung durch die Hintertür wieder eingeführt wird durch Mindestumsätze und vieles mehr und das ist aktuell stark im kommen und einfach unbestreitbar.

    Das und das allgemeine negieren von weiteren Fakten, eben die Tatsache, wie die Frontpages oder Top Platzierungen von vielen Verkaufswebseiten zusammengestellt werden, nicht nur im Digitalbereich aber auch im Cd Verkaufenden Elektromarkt ist typisch dafür wie hierzulande die öffentliche Meinungsbildung abläuft.

    Es wird nicht inhaltlich argumentiert sondern es werden auf möglichst mäßigem Niveau argumentative irrlichter gesetzt die vom Kern ablenken sollen, „absolut ungeheuerlich, inakzeptabel, schlichtweg gelogen, wie ich schon sagte, Verleumdung“.
    Und was sollen eigentlich die ganzen Verweise auf Beatport? Soviel Bezüge wie Du anbringst lassen sich doch aus dem Artikel ernsthaft nicht ableiten, es sei den man will unbedingt.

    Mit Verlaub, das ist alles total fadenscheinig lieber „Kenner der Musikindustrie“.

    Und Überhaupt, was weißt dich eigentlich als solchen aus, die häufige Verwendung der CAPS Taste?

    Grüsse,
    Kai Fraeger /Wordandsound/ Whatpeopleplay

  5. Rudi Knutschke

    Ach Gottchen, hört doch auf zu streiten. Hier geht es ja nicht um die große Kohle. Ich find’s gut, wenn kleine Firmen sich noch im Markt halten können, auch wenn sie dabei manchmal die miesen Tricks der Majors benutzen müssen. Banner nur gegen Bezahlung? Und wenn schon. Ich nutze in den Shops sowieso nur die Suchfunktion, und beachte Banner und Ähnliches gar nicht mehr. Wer Banner braucht, um sich in einem Underground-Shop zu orientieren, ist sowieso irgendwie komisch unterwegs.

    Aber mal was Anderes….wenn ich mir so vorstelle, wie die Leute die so Elektronische-Musik-Vertriebe machen, wohl aussehen, stelle ich mir immer so’n paar nicht mehr ganz junge Hipster vor, mit Bart, Schal, und Quotenschwarzem (wahlweise: Asiaten), die in einem coolen, Holzfussboden-bestücktem Altbauloft abhängen und wichtig gucken.
    Als ich das Bild gesehen habe, hab ich meine Augen nicht getraut. Manchmal stimmen Klischees eben doch.

  6. S & D

    WPP, minimalistisch, reduziert, sympathisch und mit jeder Menge Charme !
    Der Vergleich mit Beatport hinkt für mich, oder würde man seinen lokalen Elektronikmark, der mit Kompetenz glänzt mit einer Media Markt Filiale vergleichen ?

  7. Ja'n Hammer!

    Wär schön, wenn die WPP mal modernisiert würde. Auf dem iPad geht da nämlich nicht viel, weil der MP3-Player-Funktion Flash voraussetzt. Andere sind da schneller. Man will ja die Kleinen unterstützen, aber ihr müsst’s uns auch leicht machen, nicht einfach bei den Bösen Banner-gegen-Bezahlung-Shops zu kaufen.

  8. Negativmann

    @Kenner des Geschäfts
    Sorry, was du hier ablässt ist einfach von beatport gekaufter Stumpfsinn, Kommerz-Apologetismus, Verteidigung der oberen 1%.
    Ab in die Ecke, 1000 Jahre schämen, nie mehr hier posten.
    Die Geschmackspolizei hat gesprochen.